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Bayern: Jedes sechste Bienenvolk überlebte Winter nicht

Der Wert der verlorenen Völker liegt bei bis zu 25 Millionen Euro - 06.05.2019 08:15 Uhr

Jedes sechste Bienenvolk in Bayern hat den Winter nicht überlebt. Schuld daran ist eine Milbe. © Patrick Pleul/dpa


Die Imker im Freistaat haben etwa jedes sechste Bienenvolk über den Winter verloren. Die Varroa-Milbe gilt als Hauptgrund dafür. Deutschlandweit ist die Lage kaum besser: In einem durchschnittlichen Imkerbetrieb haben es 14,9 Prozent der Bienenvölker nicht geschafft, so eine Umfrage des Fachzentrums Bienen und Imkerei in Mayen (Rheinland-Pfalz). Der Gegenwert liegt laut Fachzentrum bei 20 bis 25 Millionen Euro. In Bayern lag der Anteil bei 15,9 Prozent.

An der Umfrage mit dem Deutschen Imkerbund nahmen etwa 12.000 Imker teil, darunter knapp 3000 aus Bayern. Die Verluste waren in den Vorjahren teilweise noch höher. "Es war keine gute Überwinterung, aber auch keine schlechte", sagte der Leiter des Fachzentrums, Christoph Otten. Auch Andreas Baier vom Bayerischen Imkerverband in Zirndorf (Landkreis Fürth) sagte: "Das ist absoluter Durchschnitt."


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Das Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim (Landkreis Würzburg) spricht allerdings schon bei mehr als zehn Prozent von einem "erhöhten" Verlust. Erst in den vergangenen Jahren habe sich der Durchschnitt bei etwa 15 Prozent eingependelt. Wie viele Völker genau sterben, bleibt laut Imkerverband unklar. An der Umfrage nahm weniger als jeder zehnte Imker im Freistaat teil.

"Kein Imker gibt gerne zu, wenn etwas schiefgeht", sagte Baier. Nach den Wintern häuften sich auch Diebstähle, auch in Franken hat es immer wieder Bienenvolk-Diebstähle gegeben. Es sei nicht bewiesen, aber alles deute darauf hin: Bei Bienen-Diebstählen in Bayern handele es sich oft um Imker, die ihre toten Völker "ausgleichen" wollten. Da viele Hobbyimker sind, seien die Gründe wohl eher Scham über das Versagen als wirtschaftlicher Natur, vermuten Experten.

Milbe überträgt Viren

Dabei gibt es Maßnahmen gegen die Varroa-Milbe: "Vor allem die richtigen Tierarzneimittel zur richtigen Zeit", sagte Baier. Dass der Bienenschwund hoch bleibt, liege zum einen an Unwissen. Zum anderen daran, dass manche Imker "aus reinen Kostengründen" nicht zugelassene Mittel aus dem Ausland testeten. Gefährlich ist laut LWG für Bienen vor allem, dass die Milben Viren übertragen.

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Die Milbe sei 1976 aus Südostasien eingeschleppt worden. Für neue drohende Schädlinge – die Asiatische Hornisse und den Kleinen Beutekäfer – gibt es in Bayern Frühwarnsysteme. Gegen Varroa sollen künftig resistentere Bienen-Züchtungen helfen. Imker Baier ist dennoch pessimistisch: Seit dem Volksbegehren Artenschutz gebe es einen deutlichen Anstieg an Imkern. Und ungeübte Imker machten eher Fehler. "Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Wintern mehr Bienen sterben", so Baier. Die Befürchtung teilt Stefan Berg vom LWG-Institut für Bienenkunde: Nachwuchs-Imker würden sich vermehrt autodidaktisch informieren. Das gehe oft schief. "Bienenhaltung klingt einfach, ist es aber nicht", so Berg.

Der Preis für ein 500-Gramm-Glas deutschen Honig lag 2018 zwischen 4,70 Euro und 6,45 Euro – hier geht es um Blütenhonig von verschiedenen Pflanzen und nicht um Sortenhonig, der teurer ist. Seit langem zieht der Preis tendenziell etwas an. Branchenkenner Otten rechnet 2019 „mit einem verhaltenem Preisanstieg“ 

dpa

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