Donnerstag, 17.10.2019

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Basketball: Franken-Riese Thiemann schielt auf die WM

Profi aus Neunkirchen über Konkurrenzkampf im deutschen Nationalteam - 14.08.2019 12:20 Uhr

Johannes Thiemann (gelbes Trikot), im Bild im Luftzweikampf dem Münchener Vladimir Lucic, zog mit seinen Alba Berlin in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft den Kürzeren, darf nun aber auf die WM-Teilnahme hoffen. © Foto: Matthias Balk/dpa


Zwischen Trainingseinheiten und Medienterminen nahm sich der 25-Jährige Zwei-Meter-Hüne von Alba Berlin Zeit für ein Gespräch in die Heimat.

Herr Thiemann, wie zufrieden sind Sie mit der ersten Saison in der Hauptstadt?

Johannes Thiemann: Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Wir sind in drei Wettbewerben im Finale als Verlierer vom Platz gegangen, können aber trotzdem auf die Leistung stolz sein. Persönlich habe ich wie jeder Neue in einer Mannschaft etwas Anlaufzeit gebraucht und kam dann immer besser in Fahrt.

Die Nominierung in den vorläufigen WM-Kader darf als Belohnung dafür gesehen werden. Gibt es einen alternativen Urlaubsplan, falls es doch nichts mit der China-Reise wird?

Thiemann: Ich muss gestehen, dass ich schon mit der Berufung in den 16er Kader gerechnet habe, da ich ja auch schon bei der EM vor zwei Jahren dabei war. Urlaub würde es so oder so nicht geben. Im Verein beginnt schon wieder die Saison-Vorbereitung.

Neben dem Länderspiel-Debüt vor drei Jahren stand im Sommer 2016 der Wechsel nach Ludwigsburg. Hätten Sie sich das damals träumen lassen, 2019 Aussichten auf eine WM-Teilnahme zu besitzen?

Thiemann: Das war tatsächlich ganz weit entfernt und unrealistisch. Ich bin ja nur wegen der Absage von Tibor Pleiß reingerutscht. Aber Glück gehört eben manchmal dazu.

Johannes Thiemann fing als Spätstarter mit 15 Jahren beim Basketball im TB Erlangen an, zog mit 16 von zu Hause in Neunkirchen in eine Wohngemeinschaft nach Bamberg und debütierte dort mit 18 in der Bundesliga. Der Durchbruch als Profi allerdings gelang schließlich erst über den Umweg in Baunach. © Foto: Harald Tittel/dpa


Die Konkurrenz hat sich dem Eindruck nach seitdem eher noch verschärft – stimmt das?

Thiemann: Wenn man die Namen auf den großen Positionen liest, sagt das doch schon alles. Die Qualität in der Nationalmannschaft ist gestiegen und von unten drängen bereits die Jungen nach. Sie bekommen mehr Vertrauen in den Vereinen, das ist eine gute Entwicklung.

Ihr Karriereweg des behutsamen Aufbaus in Bambergs Kooperationsmannschaften bis zum Bundesliga-Debüt, ist der denn heute noch denkbar?

Thiemann: Wahrscheinlich wäre es außerhalb der Norm, weil Talente inzwischen noch früher mit Erwartungen und einem gewissen Hype konfrontiert sind.

Sie wirken relativ locker, sind lächelnd auf Bildern in Trier zu sehen. Wie passt das zur Anspannung, zum Kampf um die Kaderplätze?

Thiemann: Jedem Spieler ist bewusst, worum es gerade in der Turnier-Vorbereitung geht. Jeder einzelne arbeitet täglich hart, weil er dabei sein möchte. Aber wir haben auch ein gemeinsames Ziel und verstehen uns untereinander wirklich gut. Diese Atmosphäre hat uns in den letzten Jahren ausgezeichnet. Da braucht es keine Extra-Ellenbogen im Training.

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Dafür lustige Typen wie den Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski, der sportlich irgendwann nur noch selten zum Zug kam?

Thiemann: Hinter den gesetzten Größen auf den verschiedenen Positionen hat ein Basketball-Trainer klar definierte Rollen zu vergeben. Das bedeutet, auch mit weniger Einsatzzeit für Energie auf dem Feld und daneben zu sorgen. Wer der Team-Chemie hilft, muss deshalb jetzt vielleicht gar nicht mit lauter Würfen auf sich aufmerksam machen.

Wie weit kann es beim Turnier in China gehen?

Thiemann: Es ist schwer, Erfolg oder Misserfolg an eine bestimmte Platzierung zu knüpfen. Wir haben ein unglaubliches Talent versammelt und wollen zunächst die Gruppenphase überstehen. Danach ist in jedem Spiel für sich genommen etwas möglich. Die Olympia-Qualifikation wäre natürlich ein Traum.

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