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Impftermine: Neues bayernweites Online-Portal ist gestartet

Mit einem Monat Verspätung steht nun eine Registrierungsplattform zur Verfügung - 12.01.2021 12:14 Uhr

Hoffnung auf mehr Impfdosen gibt es im Curanum. Aktuell soll die Impf-Kapazität bei 1200 Personen pro Woche liegen.

10.01.2021 © Foto: Sven Hoppe/dpa


Seit rund einem Monat sollte es das bayernweite Onlineportal bereits geben, doch erst heute ist es an den Start gegangen: Unter www.impfzentren.bayern können Bürger, die zu den Prioritätengruppen gehören, sich ab sofort für einen Impftermin registrieren. Das gilt beispielsweise auch für das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Landkreis Fürth.

Impfwillige können auf der Plattform zunächst Informationen eintragen, die für den Pieks relevant sind. In einem nächsten Schritt ab dem 20. Januar können konkrete Impftermine digital vereinbart werden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit.


Zu wenige Termine? Fürther Impfzentrum kontert Kritik


Abzuwarten bleibt aber, ob sich die Situation damit verbessert. Denn: Viele Bürger, die bisher versucht hatten, das Impfzentrum im Curanum in der Fürther Rosenstraße deswegen telefonisch zu erreichen, waren bei ihren Anrufen schlichtweg nicht durchgekommen und deswegen verärgert bzw. verunsichert.

Termine hatte es im Fürther Impfzentrum zuletzt nicht mehr gegeben, weil die Warteliste voll war und Impfstoff nicht in angekündigter Menge geliefert wurde. Das Onlineportal löst auch hier die bisherige Anmeldeliste ab. Wichtig: Die etwa 350 Personen, die dort vorgemerkt sind, müssen sich nicht erneut registrieren.

Freistaat schickt Brief an alle ab 80 Jahren

Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums ist das Registrierungsportal nur für Menschen gedacht, die zu den Gruppen mit Vorrang (höchste Priorität, hohe Priorität, erhöhte Priorität) bei der Impfung gehören. Registrieren können sich demnach bereits alle drei Gruppen. Geimpft werden aktuell allerdings nur Menschen der Gruppe mit der höchsten Priorität. Dazu gehören auch Bürgerinnen und Bürger über 80 Jahre - sie sind derzeit die einzige Personengruppe, die vom Gesundheitsministerium zusätzlich einen Brief bekommt.

Damit will man dafür sorgen, dass auch ältere Menschen, die keine digitalen Kompetenzen haben, einen Termin vereinbaren können. In dem Schreiben werden sie darüber informiert, dass sie sich impfen lassen können. Sie bekommen zudem mitgeteilt, wie sie sich telefonisch beim Impfzentrum vor Ort melden können. Um die Terminvereinbarung müssen sie sich aber selbst kümmern. Es wird nicht automatisch ein Termin angeboten, wie ein Sprecher des Ministeriums betont. Ihm zufolge sei bislang nicht geplant, andere Personengruppen anzuschreiben.

So funktioniert die Registrierung

Die Registrierung im Internet wiederum funktioniert so: Mit der eigenen E-Mail-Adresse und der Auswahl eines persönlichen Passworts legt man zunächst seinen Account an. Benötigt wird dazu auch eine Mobilfunknummer zum SMS-Empfang. Persönliche Daten müssen zwecks Kontaktaufnahme ebenfalls angegeben werden. Einige weitere Fragen dienen dazu, festzustellen, ob man einer Risikogruppe angehört.

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Die Online-Registrierung sei der schnellste Weg, da diese unmittelbar im System erfolgt, heißt es in einer Pressemitteilung des Fürther Landratsamts. Wer sich mit dem Internet nicht auskennt, dem wird dazu geraten, sich bei jemandem aus der Familie oder dem Bekanntenkreis Unterstützung zu holen.

Telefonische Erreichbarkeit wird verbessert

Außerdem gibt es ab heute auch die Möglichkeit, sich direkt im Impfzentrum – Öffnungszeiten täglich zwischen 8.15 Uhr und 16.15 Uhr – telefonisch unter der Nummer (09 11) 9 50 91 70 für einen Termin registrieren zu lassen. Die Erreichbarkeit des Curanums soll dazu "in den nächsten Tagen noch weiter ausgebaut" werden, so Landratsamtssprecher Christian Ell.

Oberbürgermeister und Landrat schreiben den Bürgern

Ab dieser Woche werden im Namen von Oberbürgermeister Thomas Jung und Landrat Matthias Dießl außerdem alle rund 15.000 über 80-jährigen Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis Fürth angeschrieben. Der Brief informiert nicht nur über die Terminvergabe für die Impfungen. Beigefügt ist auch ein Rückmeldeformular, mit dem man sich – alternativ zur Online-Registrierung oder zum Telefon – für einen Impftermin registrieren kann.

Wer wird zurzeit geimpft?

Die Impfungen sind bis auf Weiteres ausschließlich für alle Menschen in der sogenannten ersten Priorisierungsgruppe möglich. Darunter fallen alle Personen über 80 Jahre, Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen sowie medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und das Personal in der Altenpflege. Die Termine mit dem Klinikum und den Senioren-Pflegeeinrichtungen werden in Stadt und Landkreis Fürth weiterhin individuell vereinbart.

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Um Missverständnissen vorzubeugen, heißt es: Eine schnelle Registrierung führe nicht automatisch zu einer schnelleren Impfung. Wer den Schritt vollzogen hat, wird, je nach Art und Weise der Registrierung, ab 20. Januar entweder online oder telefonisch seitens des Impfzentrums benachrichtigt. Das könne jedoch einige Zeit dauern. Denn die Terminvergabe hänge unmittelbar davon ab, wie viel Impfstoff zur Verfügung steht. Die Verantwortlichen bitten deshalb, von Rückfragen abzusehen.


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1200 Personen sollen pro Woche ihren Pieks im Fürther Impfzentrum erhalten können – so lautet jedenfalls aktuell die Kalkulation. Sobald der Bund mehr Dosen liefert, werden auch mehr Termine vergeben. Vor Ort, so wird beteuert, sei man "organisatorisch gut darauf vorbereitet".

Weitere Informationen unter www.stmgp.bayern.de/coronavirus/impfung


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fn

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