Donnerstag, 24.10.2019

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Extinction Rebellion kooperieren mit Fridays for Future

Maximaler ziviler Ungehorsam der Gruppe "Rebellion gegen das Aussterben" - 18.09.2019 06:00 Uhr

„Extinction Rebellion“ blockierte Anfang September die Henkestraße. Mit zivilem Ungehorsam soll die Politik zum Handeln beim Klimaschutz bewegt werden. © Foto: XR Erlangen


Wenn am Freitag, 20. September, "Fridays for Future" weltweit einen Klimastreik durchführen, wird die Unterstützung für die Klimaschützer zumindest in Erlangen immer größer. Gewerkschaften unterstützen die Schülerinnen und Schüler, die ab 11 Uhr Klima-Alarm schlagen wollen. Mit dabei auch "Extinction Rebellion", die einen Schritt weiter gehen und zivilen Ungehorsam praktizieren.

Im Amazonasgebiet brennen Wälder, weltweit schmelzen die Gletscher, der Permafrostboden taut auf und setzt unglaubliche Mengen an Treibhausgas CO2 frei, Tiere und Pflanzen sterben aus.

 "Entschuldigen Sie die Störung, aber es geht ums Überleben"

"Die Öffentlichkeit muss mit aller Dringlichkeit über die aktuelle Situation aufgeklärt werden", sagt die Erlanger Gruppe der "Extinction Rebellion" (Rebellion gegen das Aussterben). Rund 50 Mitglieder hat die Gruppe und gehört damit nach eigenen Angaben "zu den größten in Bayern". Erst kürzlich hatten sie die Henkestraße zeitweise gesperrt und ein großes Plakat gezeigt, auf dem zu lesen war: "Entschuldigen Sie die Störung, aber es geht ums Überleben".

Die Vorbilder für Aktionen wie diese sind Mahatma Gandhi und die friedliche Revolution 1989 in der damaligen DDR. "Unser zentraler Ansatz ist der zivile Ungehorsam, den wir als das letzte uns verbleibende Mittel sehen, unsere moralische Verpflichtung als Bürgerinnen und Bürger dieser Erde zu erfüllen und den Versäumnissen der Politik entgegenzuwirken", erklären die Erlanger Rebellen.

Darin unterscheidet sich die Extinction Rebellion auch von "Fridays for Future", wo Schülerinnen und Schüler "Schulstreiks für das Klima" machen. Auf Anregung von "Fridays for Future" hatte der Erlanger Stadtrat den "Klimanotstand" erklärt, auch eine 24-Stunden-Mahnwache gab es. "Das reicht aber noch lange nicht", sagt Extinction Rebellion. "Bis 2025 müssen wir klimaneutral werden."

Quiz zu Fridays for Future: Wie gut kennen Sie die Umwelt-Bewegung?

© HANNA FRANZEN/AFP

Die Fridays-for-Future-Bewegung ist in aller Munde. Aber wofür kämpft sie? Wer ist Initiator? Das und viel mehr möchten wir in unserem Quiz von Ihnen wissen!

© Susan Walsh, dpa

© Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

Frage 1/10:

Woher kommt Fridays-for-Future-Gründerin Greta Thunberg?

Zum Einstieg eine zugegeben einfache Frage - Greta Thunberg wurde am 3. Januar 2003 im schwedischen Stockholm geboren.

© Ralf Maro, epd

© Christian Ditsch, epd

Frage 2/10:

Wann fand der erste weltweit organisierte Klimastreik statt?

Ein wenig hat es zwar gedauert, bis die Fridays-for-Future-Bewegung auch international große Wellen schlug - am 15. März 2019 war es dann aber soweit. Fast 1,8 Millionen Menschen nahmen weltweit an den Demonstrationen teil.

© Kirsty Wigglesworth

© NICHOLAS KAMM, AFP

Frage 3/10:

Wie lange dauerte Thunbergs Atlantik-Überquerung mit dem Segelschiff?

Thunberg verzichtet auf Flugreisen, weil auf diesen besonders viele klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen werden. Deshalb entschied sie sich dazu, den Weg über den Atlantik per Hochsee-Segeljacht auf sich zu nehmen. Die Überfahrt dauerte zwei Wochen.

© Christoph Schmidt/dpa

© dpa

Frage 4/10:

FFF wurde gegründet, um das Ziel aus dem Pariser Übereinkommen sicherzustellen. Wie lautet ein Ziel?

Ursprünglich hatten sich die Länder auf zwei Grad geeinigt, es später aber auf Drängen einiger Staaten sogar verschärft.

© ANDREW CABALLERO-REYNOLDS, AFP

© Susan Walsh, dpa

Frage 5/10:

Wann verweigerte Greta Thunberg den Unterrichtsbesuch zum ersten Mal, um zu streiken?

Obwohl die Bewegung durch ihre Freitags-Streiks bekannt geworden war, fand Thunbergs erster Streik tatsächlich an einem Montag statt. Der Grund dafür ist simpel: Es war der erste Schultag nach den Ferien.

© Stefan Hippel, NN

© Christian Mangvia www.imago-images.de, imago images / Christian Mang

Frage 6/10:

Fridays for Future versteht sich als "Graswurzelbewegung". Was bedeutet das?

