Erlangen: Versuch der Rückkehr ins Vereinsleben

12.9.2020, 11:00 Uhr

© Klaus-Dieter Schreiter

16 Wochen hat der Oberschützenmeister der HSG, Wolfgang Nahr, kaum noch jemanden auf der Schießanlage im Waldschießlage getroffen. Nicht nur der Sportbereich sei tot gewesen, auch gesellschaftlich sei nichts mehr gegangen, sagt er. "Da geht alles kaputt, da musst du was tun", habe er sich daraufhin gedacht.

Darum habe er zunächst einmal die Vereinsmitglieder gebeten, zumindest den Wirt der Gaststätte im Waldschießhaus, Andrej Kvas, zu unterstützen. Dadurch habe man sich dann auch bei der Abholung des "To-Go-Essens" getroffen, das der Wirt daraufhin angeboten habe. Dadurch habe Kvas auch die Gehälter seiner Mitarbeiter zahlen können, um sie zu halten, berichtet Nahr.

Soziale Verantwortung

Weil es bereits private Kontakte zu dem Erlanger Duo Wulli & Sonja gab, und die zwei auch von ihren Problemen berichteten, sei die Idee entstanden, gemeinsam im Waldschießhaus etwas auf die Beine zu stellen. So wurde ein Konzert vereinbart, das nicht nur Wulli & Sonja unterstützen sollte, sondern auch den Wirt des Vereins. Und weil sich der Verein der sozialen Verantwortung bewusst ist, hat man auch noch entschieden, ein soziales Projekt an der Universitätsklinik zu unterstützen.

Da die HSG in diesem Jahr keine Veranstaltungen wie das traditionelle Vogelschießen abhalten darf, ist nun so viel Geld in der Gesellschaftskasse übrig, dass es sogar reicht, um die gesamten Kosten für das nun durchgezogene Konzertereignis daraus zu finanzieren. Darum stehen die Eintrittsgelder der 100 Konzertgäste, die sich auf der Terrasse des Waldschießhauses eingefunden hatten, und zusätzliche Spenden zur Verfügung, um damit Gutes zu tun.

Nicht nur die 100 Gäste auf der Terrasse des Waldschießhauses – coronabedingt waren nicht mehr zugelassen, und am Eingang wurde sogar die Temperatur aller gemessen – waren begeistert von dem gut zweistündigen Konzert. Auch Wulli & Sonja zeigten sich angetan von dem traumhaften Ambiente und den Reaktionen der Gäste.

Dabei wäre das Konzert beinahe ins Wasser gefallen. Denn knapp zwei Stunden vor Konzertbeginn war Wulli von einer Wespe in die Zunge gestochen worden. In die Klinik musste er, hing fast eine Stunde am Tropf, war dann aber wieder soweit fit. Was ihm dann nicht so recht über Zunge und Lippen kommen wollte, das besorgte Sonja in gewohnt launiger Manier. So wurde das Gartenkonzert "Momente im Spätsommer" zu einem gelungenen Corona-Projekt.

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