Aktion von Greenpeace

Deshalb sind Parkplätze in Erlanger Innenstadt heute besetzt

17.9.2021, 12:30 Uhr
Schon im vergangenen Jahr machte Greenpeace auf die Parkraumsituation aufmerksam - damals in der Oberen Karlstraße. Diesmal ist die Friedrichstraße dran.

Schon im vergangenen Jahr machte Greenpeace auf die Parkraumsituation aufmerksam - damals in der Oberen Karlstraße. Diesmal ist die Friedrichstraße dran. © Klaus-Dieter Schreiter

Frau Corpus, zwischen 13 und 19 Uhr wollen Sie mit Aktivistinnen und Aktivisten in der Friedrichstraße zwischen Schuh- und Holzgartenstraße rund 25 Parkplätze bevölkern. Erstmals beteiligt sich mit dem Christian-Ernst-Gymnasium auch eine Schule an der Umweltaktion. Wie genau sieht die Zusammenarbeit aus?
Die Schülerinnen und Schüler des CEG werden einige der Parkplätze zur Bühne umgestalten, um dort mit ihren Instrumenten zu musizieren. Auch soll ein Theaterstück aufgeführt werden und die schuleigene Umwelt-AG möchte Informationen über ihre Arbeit weitergeben und eine Wünschewand aufstellen, an der Passanten ihre persönlichen Wünsche in Sachen Verkehrswende und Klimaschutz hinterlassen können.

Nun ist das CEG nicht der einzige Kooperationspartner. Mehrere Gruppen haben sich - neben Greenpeace natürlich - angemeldet.

Richtig, wir von Greenpeace werden Sofas aufstellen und Sitzgelegenheiten schaffen, wo sonst Autos den öffentlichen Raum zustellen. Wir finden, der Fokus liegt in Erlangen noch viel zu sehr auf Parkplätzen und den Pkw, unserer Meinung nach sollten Menschen wieder mehr von diesem Raum nutzen. Gleicher Meinung ist auch der ADFC, Fridays For Future oder das Klimacamp - alle werden Parkplätze nutzen und versuchen, mit möglichst vielen Passanten ins Gespräch zu kommen.

"Wir wollen Parkplätze nicht einfach wegnehmen"

Einige Passanten, wie Unternehmer oder gebrechliche Personen, sagen, sie sind auf Parkplätze angewiesen. Was entgegnen Sie ihnen?

Wir wollen nicht alle Parkplätze einfach wegnehmen, das ist ganz wichtig. Wir wollen vielmehr, dass alternative Mobilitätsideen in den Vordergrund rücken und endlich mehr Tempo in der Umsetzung stattfindet. Ein Kernthema ist hier ein kostenfreier oder zumindest günstiger, attraktiver öffentlicher Personennahverkehr. Aber auch Carsharing halten wir für eine tolle Alternative gerade für gebrechliche Menschen, die natürlich weiter die Möglichkeit haben sollen, Parkplätze zu nutzen. Nur eben soll es nicht mehr so viele überall geben für Menschen, die unserer Meinung nach aus Bequemlichkeit nur für einen kurzen Einkauf mit dem Auto in die Stadt fahren und die die klare Mehrzahl an Parkplatznutzern ausmachen.

Nun findet ja eine Verkehrswende bereits statt. Geht sie Ihnen nicht schnell genug - oder warum so eine Aktion?

Exakt, wir finden es geht viel zu langsam. Andere Städte wie etwa Berlin sind hier viel progressiver. Wir sehen in Erlangen, dass immer wieder Straßen erneuert werden, Rad- und Fußwege aber nicht oder nicht ausreichend. Wir wollen hier mehr Tempo in die Wende bringen - und damit mehr Lebensqualität für Menschen schaffen.

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