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Traumstart: Die Brauerei Oberle in Erlangen

In der Fischerei im Ortsteil Kosbach werden vier Sorten gebraut - 25.08.2020 18:00 Uhr

Während in der Anfangszeit der Sud noch in einem Waschbottich eingemaischt wurde, verfügt die „Hofbräu“ mittlerweile über eine veritable Brauanlage, die hier Peter Oberle bedient.

© Harald Hofmann


Die Idee kam Peter Oberle ausgerechnet am anderen Ende der Welt, als er in Australien ein Fischerei-Praktikum machte. Angeregt durch einen Bekannten der Familie beschloss er, nach seiner Rückkehr in die "Fischerei" im Erlanger Ortsteil Kosbach selbst Bier zu brauen – da war er noch in der Koch-Lehre und entsprechend neugierig und experimentierfreudig.

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Los ging es mit einem großen Waschbottich, in dem der erste Sud eingemaischt wurde. Die Rohstoffe dafür waren kein Problem. Die gibt es in Erlangen und Mittelfranken an vielen Orten. Heute, zehn Jahre später, hat die Sache längst Hand und Fuß bekommen: In der Scheune des Anwesens steht eine veritable Brauanlage, in der ein "richtiger" Brauer das Regiment führt und Sud für Sud vier Biersorten herstellt – ein halbdunkles Landbier, das den Namen Hofbier bekam, ein naturtrübes helles Weizenbier, ein klassisches Helles mit dem Taufnamen seines Brau-Herrn (Peterla) sowie ein eher dunkles Kellerweizen, das durch eine spezielle Hopfensorte seinen frischen Geschmack erhält.

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Und, ganz aktuell, ein Dinkelbier, das sich ganz ungeniert an das Dinkelbier in der Brauerei Steinbach in der Erlanger Altstadt anlehnt – was wunder, kommt doch Oberles Brauer David Achatz aus der Steinbach-Bräu, wo er seine Gesellenprüfung ablegte und demnächst in Bayreuth seinen Braumeister macht. Das mit der Brauanlage in der Scheune, die einen Durchsatz von bis zu 600 Liter pro Sud hat (und zweimal wöchentlich angeheizt wird), hat auch eine Vorgeschichte, die bis zu einer Braumesse in Nürnberg zurückreicht. Dort hatte ein chinesischer Hersteller die Anlage hingeschafft, in der Absicht, sie schließlich im Erlanger Vorort zu lassen.

Ingenieur aus China

Peter Oberle erinnert sich noch lebhaft daran, dass nach der Messe – "dort stand nur noch eine Pseudo-Anlage, der Rest war schon bei uns" – ein chinesischer Ingenieur zwei Wochen damit beschäftigt war, die Brauanlage zum Laufen zu bringen.

Abgefüllt werden kann der Oberle-Gerstensaft nicht nur in Zwei- und Ein-Liter-Leihflaschen (links mit David Achatz), sondern auch in Fässer unterschiedlichster Party-Größe.

© Foto: Harald Hofmann


Und heute: "Funktioniert einwandfrei", sagt David Achatz, der nicht nur über Sudkessel, Läuterbottich und diverse Tanks verfügt, sondern auch Zwei- und Ein-Liter-Leihflaschen abfüllen kann – und natürlich Fässer unterschiedlichster Party-Größe. "Die Fässer benötigen wir vor allem für die vielen Feste, die wir beliefern", erklärt Peter Oberle, der mit dem schwarzen T-Shirt mit einem Karpfen als "Haustier" der Oberles auch ein passendes Label für sein Hofbräu gefunden hat. Zu den festen Abnehmern neben den Festen gehören das Gasthaus Gambrinus (gegenüber der Steinbach-Brauerei in der Vierzigmannstraße), das Gasthaus Noppenberger in Untermembach und die Humbser Schaubrauerei in Fürth.

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Der heute (noch ledige) 25-Jährige, der derzeit Lebensmittelmanagement studiert, ist mit dem Start in den ersten zwei Jahren jedenfalls sehr zufrieden. "Insgesamt dürften wir bisher rund 700 Hektoliter Bier gebraut haben", zählt er zusammen und ist stolz, dem Hof, der sich seit 1650 in Familienbesitz befindet, eine neue, eigene Facette hinzugefügt zu haben.

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"Als 13. Generation", so ist er überzeugt, "wird die Zahl 13 ja wohl Glück bringen." So wie der Brauer-Spruch, den David Achatz gerne anfügt: "Allzeit gut Sud!".

pm

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