Zum Schutz vor Coronavirus: FIS schließt Turnhalle

4.3.2020, 14:00 Uhr
Die Turnhalle der Frankonian International School bleibt vorerst bis zum 15. März für außerschulische Nutzung gesperrt. Die Schulleitung will so die Verbreitung des Corona-Viruses verhindern.

Die Turnhalle der Frankonian International School bleibt vorerst bis zum 15. März für außerschulische Nutzung gesperrt. Die Schulleitung will so die Verbreitung des Corona-Viruses verhindern. © Stefan Mößler-Rademacher

Dr. med. Andreas Hammel vom CVJM Basketball-Team Erlangen gefällt das überhaupt nicht. Jeden Dienstag trainieren die "Herren 2" von 20.30 bis 22 Uhr in der FIS-Turnhalle. Dr. Hammel geht es "ums Prinzip". Aus medizinischer Sicht sei die Sperrung der FIS-Turnhalle "ohne rationale Begründung" erfolgt. Gesunden Menschen werde verweigert, ihren Sport zu betreiben.

Außerdem, so Dr. Hammel, sei dieser Schritt "völlig unangemessen und losgelöst von allen aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts". Die Sperrung der Turnhalle wegen des Corona-Virus bringe "keinerlei Zuwachs an Schutz für niemanden."

An der Eingangstür zur Turnhalle wird auf die „entsprechende Vorsorge“ der Schule hingewiesen.

An der Eingangstür zur Turnhalle wird auf die „entsprechende Vorsorge“ der Schule hingewiesen. © Stefan Mößler-Rademacher

Die FIS-Schulleitung sieht das natürlich völlig anders. Es gehe um den Schutz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer, wenn zur gleichen Zeit die Turnhalle von anderen genutzt werde. "Wir mussten überlegen, welche Prioritäten wir setzen", sagt Petra Niemczyk, die stellvertretende Schulleiterin. "Wir können uns nicht alle 50 Gruppen einzeln anschauen, die nach 16 Uhr die Turnhalle benutzen".

Neben dem CVJM Basketball-Team sind das zum Beispiel eine Jugendmannschaft des HC Erlangen, Yoga-Gruppen oder ein spanischer Chor. "Hinzu kommt", sagt Petra Niemczyk, "dass an unserer Schule andere Bedingungen als an anderen Schulen herrschen." FIS-Schülerinnen und Schüler kommen aus allen Herren Ländern. "Wir sind doch kein Hochsicherheitstrakt", sagt Petra Niemczyk. "Wir können die Turnhalle nicht kontrollieren."

Auch Tobias Krimmer, der die Tischtennis-Jugend bei der SpVgg Erlangen betreut, findet die FIS-Entscheidung "übertrieben". Ob sich die Situation bis zum 15. März entspanne, müsse man abwarten. Krimmer selbst glaubt aber nicht daran.

In Erlangen gibt es zurzeit einen Mediziner, der wegen des Corona-Virus isoliert wird. Sonst sind derzeit keine weitere Infektionen mit der Lungenkrankheit in der Hugenottenstadt bekannt.