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Corona-Impfung im Landkreis Forchheim: Online-Registrierung ist der schnellste Weg

Wer wird wann geimpft? Der Leiter des Impfzentrums beantwortet Fragen - 11.03.2021 07:00 Uhr

Die Rückansicht des Forchheimer Impfzentrums. 

10.03.2021


Herr Weiß, viele fragen sich, ob es mit dem Impfen voran geht. Was können Sie dazu sagen?

Ja, es geht voran. Wir impfen die ganze Zeit, sowohl im Impfzentrum als auch bei den Terminen in den Gemeinden, und freuen uns, dass es endlich eine gewisse Regelmäßigkeit bei der Impfstofflieferung gibt. Denn die brauchen wir zur Terminvereinbarung. Außerdem merken wir inzwischen eine deutliche Steigerung der Impfstoffmenge.

Können Sie das in Zahlen fassen?

In der vergangenen Woche konnten wir durchschnittlich 224 Dosen pro Tag verimpfen, diese Woche werden es schon 373 sein. Damit gehen wir über die Kapazitäten des Impfzentrums, das momentan für 300 Impfungen am Tag ausgelegt ist, aber das ist auch gut so.

Impfen Sie noch ausschließlich Personen der Prio-Gruppe 1 oder inzwischen auch aus der Gruppe 2?

Wir befinden uns gerade im Wechsel zwischen Gruppe 1 und 2. In der ersten Gruppe der Über-80-Jährigen sind noch etwa 500 Personen übrig, die sich angemeldet, aber bisher noch keinen Termin erhalten haben. Das sind häufig diejenigen, die sich für die Termine in den Gemeinden angemeldet haben. Ihnen bieten wir nun auch an, dass sie einen früheren Termin im Impfzentrum wahrnehmen können.

Sebastian Weiß leitet das Forchheimer Impfzentrum, das von ASB und UGeF betrieben wird. Nach seiner Ausbildung zum Fachwirt für Prävention und Gesundheitsmanagement und Studium zum Gesundheitsmanager war er von 2013 bis 2020 Projektleiter für Teambuilding und Gesundheitsmanagement im Hubert-Schwarz-Zentrum.

10.03.2021 © Foto: Jana Schneeberg


Die Redaktion erreichen immer wieder Nachfragen, warum Menschen, die sich angemeldet haben und der Gruppe 1 oder 2 angehören, noch keinen Termin haben.

Ja, es gibt Fälle, auf die das zutrifft. Das Problem liegt in der telefonischen Anmeldung, die anfangs noch erfolgte, ohne dass man sich online registrieren konnte. Aus diesem Grund können wir diese Personen nur telefonisch erreichen. Das kostet viel Zeit. Deswegen empfehlen wir allen, auch denjenigen, die sich in den vergangenen Wochen telefonisch oder per E-Mail angemeldet haben, sich nochmals online zu registrieren. Das hat viele Vorteile.

Welche sind das?

Es ist der einfachste und schnellste Weg, einen Termin zu bekommen. Das System arbeitet chronologisch. Wer in der Prio-Gruppe 1 ist, wird sehr schnell einen Termin bekommen, da er vorrangig vor der Prio-Gruppe 2 eingestuft wird. Außerdem ist es möglich, in der Online-Registrierung jederzeit seine Daten zu ändern, etwa wenn sich für jemanden die Prio-Gruppe ändert. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn man vom Arzt eine spezielle Erkrankung diagnostiziert bekommt oder weil die Frau schwanger wird und der Mann dann als Kontaktperson in die Prio-Gruppe 2 eingestuft wird.

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In sechs Stufen zum Corona-Schutz: Durch das Impfzentrum in Forchheim

Mit einem großen Kraftakt haben das Technische Hilfswerk und mehrere Feuerwehren des Landkreises in den letzten Tagen das Forchheimer Impfzentrum im ehemaligen Schülerwohnheim "Don Bosco" eingerichtet. Es ist eines von zwölf in ganz Oberfranken und soll, wenn es in Betrieb geht, mindestens 300 Impfungen pro Tag schaffen. Am Mittwochabend gab eine erste Trockenübung – natürlich noch ohne den Impfstoff – um die Abläufe erproben und betrachten zu können. Die Nordbayerischen Nachrichten waren mit dabei und erklären, was die Impfwilligen dort erwartet.


Was ist mit denjenigen, die sich nicht online registrieren können?

Diese Personen können nach wie vor bei uns im Impfzentrum anrufen. Dann werden unsere Mitarbeiter an der Telefonhotline mit ihnen zusammen die Online-Registrierung durchführen. Für Bürger in der Prio 1 kann oft direkt ein Termin vergeben werden.

Braucht man einen Nachweis, um sich als Person der Prio-Gruppe-2 auszuweisen.

Ja, das ist unbedingt notwendig und sorgt gerade immer wieder für Unmut. Denn leider ist es so, dass wir pro Woche zwischen fünf und sieben Prozent derjenigen, die einen Termin haben, wieder wegschicken müssen, weil sie die nötigen Nachweise nicht mitgebracht haben.


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Können Sie Beispiele nennen?

Bei älteren Menschen über 70 Jahre reicht der Ausweis mit dem Geburtsdatum. Leute, die aufgrund ihrer Tätigkeit in die Prio-Gruppe 2 eingestuft wurden, müssen zwingend eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers mitbringen. Wer Betreuungsperson eines Pflegebedürftigen ist, muss dies ebenfalls nachweisen. Wer aufgrund einer medizinischen Diagnose zur Prio-Gruppe zählt, muss ein Attest seines Hausarztes dabei haben, welches nachweist, dass der Patient gemäß der Coronavirus-Impfverordnung impfberechtigt ist. Die Hausärzte im Landkreis sind von uns über das Vorgehen informiert worden. Wichtig ist, dass die Bescheinigungen nachweisen, was bei der Registrierung angegeben wird.

Das heißt, es gab auch Fälle, in denen jemand zwar einen Nachweis hatte, aber dieser nicht der richtige war.

Ja, leider. Da kam zum Beispiel ein Herr, der eine Arbeitgeberbescheinigung dabei hatte. Doch sein Beruf galt nicht als Einordnung in die Prio-Gruppe 2. Trotzdem erhielt er vom Computersystem den Termin zur Impfung. Also forschten wir nach, was er angeklickt hatte und kamen nach längerem Suchen darauf, dass er Vater einer schwangeren Tochter ist und als Kontaktperson gilt. Den Nachweis für die Schwangerschaft seiner Tochter hatte er aber leider nicht dabei. Daher konnte er an diesem Tag keine Impfung erhalten.


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Impfen Sie bereits Lehrkräfte und Erzieherinnen?

Ich habe keinen genauen Einblick, weil das System für die bayerischen Impfzentren die Termine automatisch vergibt, aber davon bin ich überzeugt. Was auffällt, ist, dass die Vorbehalte gegenüber dem AstraZeneca-Impfstoff inzwischen zum Glück überwunden sind. Wenn wir Termine freigeben, sind die in der Regel in wenigen Stunden vergeben.

Die Registrierung ist unter impfzentren.bayern/citizen/ möglich. Das Forchheimer Impfzentrum ist unter (09191)950 46 06 erreichbar.

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