Der Begriff kommt aus dem angloamerikanischen Sprachraum ("grassroots movement").

© via www.imago-images.de, imago images / Joko

© Daniel Naupold, dpa

Frage 7/10:

Gestreikt wird immer Freitags. Aber wieviele Freitage hat das Jahr 2019 überhaupt?

Das Jahr 2019 hat 52 Freitage. Fun fact: 2019 gab es jeden Wochentag nur 52-mal, außer den Dienstag - den gab es 53-mal. 53 Freitage hatte zuletzt übrigens das Jahr 2016.

© NICHOLAS KAMM, AFP

© Kay Nietfeld, dpa

Frage 8/10:

Welcher deutsche Politiker bezeichnete Klimapolitik als "Sache für Profis"?

"Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen.", so Lindner, der dafür mächtig Kritik erntete.

© dpa

© Die PARTEI

Frage 9/10:

Die PARTEI warb auf einem Wahlplakat mit "Fridays for Futur 2". Welcher Satz wäre dann korrekt?

Futur 2 ist die vollendete Zukunft, dementsprechend wäre "Die Welt wird untergegangen sein" korrekt.

© Giuseppe Cicciavia www.imago-images.de, imago images / Pacific Press Agency

© Uncredited/Vatican Media/AP/dpa

Frage 10/10:

Was stand auf dem Zettel, den Greta Thunberg bei ihrer Audienz beim Papst hochhielt?

© HANNA FRANZEN/AFP

Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Um dieses Ziel zu erreichen, soll bei Bürgerversammlungen mit Unterstützung von Wissenschaftlern und Experten einen Fahrplan mit den "notwendigen Strategien entwickelt" werden. Diese Strategien müssten dann "verpflichtend" von der Politik umgesetzt werden.

Die Erlanger Gruppe der Extinction Rebellion will damit im Kleinen erreichen, was die 2018 in England gegründete Umweltbewegung für den ganzen Globus fordert. Drei Ziele verbindet weltweit alle Mitglieder: "Sagt die Wahrheit über klimatische Veränderungen und ihre Folgen, mit sofortigem Handeln soll ein Umdenken in der Klimapolitik erreicht werden und in Bürgerversammlungen sollen Wege zur Überwindung der Klimakrise entwickelt werden".

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Campen für die Umwelt: Erlanger FFF-Demo mit Zeltstadt und Programm

Zwei Tage vor der Europawahl haben auch die Erlanger Klimaschützer an der weltweiten Klimaschutzaktion von "Fridays for Future" teilgenommen. 700 junge Menschen setzten mit bunten Plakaten ein Zeichen für die Umwelt. Das war aber noch nicht alles: Im Rahmen eines ganzen Klimawochenendes gab es ein umfangreiches Angebot an Lesungen, Vorträgen und Musik. Wer wollte, konnte sogar auf dem Schlossplatz im sogenannten "Klimacamp" in Zelten übernachten.


Obwohl Extinction Rebellion viele Überschneidungen mit "Fridays for Future" sieht, hat die inzwischen in sechs Kontinenten vertretene Organisation erkannt, dass die Forderungen der Schülerinnen und Schüler von den zuständigen Politikern "weitgehend ignoriert" werden.

"Unsere Ziele sind deshalb zum einen den öffentlichen Druck auf Entscheidungsträger zu erhöhen und zum anderen zu einer Massenbewegung zu werden und so viele Menschen wie möglich zu erreichen", sagt die Gruppe der Erlanger Extinction Rebellion, die nicht mit einzelnen Namen in den Erlanger Nachrichten erscheinen möchte .

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Zwölf Dinge, die der Klimawandel in Bayern verändert

Der Klimawandel macht auch vor Bayern nicht Halt. Bis zum Jahr 2100 soll es bis zu 4,5 Grad wärmer werden. Das hat gravierende Auswirkungen auf das Leben im Freistaat.


Die Erlanger Gruppe ist inzwischen auch ein zentraler Anlaufpunkt für weitere Klima-Aktivisten. So berichtete die Zeit darüber, dass "in einem Hinterhof in der Nähe des Bahnhofs" ziviler Ungehorsam trainiert wurde. "Vom 7. Oktober an wollen die Aktivisten ,Berlin lahmlegen’". Zur gleichen Zeit wie andere Klima-Aktivisten in Wien, Amsterdam oder New York. "Was genau sie vorhaben, verraten sie nicht. Klar ist nur, dass auch ihre Aktionen illegal sein werden" war in der Zeit zu lesen. Die Erlanger Gruppe bereitet sich momentan auf ein "Klimacamp ab dem 5. Oktober in Berlin vor".

Info: Nächstes Treffen: Mittwoch, 18. September, 20 Uhr im Bürgertreff "Die Scheune" in Erlangen-Büchenbach.

Kommentar: Warum Greta Thunberg so wichtig ist!

An diesen Orten sind derzeit Klimastreiks für den Freitag geplant:

Wenn die Karte nicht angezeigt wird, klicken Sie hier.

Falls wir Orte vergessen haben, können Sie sich unter redaktion@nordbayern.de melden!

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