Freistaat zieht die Zügel an

Bayern verschärft Corona-Regeln: Lockdown für Ungeimpfte, Sperrstunde, Clubs dicht

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Stefan Zeitler

Online-Redaktion

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21.11.2021, 10:10 Uhr

Einen Tag nach dem Gipfel in Berlin unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nun auch klar: Bayern wird die Zügel erneut stark anziehen.

"Ungeimpft zu sein, ist ein echtes Risiko" – mit diesen drastischen Worten leitete Söder seine Rede nach der Kabinettssitzung in Bayern ein. Es folgen klare Bilanzen. Die Inzidenz der Ungeimpften in Bayern: etwa 1500 – im Gegensatz zu einer Geimpften-Inzidenz von 110 - eine Berechnung, die allerdings bekannte Schwächen hat. Unter den Corona-Patienten auf bayerischen Intensivstationen seien 90 Prozent der Menschen nicht gegen das Virus geimpft. Für Söder ein klarer Grund zu handeln – und dabei auch die Rechte der Ungeimpften deutlich einzuschränken. "Wir haben lange Rücksicht auf alle Ungeimpften genommen. Jetzt müssen wir weniger Rücksicht nehmen auf die, die selbst keine nehmen", wird Söder deutlich.

Anschließend stellt Söder das "Bayern-Paket" vor – das es durchaus in sich hat. So werde die Epidemische Lage rein rechtlich festgestellt werden. Zusätzlich gelten aller Voraussicht nach ab Mittwoch, den 24. November, folgende Maßnahmen:

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

In ganz Bayern dürfen sich nun maximal fünf ungeimpfte Personen aus zwei Haushalten treffen, Kinder unter zwölf Jahren werden hier nicht mit eingerechnet.

2G und 2GPlus wird massiv verschärft

Körpernahe Dienstleistungen, Kosmetik, Hochschulen und andere vergleichbare Bereiche (Fahrschulen, Musikschulen, außer normale Schulen) müssen allesamt 2G einführen. Wichtig: Der Handel bleibt davon ausgenommen.

Sperrstunde in der Gastronomie ab 22 Uhr

In ganz Bayern wird die Sperrstunde ab 22 Uhr wieder eingeführt. Heißt auch: Bars, Clubs und Diskotheken müssen nun wieder schließen. Zudem wird 2GPlus für alle Kultur- und Sportveranstaltungen bei maximal 25 Prozent Auslastung eingeführt. Ungeimpfte können somit nun nicht mehr in die Gastronomie, zu Kultur- und Sportveranstaltungen gehen.

Alle Weihnachtsmärkte abgesagt

Diese Nachricht trifft die Stadt Nürnberg besonders schwer. Sämtliche Weihnachtsmärkte in der Region werden ersatzlos abgesagt. Damit ist auch klar: Der Nürnberger Christkindlesmarkt 2021 kann nun also doch NICHT stattfinden. Erst vor wenigen Tagen hatten die Verantwortlichen einen Plan vorgestellt, wie man die Veranstaltung doch coronakonform durchführen kann – dieser Plan ist damit dahin.

Vorerst gehen sämtliche Maßnahmen bis zum 15. Dezember. An dieser Stelle sei auch noch gesagt: Für derartige Entscheidungen, die nun kommen könnten, brauche es eine parlamentarische Legitimation, sagte Söder. Spätestens bis Mitte der kommenden Woche sollten alle Maßnahmen in Kraft sein.

Bereits am Donnerstag sprach Söder unmittelbar nach dem Gipfel-Treffen in Berlin von einem "De-facto-Lockdown für Ungeimpfte", der in Bayern nun vorbereitet werden würde. Heißt im Klartext: Durch die flächendeckende 2G-Regel im gesamten Freistaat dürfen nur noch Geimpfte und Genesene am öffentlichen Leben Teil haben.

Es scheint aber nur ein Zwischenstopp durch einen erneut harten Corona-Winter in Deutschland zu werden: Am 9. Dezember kommen die Ministerpräsidenten der Länder erneut in der Hauptstadt unter der Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Hier wolle man dann die "Wirkung der Maßnahmen über die letzten Wochen evaluieren". Droht nun sogar erneut ein kompletter Shutdown für alle in Deutschland? Gesundheitsminister Klaus Holetschek will das mittlerweile nicht mehr ausschließen, alle Informationen dazu haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Österreich geht da schon einen Schritt weiter: Ab kommenden Montag geht das Land geschlossen in den Lockdown, dieser gilt auch für Geimpfte, zudem soll eine allgemeine Impfpflicht eingeführt werden. Die Einzelheiten dazu finden Sie hier:

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