StUB-Ostast soll seine Chance bekommen

11.5.2021, 14:31 Uhr
Der alte Eschenauer Bahnhof kündet noch von „Seekuh“-Zeiten. Die StUB-Zukunft, so sie dann kommt, wird deutlich moderner.

Der alte Eschenauer Bahnhof kündet noch von „Seekuh“-Zeiten. Die StUB-Zukunft, so sie dann kommt, wird deutlich moderner. © Edgar Pfrogner

Im Kreisausschuss wurde bereits ein erstes Stimmungsbild abgefragt, wie die Kreisrätinnen und -räte zur Erweiterung des Verkehrs-Infrastrukturprojektes stehen. Zur Erinnerung: Im "Landkreisübergreifenden Interkommunalen Bündnis Ostast StUB" (LIBOS) sind 14 Gemeinden – sechs aus dem Landkreis ERH, sieben aus dem Landkreis Forchheim – organisiert, die von einem möglichen Ostast mehr oder weniger stark betroffen wären.

Georg Förster meldete sich zu Wort

Als Sprecher dieser Gemeinden fungiert der ehemalige Buckenhofer Bürgermeister Georg Förster, der sich auch bei der Kreistagssitzung in der Adelsdorfer Aischtalhalle zu Wort meldete: Man müsse die grundsätzlich vorhandene Zustimmung differenziert betrachten, weil manche Gemeinde mangels Direktanschluss nur mittelbar von der Stadt-Umland-Bahn profitiert.

Zeitnaher Runder Tisch

Förster schlug einen zeitnahen Runden Tisch (möglichst kurz nach Pfingsten) vor, in dem sich betroffene Bürgermeister und Kreis-Fraktionsvorsitzende zusammen mit dem Landkreis-Führungsteam über das weitere Vorgehen austauschen wollen. In den meisten Parteien gebe es inzwischen eine Haltung "pro StUB". Auch vonseiten des Bundes kam vor nicht allzu langer Zeit ein klares Signal, dass das Projekt umgesetzt werden solle. Weil die Umweltziele, die sich Deutschland gesetzt hat, sich auf Dauer nur mit einem schienengebundenen Verkehrsmittel durchsetzen lassen.

Forchheim berät über Beitritt

"Wir haben eine Riesenchance für eine barrierefreie Beförderung aller Menschen. Denken Sie an Ihre Kinder, denken sie an Ihre Enkel", appellierte Förster an die 60 Ratsmitglieder, die an der Sitzung teilnahmen. Ewig Zeit lassen dürfe man sich mit der Entscheidung nicht, mahnte Förster. Im Nachbarlandkreis Forchheim, der analog zur "Seekuh" seligen Angedenkens in Neunkirchen wieder eine Haltestelle bekommen soll, trifft sich etwa der Landkreis-Mobilitätsausschuss schon am Dienstag, 18. Mai, ab 15 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes. Dann soll es auch um den Beitritt des Landkreises Forchheim zum Zweckverband Stadtumlandbahn-Ostast gehen. 

 

Vom "L" zum "T"

Georg Förster betonte, dass die Ostast-Pläne keinesfalls die Realisierung des längst beschlossenen "L-Netzes" von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach gefährden sollen und dürfen. Im vergangenen Jahr war das Münchner Beraterbüro "Intraplan Consult GmbH" hinzugezogen worden, um die Rahmenbedingungen bei einer Erweiterung vom "L" zum "T" zu analysieren. Martin Arnold von "Intraplan" stellte im Kreistag die Kosten-Nutzen-Schätzungen vor und betonte, dass Vor- und Entwurfsplanung zu den richtig teuren Posten zählen.

Erwartbares Stimmungsbild

Das Stimmungsbild, das sich nach Arnolds Referat im Kreistag abzeichnete, war in großen Zügen so erwartbar gewesen. CSU und SPD sind schon seit Jahren für den Bau der StUB – und das schließt angesichts verbesserter Förder-Rahmenbedingungen auch den Ostast und sogar die bisher nur angedachte Trasse über Dechsendorf nach Adelsdorf und Höchstadt ein.

FDP änderte ihre Meinung

Die Meinung geändert hat man über die Jahre bei der Kreis-FDP: "Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker weiß, dass ich im Stadtrat früher gegen die StUB gestimmt habe", meinte etwa FDP-Rätin Britta Dassler. Heute stünden die Liberalen aber hinter dem Bau des Verkehrsmittels. Das haben sie mit der Fraktion von Bündnis 90/Grüne gemeinsam, die das hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit deutlich vor dem Auto rangierende Projekt seit geraumer Zeit unterstützen.

Freie Wähler lehnen StUB weiter ab

Dagegen halten die Freien Wähler an ihrer kategorischen Ablehnung fest, flankiert von der AfD, die ähnliche Positionen vertritt: "Die Freie-Wähler-Fraktion ist mehrheitlich der Meinung, dass die StUB kein geeignetes Verkehrsmittel für den ländlichen Raum ist", trug Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal aus dem Positionspapier seiner Partei vor.

Homeoffice ist die Zukunft

Das Homeoffice sei der Arbeitsplatz der Zukunft. Und das von den FW angestrengte Bürgerbegehren von 2015, bei dem sich die Landkreis-Bewohnerinnen und -bewohner mehrheitlich gegen den Beitritt des Landkreises zum StUB-Zweckverband aussprachen, sei "richtig und wichtig" gewesen.

Erneute Befragung der Bürger

Daher sei es auch geboten, die Landkreis-Bürger bei Änderungen wie dem Ostast erneut zu befragen. Dies soll aber erst dann geschehen, wenn die Erlangerinnen und Erlanger sich erneut zu den StUB-Planungen für das Stadtgebiet geäußert haben: Hier soll der Souverän entscheiden, nicht zuletzt, weil die Eingriffe durch den Straßenbahnbau auf Stadtgebiet massiv sind. Grünes Licht zu den Planungen will der Kreistag schon vorher geben, denn die entscheidende Sitzung zum Thema "Ostast" steht bereits im Juli an.

 

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