Neue Produktionsabläufe

Brauerei Rittmayer investiert viel in ökologische Abwasserreinigung

12.11.2021, 11:06 Uhr

© Brauerei Rittmayer

Sowohl Tank als auch Kläranlage sind zentrale Bestandteile einer ganzheitlichen Abwasserbehandlung im Produktionsprozess der Brauerei und ergänzen die bestehenden ökologischen wie ökonomischen Maßnahmen maßgeblich. Der Misch- und Ausgleichstank dient im ersten Schritt zur Abwasservorbehandlung im Brauprozess, während die Kläranlage eine sogenannte anaerobe Abwasserreinigung übernimmt.

Beide Elemente ermöglichen es, die organische Fracht im Abwasser um rund 80 Prozent auf das Niveau von Haushaltsabwasser zu reduzieren. Gleichzeitig wird ein lokal betriebener Gasspeicher von der Kläranlage gespeist, der Biomethan für das Blockheizkraftwerk zur Ökostrom- und Wärmegewinnung im Betrieb liefert. Die Brauerei Rittmayer setzt hiermit ihre Ausrichtung eines konsequent nachhaltigen Produktionsprozesses weiter fort.

137 Tonnen CO₂ einsparen

„Wir freuen uns sehr, nach einem umfangreichen Baugenehmigungsverfahren und einer coronabedingten Rohstoff- beziehungsweise Baumaterialverknappung, unsere Umweltstandards im Abfüll- und Brauprozess weiter erhöhen zu können. Der Misch- und Ausgleichstank entspricht den neuesten technischen sowie höchsten ökologischen Standards. Mit der eingesetzten Mess- und Regeltechnik wird eine automatisierte, prozessstabile Abwasservorbehandlung erreicht.

Unser parallel in Betrieb genommenes Klärwerk unterstützt bei der anaeroben Abwasservorbehandlung, um dieses bestmöglich biologisch abzubauen. Mit einer hieran angebundenen Biogasgewinnung sind wir zukünftig in der Lage, über das Klärwerk eine CO₂-neutrale Eigenstromerzeugung mit rund 612.000 KW/h Gas vorzunehmen und dabei rund 137 Tonnen CO₂ einzusparen“, erläutert Georg Rittmayer, Geschäftsführer der Brauerei.

Ökologische Meilensteine

Die jüngst umgesetzten Baumaßnahmen ergänzen eine lange Liste verschiedener ökologischer Maßnahmen, die die Brauerei bereits durchgeführt hat: So konnten seit 2005 mit Hilfe einer Stickstoffstoffgewinnungsanlage regelmäßige CO₂-Einsparungen von 140 Tonnen pro Jahr erzielt und seit 2013, bedingt durch eine Umstellung auf eine Holzhackschnitzelheizung, rund 140.000 Liter Heizöl im Jahr eingespart werden.

Weitere Maßnahmen, wie die Umstellung des Strombezugs aus Wasserkraft, die Einführung eines Energiesparprogramms mittels Wärmespeicher oder auch die Einführung eines eigenen Energie- und Wertstoffkreislaufes tragen ebenfalls mit dazu bei, dass die Brauerei Rittmayer seit Jahrzehnten zu den umweltfreundlichsten Brauereien in Bayern zählt.

Brauerei seit 1422

Die Brauerei Rittmayer besteht seit 1422. Sie braut bis heute unter strikter Einhaltung des Reinheitsgebots von 1516 und wird gemeinsam von Georg Rittmayer und Simon Friedrich geleitet. Die Brauerei Rittmayer zählt mit rund 100.000 Hektolitern Lohnabfüllungen und rund 30.000 Hektolitern Eigenherstellung zu den führenden Brauerei- und Abfüllbetrieben in Bayern. Heute beschäftigt die Brauerei Rittmayer knapp 50 Mitarbeiter und betreibt parallel eine Gastwirtschaft sowie zwei Bierkeller in Hallerndorf.

Dem Betrieb wurde im Sommer vom früheren Bürgermeister Torsten Gunselmann die Hauptverantwortung für einen Störfall in der Kläranlage zugeschrieben, was sich allerdings nicht bestätigen ließ (wir berichteten). Die jetzt getätigten Investitionen seien eine Konsequenz aus der Abwasserproblematik, „um zukünftig das von beiden Gemeinden genutzte Klärwerk bestmöglich zu unterstützen“, sagte Rittmayer damals. Die Kläranlage ist vor allem durch hohe Einleitungsmengen aus Hallerndorf stark belastet.

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