Fürths Wälder taugen nicht für den Wolf

Luisa Degenhardt
Luisa Degenhardt

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5.2.2020, 05:54 Uhr
Durch den Landkreis Fürth streifte kürzlich aller Wahrscheinlichkeit nach ein Wolf.

© dpa/ Florian Eckl Durch den Landkreis Fürth streifte kürzlich aller Wahrscheinlichkeit nach ein Wolf.

Das Raubtier erobert sich seinen früheren Lebensraum Stück für Stück zurück. Inzwischen gibt es in vier Regionen Bayerns standorttreue Wölfe oder Pärchen. Im Stadtwald hat Straußberger bisher noch keine Hinweise auf den Rückkehrer, zum Beispiel Reste von gerissenen Rehen, gefunden.

Zu frequentiert und zu klein

Er glaubt nicht daran, dass sich ein Tier im Stadtwald ansiedeln wird. "Dafür ist er zu frequentiert." Und zu klein. Das eigentliche Areal bei Oberfürberg ist laut Straußberger etwa viereinhalb Quadratkilometer groß und damit viel zu klein für ein Wolfsterritorium.


In Fotofalle gelaufen: Erster Wolf im Landkreis Fürth gesichtet


Der Dillenberg mit seiner Fläche von rund zehn Quadratkilometern wäre noch am ehesten als Terrain für das Raubtier geeignet, meint Raymund Filmer, Förster beim Fürther Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Revierleiter von Langenzenn. Wenn es sich bei dem Vierbeiner auf dem Foto tatsächlich um einen Wolf handelt, "sucht der ein neues Revier, wo keine Konkurrenz ist". Dauerhaft bleibe das Tier sicher nicht hier. Zu vielfältig sei die Landschaftsstruktur, zu kleinstrukturiert der Landkreis mit seinen vielen Straßen und Ortschaften. Es fehlen also Plätze zum Verstecken.

Das Foto aus der Wildkamera zeigt vermutlich einen Wolf.

Das Foto aus der Wildkamera zeigt vermutlich einen Wolf.

Auch Straußberger glaubt, dass der mittelfränkische Ballungsraum nicht zum Wolfsterritorium werden wird. Dafür gebe es zu viel Verkehr auf den Straßen. Selbst wenn sich Tiere in der Region Fürth ansiedeln würden, sagt der Stadtförster ihnen und der restlichen Population in Deutschland keine ungefährdete Zukunft voraus. "Ich bin fest davon überzeugt, dass man den Wolf irgendwann bejagen wird in Bereichen, wo man ihn nicht brauchen kann." So ergehe es inzwischen dem Biber. In der Oberpfalz, wo er Fischteiche stark beschädigt oder ganze Landstriche unter Wasser setzt, wird er abgeschossen. "So weit sind wir noch nicht, die paar Wölfe sind noch nicht so problematisch."

Der erste Schritt auf dem Weg dorthin ist allerdings gemacht. Wölfe sind zwar streng geschützt, im Mai beschloss das Bundeskabinett dennoch eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, und kam so den Weidetierhaltern entgegen: Wenn Risse von Nutztieren keinem bestimmten Wolf eines Rudels zugeordnet werden können, ist nun der Abschuss einzelner Mitglieder des Rudels möglich. So lange, bis es keine Schäden in dem Gebiet mehr gibt. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat dafür plädiert, Wölfe notfalls abschießen zu lassen.

Menschen müssen laut Raymund Filmer keine Angst haben. "Der Wolf meidet uns, wir zählen nicht zu seinem Beutespektrum."

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