Cadolzburg: Covid-19-Schwerpunktpraxis eröffnet

7.4.2020, 08:21 Uhr
Wer die neue Schwerpunktpraxis in Cadolzburg aufsucht, wird an der zentralen Anmeldung von den Mitarbeitern empfangen und aufgenommen. Anschließend geht es weiter zur Behandlung.

© Foto: Landratsamt Fürth Wer die neue Schwerpunktpraxis in Cadolzburg aufsucht, wird an der zentralen Anmeldung von den Mitarbeitern empfangen und aufgenommen. Anschließend geht es weiter zur Behandlung.

Die Pläne wurden erst Ende vergangener Woche bekannt, gestern nun hat sie bereits ihren Betrieb aufgenommen: Die Rede ist von der Covid-19-Schwerpunktpraxis im Landkreis Fürth, die binnen weniger Tage eingerichtet wurde.

Angesiedelt ist sie in der Mensa des Schulzentrums Cadolzburg. Den Standort hatte das Landratsamt am Freitag noch nicht publik machen wollen, zunächst sollten Betroffene bzw. Anwohner unterrichtet werden.

Gedacht ist die Einrichtung in der Bauwiesenstraße für Bürger aus dem Landkreis, die grippeähnliche Anzeichen aufweisen oder bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht. Aber: Nach wie vor gilt, dass im Falle von Symptomen immer zunächst der Hausarzt zu kontaktieren ist (telefonisch oder per Videoanruf). Er entscheidet über die weiteren Schritte.

"Diese Grundregel kann man gar nicht oft genug wiederholen", sagt Dr. Michael Hubmann, seit kurzem so genannter "Versorgungsarzt" im Landkreis. Wie seine Kollegen in gleicher Funktion in den anderen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten muss er im Katastrophenfall die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung federführend koordinieren und sicherstellen.

Erst muss der Hausarzt kontaktiert werden

Wichtig sind mit Blick auf die neue Schwerpunktpraxis in Cadolzburg zwei Dinge: Kommen darf nur, wer einen Berechtigungsschein vorweisen kann. Den stellt der Hausarzt aus, der auch die Terminvermittlung über die Koordinationsstelle der Schwerpunktpraxis übernimmt. Außerdem – um mögliche Bedenken zu zerstreuen: Von der Schwerpunktpraxis geht nicht mehr oder weniger Gefahr aus als von jeder anderen medizinischen Praxis auch. Das sagt der Notarzt und Arbeitsmediziner Dr. Christian van de Weyer.


Corona-Krise: Schutzmasken "Made in Germany" gefordert


Der nüchterne Mensa-Bau ist räumlich komplett vom Schulzentrum getrennt, hat also auch einen eigenen Eingang. Die Einrichtung verfügt nun über mehrere Behandlungsräume, die mit modernsten diagnostischen Geräten ausgestattet sind. Inhaltlich schließt man die Lücke zwischen hausärztlicher Praxis, der reinen Testmöglichkeit der Drive-Through-Station von Stadt, Landkreis und Kassenärztlicher Vereinigung Bayerns (KVB) auf dem früheren Möbel-Höffner-Gelände in Fürth und der klinischen Versorgung.

"Nachdem die Verfügbarkeit von persönlicher Schutzausrüstung wahrscheinlich auch weiterhin problematisch sein wird, macht die Schwerpunktpraxis zum jetzigen Zeitpunkt Sinn", so Hubmann. Denn dort gibt es entsprechende Schutzkleidung in ausreichender Menge für das Personal. So könne man maßgeblich dazu beitragen, möglicherweise infizierten Menschen zu helfen und zugleich medizinisches Personal sowie andere Patienten zu schützen.

Schichtplan auf freiwilliger Basis

Betrieben wird die Praxis täglich von 9 bis 17 Uhr durch niedergelassene Ärzte aus dem Landkreis, die auf freiwilliger Basis in einen Schichtplan eingeteilt wurden. Für das Osterwochenende werde in Abhängigkeit der tagesaktuellen Infektionszahlen eine zeitnahe Entscheidung getroffen, so Landrat Matthias Dießl.

Der Landkreischef dankte nicht nur Hubmann und van de Weyer, sondern auch dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Fürth (AGNF), Klaus Meyer, sowie den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der unteren Katastrophenschutzbehörde im Fürther Landratsamt. "Die Vorbereitungen liefen Hand in Hand und ich bin froh", so Dießl, "dass mit der Praxis die ambulante Versorgung für Menschen, die als infektiös gelten, noch besser gewährleistet ist."

Landkreis hat 3500 Masken an Praxen verteilt

Seit vergangenen Freitag hat der Landkreis zudem über seine Katastrophenschutzgruppe 70 Liter Desinfektionsmittel und 3500 Schutzmasken an 70 Arztpraxen verteilen lassen. Das Kontingent stammt aus Lieferungen des Bundes, des Landes und eigener Beschaffung. Die Praxen hatten zuvor den Bedarf gemeldet, für die nächste Woche kann das auch noch am heutigen Dienstag bis 16 Uhr geschehen.


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