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Ab Donnerstag: Bayern hebt die Impf-Priorisierung in Arztpraxen auf

Impfstoff-Freigabe: Experten äußern Bedenken - 17.05.2021 15:23 Uhr

In Hausarztpraxen könnte ab Donnerstag jeder geimpft werden, vorausgesetzt es gibt genügend Impfstoff.

12.05.2021 © Stefan Hippel, NN


Mit dem Schritt, den der Freistaat geht, kann sich nun jeder über 16-Jährige bei seinem Hausarzt impfen lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass genügend Impfstoff zur Verfügung steht.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte den Schritt bereits vergangene Woche angekündigt. Bislang sind lediglich die Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson unabhängig von der Priorisierung freigegeben.


Priorisierung wird aufgehoben: Wie komme ich jetzt an einen Impftermin?


Ohne mehr Impfdosen

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) begrüßte die Entscheidung der Staatsregierung, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass damit keine Erhöhung der verfügbaren Impfdosen verbunden ist. Der KVB-Vorstand bittet die impfenden Ärzte deshalb ausdrücklich, weiterhin diejenigen Patienten zu versorgen, die den Impfschutz auf Grund von Risikofaktoren für einen schweren Verlauf am dringendsten benötigen.

Auch die für Juni angekündigten größeren Mengen an Impfstoff vom Bund sind für die KVB keine wirkliche Alternative, weil jetzt vor allem Dosen für die Zweitimpfung ausgeliefert, "um den Schutz zu vervollständigen".

Die Konkurrenz wächst

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Experten sehen den bayerischen Weg kritisch. So hat die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, vor der Aufhebung gewarnt. Dadurch gebe es nicht mehr Impfstoff, "sondern einfach noch mehr Menschen, die um ein knappes Gut konkurrieren".


Über 100.000 Impfdosen verimpft


Und die Deutsche Gesellschaft für Immunologie kritisierte schon vergangene Woche, die Aufhebung der Impfpriorisierung sei eine Gefahr für viele Menschen aus Risikogruppen: "Wenn wir jetzt zu schnell freigeben, schützen wir nicht gut und früh genug die Menschen, die den Schutz am nötigsten haben."

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mik

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