Route wird nicht verlegt: Fünf-Seidla-Steig bleibt wie er ist

9.3.2020, 09:43 Uhr

© Kevin Gudd

Die Probleme sind nicht von der Hand zu weisen. Lärm, Müll und Vandalismus. Die Folge: "2014 kamen die ersten Anträge, den Weg in Teilbereichen zu verlegen", sagte Nekolla. Seit 2018 wurden darüber Diskussionen geführt. Nun hat der Fränkische Schweiz Verein (FSV), Ortsgruppe Thuisbrunn, aufgrund der Probleme in Hohenschwärz einen Antrag auf Verlegung des Frankenwegs gestellt und damit verbunden in dem Bereich auch den Fünf-Seidla-Steig.

Eins vorweg: Der Frankenweg wird nicht verlegt. Mit den Brauereien wurde die vom FSV vorgeschlagene neue Route des Bierweges abgelaufen. Diese führe dann nicht mehr durch die Siedlung und das Wohngebiet, weshalb die Bürger entlastet werden könnten. Einfach realisierbar wäre es aber nicht, da die neue Route an der Straße Neusles-Hohenschwärz entlang führen würde.

Der Weg soll hier in Richtung Neusles am linken Straßenrand bis zum Fahrbahnteiler verlaufen. Am Fahrbahnteiler sollen die Wanderer die Straße überqueren und dann am rechten Straßenrand weiter bis zum Feldweg gehen.

Haftung für neuen Weg ist nicht geklärt

Wie sollte dieser Teilabschnitt entlang der Ortsverbindungsstraße gesichert werden, waren die Bedenken der Stadt. Eine Verkehrsschau mit der Polizei fand deshalb statt. Das Ergebnis war, den Weg außerhalb der Ortschaft als geschotterten Seitenstreifen neben der Fahrbahn verlaufen zu lassen. Dieser Gehweg sollte 2,50 Meter breit sein. Die Kosten für diesen Seitenstreifen wurden mit 10.000 Euro beziffert. Die Haftung für den neuen Weg ist nicht geklärt.


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Angesichts der vielen Beschwerden bei jeder Bürgerversammlung, gerade in Hohenschwärz und der im Vorfeld stattgefundenen Diskussionen über diesen Bierweg, war Bürgermeister Nekolla der Meinung, der Stadtrat solle seine Meinung dazu äußern. Einen Weg, es allen recht zu machen, werde man nicht finden.

Allerdings hob Nekolla hervor, dass die Betreiber bemüht seien, die negativen Auswirkungen in den Griff zu bekommen. So werden keine Junggesellenabschiede mehr geduldet, keine Werbung mehr betrieben und sogar auf den offiziellen Saisonauftakt mit Freibier und Live-Musik werde heuer verzichtet. Die Brauereien fürchten aber auch, dass andere Bürger mit dem gleichen Ansinnen an die Stadt herantreten, wenn der Weg nun im Teilbereich geändert würde.

Die Beschwerden der Bürger sind den Stadträten nicht unbekannt. Teils sind sie als Anwohner des Weges selbst betroffen. "Die meisten laufen GPS gesteuert den alten Weg. Ich glaube nicht, dass die Alternativvariante akzeptiert wird", meinte Martin Kempe (FW). Die Verlegung würde nur die einen Anwohner entlasten, doch es gebe auch andere Betroffene. Matthias Striebich regte deshalb an, die Wanderer weiterhin zu einem verträglichem Verhalten zu motivieren, anstatt sie aus den Orten raus zu halten.

"Verlegung wäre vergebliche Liebesmüh"

"Der Fünf-Seidla-Steig soll eine Art Rundweg sein. So würde er von Hohenschwärz wegführen. Müsste man ihn dann Vier-Seidla-Steig nennen?", fragte Striebich. Dass ein Umweg angenommen würde, glaubt er nicht. "Die Verlegung wäre vergebliche Liebesmüh und wir schaffen damit einen Präzedenzfall“, meinte Werner Wolf (FW), der ebenfalls betonte, dem Problem lieber anders beizukommen.

Nicht nur die Menschen leiden unter den unvernünftigen Wanderern, auch die Tierwelt, sofern die Leute nicht auf dem vorgegeben Weg laufen, sondern kreuz und quer feldein. "Es war noch nie soviel Wild auf der B2“, sagte Hans Derbfuß (CSU), der ebenfalls lieber auf die Vernunft der Wanderer hofft. Wenn schon Geld in die Hand genommen werde, so könne man damit auch einen Streetworker an die Brennpunkte schicken, regte Striebich noch an.

Die Alternativroute wäre keine Erleichterung, sondern würde nur weitere Routenänderungswünsche hervorrufen, denn die Probleme mit den Wanderern haben andere Anwohner in den Orten des Wanderwegs auch. Ein Beschluss musste nicht gefasst werden. Dem FSV will man mitteilen, dass die neue Route nicht als sinnvoll erachtet wurde.

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