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Fürth möchte den Kleeblatt-Aufstieg trotz Corona feiern – aber wie?

9.5.2021, 16:00 Uhr
Das Stadion am Laubenweg kennt man zuletzt nur noch mit verwaisten Rängen. Hier könnte sich mancher eine – wenn auch moderate – Aufstiegsparty vorstellen.

Das Stadion am Laubenweg kennt man zuletzt nur noch mit verwaisten Rängen. Hier könnte sich mancher eine – wenn auch moderate – Aufstiegsparty vorstellen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

Ach, war das schön damals, am 29. April 2012: Vor dem Rathaus ließen geschätzte 25.000 Menschen ihrer Freude über den geglückten Aufstieg freien Lauf, in einem Korso fuhren die Fußballhelden Richtung Palazzo, auf dessen Balkon sie sich samt Stadtspitze präsentieren durften: Was für eine Sause!

Auch Fürths Oberbürgermeister bekommt noch heute leuchtende Augen , wenn er sich zurückerinnert. Aber ebenso schnell verfinstert sich der Blick von Thomas Jung, wenn er daran denkt, wie das Kontrastprogramm demnächst aussehen könnte, denn eines ist klar: Solche Szenen sind in Zeiten einer bedrohlichen Pandemie auch für ihn "nicht vorstellbar und nicht zu befürworten".

Eine klare Botschaft an alle, die noch mit dem Gedanken an eine Riesenparty liebäugeln: Nichts geht, leider. Aber was könnte stattdessen gehen? Diese Frage stellen sich mit jedem Spieltag, an dem der Sprung ins Oberhaus wahrscheinlicher wird, mehr Fürtherinnen und Fürther.

Jung ist ratlos, er hat bis dato schlichtweg keine Idee. Das könnte sich am Dienstag ändern, dann ist der erklärte SpVgg-Fan Jung mit den "beiden anderen großen Fans" an verantwortlicher Stelle, Susanne Kramer (Stadtpressesprecherin) und Horst Müller (städtischer Wirtschaftsreferent), verabredet – "um zu hirnen", wie der OB sagt. Besonders hoffnungsfroh klingt er dabei nicht, hält er doch angesichts der Pandemie "nur sehr wenig für möglich". Schließlich soll Fürth nicht in die Schlagzeilen geraten, weil man aufstiegseuphorisch in ein Superspreader-Ereignis hineingetorkelt ist.

Keine Geisterveranstaltung

Jung betont aber andererseits: "Ich halte auch nichts von einer Geisterveranstaltung mit 300 Leuten." Wie soll dabei Stimmung aufkommen? Und wer wählt diejenigen aus, die kommen dürfen?

Doch der Rathauschef muss schnell Antworten finden, denn die Menschen fragen schon bei ihm nach – und machen eigene Vorschläge, darunter "teilweise absurde", so Jung. Zum Beispiel den, jeden Fan an einen Baum im Stadtwald zu stellen und dann alle auf Kommando die Kleeblatt-Hymne schmettern zu lassen. Oder den, einen Riesen-Autokorso zu den Städten der künftigen Bundesliga-Gegner zu organisieren.

Ob Riesen-Korso oder kleiner Korso durch die eigene Stadt, ob mit dem Auto oder – auch das eine Anregung – mit dem Rad: alles nicht machbar, beharrt Jung, weil zu gefährlich.

Bleibt, nüchtern betrachtet, eigentlich nur noch die Feier-Option Stadion: Der Ronhof hätte den Vorteil, dass man die Besucherströme begrenzen und reglementieren kann. Heißmann und Rassau haben es im vergangenen Jahr mit ihrer Comedy-Reihe im Sportpark vorgemacht.


2:2 gegen Karlsruhe! Fürth belohnt sich nicht für starke Leistung.


Nachfrage also bei Immanuel Kästlen, dem Pressesprecher der SpVgg: Ist das realistisch? Kästlen winkt kategorisch ab, man wolle sich "zu diesem Thema nicht äußern". Nicht zum jetzigen Zeitpunkt, da sportlich doch ohnehin noch alles derart im Ungewissen ist. Und nein, nicht einmal ansatzweise will er sich auf das Was-wäre-wenn-Spiel einlassen. Man bitte dafür "um Verständnis".

Klar, haben wir. Am Ende bringt es noch Unglück, wenn man sich zu früh freut. Und das kann schließlich niemand wollen . . .

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