-0°

Montag, 20.01.2020

|

zum Thema

100 Aktivisten gehen in Erlangen gegen Siemens auf die Straße

Auch Louisa Schocke war an diesem Tag wieder mit dabei - 13.01.2020 18:50 Uhr

Bilderstrecke zum Thema

#StopAdani! Fridays for Future macht in Erlangen gegen Siemens mobil

Der Protest der jungen Klimaschützer von Fridays for Future (FFF) geht weiter: Erneut demonstrierten rund 100 Aktivsten auch in Erlangen gegen Siemens und seine Entscheidung für einen umstrittenen Auftrag in Australien.


Vorstandschef Joe Kaeser hatte am Sonntagabend via Twitter bekanntgegeben, dass das Unternehmen an einer Zulieferung für ein Kohlebergwerk festhält. Diese Ankündigung sorgt bei den jungen Umweltschützern für großes Entsetzen. Bereits am Freitag hatten etwa 80 FFF-Mitstreiter vor dem so genannten Himbeerpalast, einem Siemens-Verwaltungsgebäude in der Werner-von-Siemens-Straße, gegen die Pläne aufbegehrt. Einen Tag nach Kaesers Bekanntgabe ist der Ärger der jungen Klimaschützer noch gewachsen — und treibt daher noch mehr Menschen auf die Straße.

So sind es nach Veranstalterangaben rund 100 junge Frauen und Männer, die am Montagnachmittag einem sehr kurzfristig anberaumten Aufruf folgen — und mit "Hopp Hopp Hopp, Kohlestopp"-Sprüchen, "Stopp Adani"-Slogans und kämpferischen Reden für mehr Klimaschutz gegen den Großkonzern mobil machen.


Kommentar: Adani-Kohlebergwerk - der Verlierer heißt Siemens


Auch Louisa Schocke ist wieder dabei. Der Germanistikstudentin, die für FFF bereits viele Demonstrationen in der Universitätsstadt mit initiiert hat, ist die Wut deutlich anzumerken: "Es kann nicht sein, dass ein Konzern, der nach eigenen Angaben bis 2030 klimaneutral sein will, eines der größten Kohleprojekte unterstützt".

Der wirtschaftliche Nutzen, so meint die junge Frau, sei für ein Unternehmen wie Siemens bei diesem Projekt ohnehin eher gering: "Das ist für diesen Weltkonzern doch nur ein verhältnismäßig kleines Geschäft". Umso weniger kann sie Kaesers Ja zu diesem Projekt nachvollziehen: "Wir dürfen es nicht zulassen, dass unsere Zukunft so respektlos behandelt wird", empört sie sich.

Bilderstrecke zum Thema

Umfrage: Das denken fränkische Studierende über die Arbeit bei Großkonzernen

Siemens, Audi oder Adidas: International agierende Großkonzerne sind beliebte Arbeitgeber für Hochschulabsolventen. Doch der aktuelle Fall von Siemens und Adani offenbart eine Diskrepanz zwischen gewinnorientierten Unternehmen und der Klimaschutz-Bewegung. Wirkt sich das auf die Wunsch-Arbeitgeber der Studierenden der Region aus? Wir haben am Campus der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Universität Erlangen-Nürnberg nachgefragt.


Daher kann sich Schocke sogar vorstellen, in den nächsten Tagen immer wieder gegen den Siemens-Konzern zu demonstrieren. Ein FFF-Termin steht bereits fest: Schon am Freitag, 17. Januar, gibt es in Erlangen ab 12.30 Uhr vor dem Rathaus den nächsten Klimastreik. Die jungen Klimaschützer begehen dann ein Jubiläum: Genau vor einem Jahr fingen die Aktionen in Erlangen an.

28

28 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen