Maximal 50 Besucher: Fürther Museen öffnen wieder

10.5.2020, 21:00 Uhr
Hau rein: So voll und dicht gedrängt wird es im Stadtmuseum, hier ein Motiv vom Museumstag 2018, bis auf Weiteres nicht zugehen dürfen.

Hau rein: So voll und dicht gedrängt wird es im Stadtmuseum, hier ein Motiv vom Museumstag 2018, bis auf Weiteres nicht zugehen dürfen. © Foto: Hans-Joachim Winckler

So lesen sich Mails, deren Verfasser aus dem Häuschen sind vor Freude. "Yeah, yeah, jippie!" stand in der Nachricht an Martin Schramm, Chef der städtischen Museen. Geschrieben von Jana Stadlbauer, sie leitet das Rundfunkmuseum und hatte soeben vom Beschluss der Staatsregierung erfahren. Adrenalinschub der Extraklasse, aber endlich mal ein positiver.

Ab Montag also dürfen sich auch die Museen etwas lockerer machen als in den acht Wochen des strikten Lockdowns. Dies sind, unter den Fittichen der Stadt, in Fürth das Rundfunk- und Stadtmuseum, ferner das Stadtarchiv in Schloss Burgfarrnbach sowie das Jüdische Museum Franken, zu dessen Trägern die Kleeblattstadt zählt. Nach dem Archiv, das am Montag seine Türen öffnet, wird am Dienstag das Stadtmuseum in der Ottostraße den Neustart wagen. "Wir freuen uns sehr", sagt Schramm, doch das "aber" kommt in Großbuchstaben daher.

Keine Veranstaltungen, keine Vermietungen, kein museumspädagogisches Programm. "Das tut weh, denn gerade die Museumspädagogik ist das Herzstück unseres Hauses", das erst im Vorjahr mit einer gründlich überarbeiteten Dauerausstellung aufwartete. Weh tut auch der Blick auf die Zahlen. Seit Mitte März, dem Beginn des Lockdowns, seien dem Stadtmuseum rund 1000 Besucher entgangen, im Rundfunkmuseum dürfte Schramm zufolge "eine niedrige vierstellige Zahl" zu beklagen sein. März und April seien normalerweise gute Monate, aufs Jahr gerechnet schauen rund 8000 Mitmenschen im Stadtmuseum und 10.000 im Rundfunkmuseum in der Uferstadt vorbei.

Bis zu 50 Besucher

"Wir sind vorbereitet auf den Neustart", sagt Schramm. Vor ein paar Tagen seien die Plexiglasscheiben für den Kassenbereich eingetroffen ("ein hart umkämpfter Markt"), und die neue Postkarten-Sonderausstellung "Grüße aus Fürth" lege am kommenden Dienstag los – "keine Schau", so Schramm, "konnten wir bislang mit so viel Ruhe vorbereiten wie diese". Problemlos ließen sich die Abstandsregeln in Stadt- und Rundfunkmuseum einhalten; die Sonderschau im Stadtmuseum dürfen maximal fünf, die Dauerausstellung 29 Besucher anschauen. Im Rundfunkmuseum sind bis zu 50 Leute gleichzeitig erlaubt, Einlasspersonal wird hier wie dort aufpassen.

Keinen Illusionen gibt sich Schramm unterdessen hin, kommt die Rede auf das Großprojekt "Deutsches Rundfunkmuseum". Der Umbau der alten Grundig-Direktion bis zum geplanten Starttermin Herbst 2023, dem 100-Jahr-Jubiläum des Rundfunks in Deutschland, sei zur Stunde "unrealistisch".

Mit ihren in den vergangenen Wochen erarbeiteten Internet-Angeboten zur Überbrückung der Schließzeit bleiben beide Museen jedoch ungeachtet des Neustarts auf Sendung. Dies gilt auch für das Jüdische Museum Franken. Normalerweise von dienstags bis sonntags offen, gilt ab nächste Woche bis auf Weiteres, dass Besucherverkehr nur zwischen Donnerstag und Sonntag ist.

"Ein Stück Normalität kehrt zurück"

"Da auch wir die Auflage haben, keine Führungen machen zu dürfen, und die Schulen außerdem noch geschlossen sind, machen die üblichen Öffnungszeiten wenig Sinn", sagt Museumsleiterin Daniela Eisenstein. Auch in der Königstraße gilt: keine Veranstaltungen, keine Museumspädagogik, keine Gastronomie. Maximal 50 Besucher gleichzeitig dürfen sich in den Räumen der Dauerausstellung und in der Bibliothek aufhalten. "Ein Stück Normalität kehrt zurück", so Eisenstein, die keine Änderung der aktuellen Bestimmungen erwartet, bevor nicht ein Impfstoff gegen das Virus gefunden sei.

Die wegen des Lockdowns verschobene neue Wechselausstellung soll nun am 19. Mai eröffnen. Sie porträtiert in Medienstationen den Alltag von Jüdinnen und Juden, die Berlin heute als ihre Heimat bezeichnen und das Leben der Stadt mitgestalten. Ergänzt wird sie um Interviews mit jüdischen Mitmenschen aus Mittelfranken. Der Titel der Schau könnte passender kaum sein. "L’Chaim – Auf das Leben!"

 


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