Oberer Vogelberg: Kleingeseeer lehnen Funkmast ab

29.1.2021, 18:14 Uhr
Für Kleingesee soll eine neue Mobilfunksendeanlage gebaut werden. Noch ist nicht schlussendlich entschieden, wo er stehen soll. Das Bild zeigt den Ortsteil Oberer Vogelberg. Darüber in den Staatswald auf der Kuppe soll der Sendemast hinkommen.

Für Kleingesee soll eine neue Mobilfunksendeanlage gebaut werden. Noch ist nicht schlussendlich entschieden, wo er stehen soll. Das Bild zeigt den Ortsteil Oberer Vogelberg. Darüber in den Staatswald auf der Kuppe soll der Sendemast hinkommen. © Foto: Thomas Weichert

Zum geplanten Funkmaststandort auf dem Grundstück der Bayerischen Staatsforsten der Gemarkung Kleingesee im Staatswald am Oberen Vogelberg regt sich in Kleingesee seit einiger Zeit Widerstand, weil der Mast aus Sicht der Kleingeseer zu nahe an der Wohnbebauung errichtet werden soll.

Denn der geplante Funkmast des Mobilfunkunternehmens Telefónica (zu dem auch o2 gehört) sei nur 360 Meter vom letzten Wohnhaus weg. "Sehr viele Bürger in Kleingesee sind erschrocken und haben eine Initiative gegründet mit dem Ziel, den Beschluss umzuändern", erklärte die Kleingeseer Markträtin Tanja Rost (JuF) bereits während der Ratssitzung Ende November.


Auch in Gößweinstein selbst ging es erst vor kurzem um den Standort für einen Funkmast


Der Gemeinderat beschloss damals deshalb, dass er den geplanten Neubau einer Mobilfunksendeanlage bei Kleingesee zwar grundsätzlich begrüße, aber am Verfahren der Standortsuche mitwirken will. Die Frist zur Mitwirkung wurde nun vom Mobilfunkbetreiber bis zum 31. Januar verlängert.

Inzwischen hat sich in Kleingesee ein Arbeitskreis gebildet der inzwischen auch drei Standortalternativen vorgeschlagen hat. Gerade noch rechtzeitig vor Ablauf der Frist hat der Gemeinderat über diese Alternativen beraten und letztendlich einstimmig beschlossen, dass er diese drei Alternativstandorte der Telefónica zur Überprüfung des Neubaues ihrer Mobilfunksendeanlage vorschlägt.

Drei Möglichkeiten

Der erste Alternativstandort "Wildwiese" liegt 880 Meter von der Wohnbebauung weg. Ein weiterer auf dem Gebiet der Stadt Pottenstein 1330 Meter und der dritte 1090 Meter. Auch wenn etwa 60 Prozent der Kleingeseeer in diesen Bereichen gar keinen Funkturm haben wollen, sei dies aber keine Option, so Rost. Den Bedenken und Sorgen der Bürger müsse jedoch Rechnung getragen werden. Und es sollte auch noch überprüft werden, ob man nicht andere, bereits vorhandene Funkmasten mitnutzen kann. Besonders bei Stadelhofen gäbe es einen "weißen Fleck", so Rost.

Marco Brendel (BMG), der weitere Sprecher des Arbeitskreises "Funkmast Kleingesee", betonte, dass sich 150 Bürger für den anvisierten Standort aussprachen. Die bisherige Netzleistung des Mobilfunks wurde von gut bis schlecht bewertet. "Der Funkmast sollte aus psychischer Sicht so wenig wie möglich gesehen werden", so Brendel, der betonte: "Wir müssen nun einfach in die technische Prüfung gehen."

Auch das Landschaftsbild sollte nicht verschandelt werden. Laut Brendel hätten Anwohner aber auch Sorge wegen der Strahlenbelastung und wünschen sich, dass ein Alternativstandort weiter in Richtung des Staatswalds und mehr abseits ihrer Häuser gesucht wird.

Die Telefónica teilte dem Gemeinderat inzwischen mit, dass für sie eine sachliche und ohne Verzögerung geführte Entscheidungsfindung entscheidend ist: "Grundsätzlich muss allerdings der Fairness halber festgehalten werden, dass ,Aus den Augen, aus dem Sinn‘ kein Kriterium einer Standortsuche für eine zukunftsfähige mobile Breitbandversorgung ist. Wesentlich bleibt die funktechnische Eignung einer Alternative für unser Versorgungsziel. Diese Eignung kann auf Basis konkreter Standortkoordinaten geprüft werden", so die Telefónica.

Für Bernhard Vogel (SPD) ist es wichtig, dass die Leute zum Thema Funkmast richtig informiert werden: "Man müsste den Leuten auch mal erzählen, dass ein Mikrowellenherd mehr strahlt", so Vogel, und den Masten nicht nur 200 Meter weiter raus zu setzen.

Das Erfolgsrezept ist aus Vogels Sicht, die Menschen mitzunehmen und zu erklären, wie weit diese Technik schon in ihren Lebensbereich Einzug gehalten hat.

Abzuwarten bleibt nun die Überprüfung des Mobilfunkbetreibers, ob die drei nun vorgeschlagenen Alternativstandorte, beziehungsweise mindestens einer davon, eine Option sind.

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