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Freude bei Bürgermeistern: Weichen für StUB sind gestellt

Von der Bürgerinitiative gibt es allerdings Kritik - 28.01.2020 11:48 Uhr

Lange geplant, bald Realität? So könnte die StUB aussehen (hier eine Projektion vor den Erlanger Arcaden).

19.04.2015 © PR


Selten haben ein 90 Seiten starkes Dossier und eine Pressemitteilung der Regierung für Mittelfranken für solche Freude gesorgt wie am gestrigen Montag zur Stadt-Umland-Bahn (StUB).

Danach kommt die Regierung mit Abschluss des Raumordnungsverfahren zu folgendem Ergebnis: Die StUB ist nach Auswertung sämtlicher Einwendungen und Äußerungen aus der Öffentlichkeit raumverträglich.


Kommentar: Mehr Tempo bei der StUB, bitte!


Ungeteilte Freude in Rathäusern

Konkret heißt das: Die Planungen für die Vorzugstrasse des Zweckverbands, in dem Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach Mitglieder sind, können nach der landesplanerischen Beurteilung weitergehen.

Eine Entscheidung, die bei den drei SPD-Rathauschefs auf ungeteilte Freude stößt. So ist German Hacker, der Bürgermeister in Herzogenaurach, froh darüber, dass das Raumordnungsverfahren jetzt abgeschlossen ist.

Nach vielen Beratungen und Gesprächen liegen die grundsätzlichen Möglichkeiten für den Trassenverlauf der Stadt-Umland-Bahn fest. Der Zweckverband, zu dem sich Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach zusammengeschlossen haben, will einen schienengebundenen Nahverkehr zwischen den Städten realisieren.

27.01.2020


"Es ist toll, dass wir jetzt eine Vorzugsvariante haben, die raumverträglich ist", sagt er. Auch Nürnbergs OB Ulrich Maly zeigt sich über die Entscheidung aus Ansbach begeistert — und lobt die Regierungsbehörde für ihre Detailarbeit: "Die Mitarbeiter haben sich tief in die Materie hineingekniet." Ihre Beurteilung sei ein klares Signal für das weitere Prozedere.

Mehr als zufrieden ist auch der Erlanger OB Florian Janik: "Das ist eine gute Nachricht für modernen und klimafreundlichen Nahverkehr, aber auch für mehr saubere Luft und Lebensqualität in unseren Städten."

Enttäuscht von Erlanger Politikern

Bilderstrecke zum Thema

Alles, was Sie über die StUB wissen müssen

Die StUB ist das wohl meistdiskutierte Großprojekt in der Metropolregion, und das schon seit Jahren. Doch worum wird eigentlich so sehr gestritten? Wohin soll die StUB einmal fahren, wer bezahlt das Vorhaben - und was wären die Alternativen? Unsere Bildergalerie hat die Antworten.


Nur überzeugende Alternativen zum Auto könnten beim Pendlerverkehr helfen. Es habe sich darüber hinaus sehr gelohnt, die Bürger so intensiv an den Diskussionen zu beteiligen.

Doch sehen das wirklich alle so? Gisela Löhr kämpft als Mitorganisatorin der Bürgerinitiative (BI) "StUB ja, aber keine Kosbacher-/Wöhrmühlbrücke" für den Erhalt des Wiesengrunds. Die Querung der Regnitz ist auf Höhe der Wöhrmühlinsel vorgesehen.


Regierung billigt Planungen: Die StUB kann kommen


Zwar knüpft die Regierungsbehörde die Zustimmung dazu an verschiedene Maßnahmen, doch reicht das der Erlangerin nicht aus. "Wir hatten ja nicht erwartet, dass die Regierung die Vorzugstrasse in Bausch und Bogen verdammt", sagt sie. Enttäuscht seien die BI-Mitstreiter dennoch — "und zwar von den Erlanger Politikern".

Diese hätten ihre Vorstellungen in der Debatte ignoriert. "Wir kämpfen auf allen Ebenen weiter für eine völlig andere Lösung", sagt Löhr, "Wir sind gegen eine Trassenführung über die Wöhrmühlbrücke."

Grüne Oase für gesamte Stadt

Dass Löhr als Anwohnerin von den Veränderungen betroffen sein wird, räumt sie ein. "Klar werde ich die neue Betonbrücke jeden Tag sehen", sagt sie. Doch darum gehe es ihr gar nicht: "Ich spreche nicht von Wertminderung, sondern um die Bewahrung des Naherholungsgebietes".

Die Fläche sei ja nicht nur eine grüne Oase für Anwohner, sondern für Menschen aus der gesamten Stadt. Zudem bringe ihrer Meinung nach die Streckenführung weder weniger Verkehr noch eine erhoffte schnelle Entlastung der klimaschädlichen Treibhausgase.

 

 

Bedenken gegen eine neue Regnitztal-Brücke hatte bisher auch die Erlanger Kreisgruppe des Bundes Naturschutz (BN). Jetzt aber, da die Beurteilung aus Ansbach vorliegt, hält man sich mit offener Kritik zurück. "Wir werden die weiteren Planungen konstruktiv-kritisch begleiten und auch in den Gremien weiter mitarbeiten", sagt der Vorsitzende Rainer Hartmann. "Wenn wir jetzt sagen, wir lehnen das ab, geht das gegen das gesamte Projekt und das wollen wir auf keinen Fall gefährden", erläutert der BN-Chef.

Vielmehr werde man genau beobachten, wo man Eingriffe in die Umwelt verkleinern oder sogar verhindern könne. "Wir möchten zum Beispiel, dass im Bereich der Nürnberger Straße und der B 4 möglichst viele Baumfällungen vermieden werden", sagt Hartmann.

Der Zweckverband lädt am Mittwoch, 29. Januar, 19 Uhr, Interessierte zu einer Info-Veranstaltung zur StUB in den Erlanger Redoutensaal (Theaterplatz 1) ein.

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