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Anlaufstellen für Frauen, die von Männergewalt bedroht sind

Das Autonome Frauenhaus Erlangen und der Frauennotruf arbeiten trotz Corona-Krise weiter - 09.04.2020 18:00 Uhr

Bei Fällen von häuslicher Gewalt stehen in Erlangen das Frauenhaus beziehungsweise der Frauennotruf auch während der Krise Frauen mit Rat und Tat zur Seite. © Foto: dpa


Es sei auffällig still, ist momentan bei Frauenorganisationen in ganz Deutschland zu hören – und eben auch in Erlangen. Vermehrte Anrufe bei den Schutzorganisationen gibt es nicht.

Die Erfahrung zeige indes, dass nach Weihnachten – einer Zeit, in der Familien verstärkt unter sich sind –, die Zahl der Schutzsuchenden steigt, sagt Frauennotruf-Mitarbeiterin Birgit Hartwig. "Wir befürchten, dass Frauen, die zuhause einer Gewaltsituation ausgesetzt sind, denken könnten, dass wir so wie alles andere zu haben", heißt es beim Erlanger Frauenhaus.


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Das Frauenhaus ist jedoch weiterhin jederzeit erreichbar und bietet Frauen, die von ihrem Partner bedroht werden oder Gewalt erfahren, gemeinsam mit ihren Kindern Zuflucht, Schutz, Beratung und Unterstützung. Auch das Beratungsbüro des Erlanger Frauenhauses ist telefonisch weiterhin erreichbar, auch wenn man momentan dorthin nicht persönlich kommen kann. Und für den Fall, dass in der nächsten Zeit unter anderem auch wegen der Ausgangsbeschränkungen mehr Spannungen in Familien auftreten sollten, ist das Erlanger Frauenhaus vorbereitet. Für Frauen, die nur kurz eine Unterkunft brauchen, soll es geschützte Übergangsräume geben.

Auch der Frauennotruf mit seiner Beratungsstelle für Frauen und Mädchen mit sexuellen Gewalterfahrungen ist telefonisch weiterhin erreichbar. "Wichtig ist, dass die Frauen wissen, dass sie auch momentan eine Beratung bekommen", sagt eine Mitarbeiterin. Es könne sein, dass durch die derzeitigen Ausgangsbeschränkungen oder auch im Fall einer Quarantäne Ängste in Frauen hochkommen, weil die sonst üblichen Mechanismen durch Ablenkung nicht mehr greifen. Die derzeit angespannte Situation könnte zu einem Anstieg von sexueller Gewalt führen, befürchtet man.

Das Autonome Frauenhaus Erlangen ist unter der Telefonfnummer (0 91 31) 2 58 72 jederzeit erreichbar. Das Beratungsbüro ist unter der Telefonnummer     (0 91 31) 2 58 78 mittwochs 14 bis 16 Uhr, donnerstags 17 bis 19 Uhr, freitags 9 bis 11 Uhr erreichbar.

Der Frauennotruf hat die Rufnummer (0 91 31) 20 97 20 (montags und mittwochs 10 bis 14 Uhr, dienstags, freitags 9 bis 11 Uhr, donnerstags 16 bis 18 Uhr).

Die örtliche Beauftragte für Frauen und Kinder bei der Kriminalpolizeiinspektion Erlangen ist unter der Telefonnummer (0 91 31) 76 02 09 erreichbar.

Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen hat die Rufnummer 08 0 00 11 60 16 (kostenfrei Tag und Nacht).

Hintergründe zu den Zahlen, die das Robert-Koch-Institut veröffentlicht, finden Sie hier.

 

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ek

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