"Dienstbesprechung"? Essen mit Minister Herrmann sorgt für Wirbel

17.1.2021, 16:55 Uhr
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). © Sachelle Babbar/imago

Nachdem die Bild-Zeitung ein Foto von einer Veranstaltung des Innenministeriums in Rosenheim veröffentlicht hat, hagelt es Kritik. Auf dem Bild ist zu sehen, wie dem Anschein nach eine Kellnerin Nachtisch serviert.

Im Kongresszentrum Rosenheim hatte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zuvor die bisherige Vizepräsidentin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd verabschiedet und den neuen Vizepräsidenten begrüßt. Danach wurde offenbar Essen serviert.

Angela Inselkammer (62), Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Bayern, erklärte gegenüber der Bild-Zeitung: "Das ist extrem unglücklich und absolut kein Vorbild. Das darf nicht sein. Unsere Branche steht komplett im Regen und da wird ein Schlupfloch gesucht. Und nicht zu vergessen: Wir dürfen derzeit alle nur eine Person treffen."

Zwei Meter Abstand

Laut Bild seien zehn Teilnehmer bedient worden - darunter Innenminister Herrmann sowie Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU). Dem Nachrichtenportal Rosenheim24 erklärte das Stadtoberhaupt: "Jeder hatte seinen eigenen Tisch, die Abstände waren entsprechend groß. In meinen Augen lief das regelkonform ab."

Auf Anfrage unseres Verlags bestätigte das Innenministerium eine derartige Veranstaltung, spricht aber von einer "Dienstbesprechung", die unter strikter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln stattgefunden habe. "Es handelte sich um insgesamt zehn Teilnehmer, die an zehn einzelnen Tischen mit mehr als zwei Meter Abstand platziert waren. Aufgrund der Mittagszeit wurde den Besprechungsteilnehmern eine Verpflegung angeboten und jeweils einzeln am Platz gereicht."

Eine Dienstbesprechung in dieser Form sei nach der aktuellen Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zulässig, heißt es weiter. "Gleichwohl sollen dienstliche Veranstaltungen im Bereich des Innenministeriums bis auf Weiteres noch häufiger per Videoschalte oder Online stattfinden."