StUB in Erlangen: Bürgerinitiative fordert Planungsstopp

5.2.2021, 05:54 Uhr
Die Visualisierung einer möglichen Regnitzquerung in der Ansicht aus Südwesten: Die

Die Visualisierung einer möglichen Regnitzquerung in der Ansicht aus Südwesten: Die "Wöhrmühlbrücke" sprengt aus Sicht der Bürgerinitiative alle Dimensionen. © Zweckverband Stadt-Umland-Bahn

Im Dezember 2020 wurde die Phase der Detailplanung für die StUB eingeläutet: Die "Wöhrmühlbrücke" ist beschlossene Sache: Auf 1,6 Kilometern Länge, 6,50 Metern Höhe, elf Metern Breite und mit Fundamenten, die bis zu 19 Meter tief ins Erdreich reichen, soll das Kunstbauwerk entstehen. "Das sind Dimensionen, die jene des Dechsendorfer Damms zum Teil um ein Mehrfaches überschreiten. Alternativen werden ab sofort definitiv nicht mehr betrachtet. Darauf müssen wir reagieren", sagt BI-Sprecherin Gisela Löhr.

Bündelung mit vorhandenen Verkehrsachsen

Die Bürgerinitiative betont, man habe die StUB "generell nie abgelehnt", über die Jahre wurde für die Wiesengrund-Querung wiederholt eine Bündelung mit vorhandenen Verkehrsachsen und die Nutzung des vorhandenen Straßenraums gefordert. "Nur so kann die StUB ihrem Anspruch, ein ökologisches und ein Klimaschutzprojekt zu sein, gerecht werden", sagt Löhr. Nun habe die Stadt mit dem Ja der Fraktionen zu den StUB-Planungen "vollendete Tatsachen geschaffen", moniert die BI.

"Keine realistische Chance mehr"

Das Fazit der Umweltschützer: "Mit der neuen Sachlage sehen wir keine realistische Chance mehr für eine ökologische StUB – und auch keine Grundlage für eine offene, kritische Diskussion. Unsere gut begründeten Bedenken bezüglich der Zerstörung des Wiesengrundes wurden nicht wirklich ernst genommen."

Kampf für den Erhalt des Wiesengrundes

Als Konsequenz wollen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative nun für einen sofortigen Planungsstopp bei der Stadt-Umland-Bahn einsetzen. "Unsere neue Position ,StUB – so nicht!’ bringt das zum Ausdruck", erklärt Gisela Löhr und fügt hinzu: "Ab sofort kämpfen wir weiter für den Erhalt des Wiesengrundes, den Erhalt von schützenswerter Natur – also für Wald und Hecken, landwirtschaftliche Flächen, Biotope und Grünflächen. Denn: Der Verbrauch dieser Flächen für die StUB-Trasse ist viel zu groß – 70 Prozent der Trassenflächen verbrauchen unbebaute Naturflächen und Ackerland." Und weiter: In der Öko- und CO2-Bilanz ist das StUB-Projekt in seiner derzeitigen Form absolut negativ", klagt Löhr.

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