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Kreisverband ERH: BRK hält an Corona-Impfdränglern fest

Es gibt zwar scharfe Kritik an Geschäftsführern, aber keine personellen Konsequenzen - 02.03.2021 16:00 Uhr

Im BRK-Kreisverband Erlangen-Höchstadt wurden bei drei Impfterminen zehn Personen geimpft, die zum Zeitpunkt der Impfung nicht zu der höchsten Prioritätsgruppe gehörten.

01.01.2012


Am vergangenen Wochenende (27. und 28. Februar 2021) hatte sich eine eigens für die Aufklärung eingesetzte Gruppe von Vorstandsmitgliedern, zu der auch der BRK-Kreisvorsitzende und CSU-Bundestagsabgeordnete Stefan Müller gehört, intensiv mit der Angelegenheit auseinandergesetzt.

Bei der Aufarbeitung bestätigten sich dabei auch Informationen dieses Medienhauses: So wurden nicht nur die Kreisgeschäftsführerin Beate Ulonska und deren Stellvertreter, Jan Pyschny, unrechtmäßig gegen das Coronavirus geimpft.

Vielmehr wurden auch deren Lebenspartner bei einem Termin im "BRK-Seniorenzentrum Wohnen und Leben Etzelskirchen" gegen Sars-CoV-2 geimpft. Insgesamt wurden bei drei Impfterminen zehn Personen geimpft, die zum Zeitpunkt der Impfung nicht der höchsten Prioritätsgruppe gemäß der Corona-Impfverordnung zuzuordnen waren. Damit wurde klar gegen geltende Bestimmungen verstoßen.

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Der BRK-Kreisvorsitzende Müller kritisiert die Impfdränger und deren Verhalten in der Mitteilung stark. So sei klar, dass auch bei der Auswahl von zusätzlichen Impfwilligen die für Jedermann geltende Impfpriorisierung eingehalten werden müsse. "Dass hier auch etwaige impfbereite Mitarbeiter des BRK, wie zum Beispiel Notfallsanitäter, nicht berücksichtigt wurden, ist für mich nicht nachvollziehbar", sagte er.

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Noch weniger nachvollziehbar sei für ihn, dass auch Lebenspartner geimpft worden seien. Insgesamt handle es sich hier um "grobes Fehlverhalten". Der Vorfall entspreche in keiner Weise den BRK-Maßstäben als Hilfsorganisation. "Ich bedauere diese Vorgänge außerordentlich", so Müller.

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Die Kreisgeschäftsführerin Ulonska und ihr Stellvertretender Pyschny betonten hingegen in der Mitteilung: "Unser damaliger Fehler entstand in einer Zeit einer großen Impfskepsis. Wir wollten mit der kurzfristigen Bereitschaft Impfskeptikern ein Vorbild sein".

Immer mehr Fälle sorgen für Aufregung

Gleichzeitig habe mit "unserer Bereitstellung" verhindert werden sollen, dass übriggebliebene Impfdosen hätten entsorgt werden müssen. "Dass in dieser Hektik nach der Impfverordnung Bevorrechtigte nicht mehr gesucht wurden und wir unüberlegt handelten, tut uns leid. Dafür entschuldigen wir uns."

In den vergangenen Tagen und Wochen hatten immer mehr Fälle von Corona-Impfdränglern für Unmut gesorgt, so etwa bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Augsburg, der Bürgermeister in Gunzenhausen sowie der Chef der Christlichen Arbeitsgemeinschaft (CAG), Florian Schoenauer, in Nürnberg. Er soll in einer Senioreneinrichtung sogar Familienangehörige bei den Impfungen bevorzugt haben.

SHARON CHAFFIN

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