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Ohne die Lehrer: Fürth will Schüler anders testen

Das Rathaus will Apotheken einbeziehen, aber auch die Eltern - 25.03.2021 11:00 Uhr

Auch jüngere Kinder können die Tests gut anwenden, heißt es aus München. Nach dem Abstrich wird das Sekret in einem Röhrchen mit Flüssigkeit vermischt.

23.03.2021 © Foto: Holger John/dpa


In vielen Bereichen bleibt es in Bayern vorerst bei den Regelungen, die der Stufenplan vorsieht. Ab dem 12. April jedoch will die Staatsregierung Spielräume vergrößern, insbesondere im Einzelhandel und an den Schulen.


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Folgenden Fahrplan hat das Kultusministerium vorgestellt: Nach den Osterferien sollen in Hotspots, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt, neben den Abschlussschülern auch die Viertklässler sowie die elften Jahrgangsstufen an Gymnasien und FOS/BOS regelmäßig im Klassenzimmer sein, in der Regel im Wechselunterricht.

Für sie soll nach einer zweiwöchigen Versuchsphase eine Testpflicht gelten, Schüler wie Lehrer sollten dann zweimal pro Woche Corona-Selbsttests machen.

Sollte sich die Inzidenz in Fürth nach den Ferien zwischen 50 und 100 bewegen, gäbe es Wechselunterricht für alle Jahrgangsstufen. Liegt sie unter 50, könnten alle Grundschulklassen in Präsenzform unterrichtet werden. Auch in diesen Fällen sollen Selbsttests – auf freiwilliger Basis – zum Bestandteil des Schulalltags werden.

Tests im Klassenzimmer: Pläne stoßen auf Protest

"Wir wollen die Sicherheit durch Tests", betont Claus Binder, Rektor der Mittelschule Soldnerstraße und Kreisvorsitzender des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV). Auf Unmut aber stößt, dass die Tests im Klassenzimmer, "beaufsichtigt" von den Lehrkräften, durchgeführt werden sollen: "Die Kollegenschaft ist da sehr gespalten."

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Gerade an den Grundschulen regt sich Protest. Binder: "Die Kollegen fragen sich, was sie noch alles machen sollen." Offiziell sollen alle Schüler den Nasenabstrich eigenständig erledigen, das sei "unkompliziert und schmerzfrei" möglich, heißt es aus München, die Lehrer sollen nur anleiten. Doch viele Pädagogen vermuten: Mindestens die Erst- und Zweitklässler werden Hilfe brauchen.

Mit Blick auf einen Brandbrief, in dem der BLLV rasche Impfungen von Lehrern und bei den Tests Unterstützung fordert, sagt auch Binder: Es wäre hilfreich, wenn etwa Ehrenamtliche des BRK helfen könnten. Er räumt aber auch ein: "Wir sind in Notzeiten". Das geplante Konzept sei es besser als Nichts – "es sind viele bereit mitzuhelfen".

Erste Erfahrungen: "Das ging gut"

Viel wichtiger ist dem Rektor das Thema Impfen: Nach den Grundschul-Beschäftigten müssten jetzt auch alle anderen Lehrer, die im Präsenzunterricht sind, immunisiert werden, sagt er. Umso mehr, da die Schüler die Maske beim Abstrich kurz abnehmen müssen.


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Er persönlich findet es gut, dass der Corona-Check in der Schule stattfinden soll – schließlich werde daheim auch nicht jede Hausaufgabe gleich zuverlässig erledigt. Mit den Abschlussschülern habe man schon erste Tests durchgeführt: "Das ging gut, es waren alle positiv überrascht."

Ohne Lehrer, mit den Eltern

Schulreferent Markus Braun hingegen will der Regierung von Mittelfranken ein anderes Vorgehen vorschlagen. Tests im Klassenzimmer findet er nicht optimal, gerade für die Erst- und Zweitklässler. Und warum, fragt er sich, sollten coronapositive Schüler noch in den Bus steigen und ins Klassenzimmer kommen?


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An der Hans-Böckler-Schule will die Stadt ein anderes Prozedere ausprobieren, wenn die Regierung zustimmt: Einen Test pro Woche sollen die Schüler zuhause machen und das Ergebnis zum Beispiel mit einem Handyfoto dokumentieren.

Für den zweiten Test kommt Apotheken-Personal an die Schule. In Ansbach habe man damit gut Erfahrungen gesammelt. Braun ist sich sicher: "Durch diese Kombination bekommt man eine höhere Bereitschaft."

Auch Nürnberg will bei den Schülertests einen anderen Weg gehen und Lehrer entlasten.

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