Trotz Corona: Fürths VHS ist bereit für den Herbst

29.8.2020, 16:00 Uhr
Wird der Herbst wieder strengere Vorschriften bringen? Das kann freilich keiner sagen. VHS-Leiter Felice Balletta und sein Team haben mit dem Stand von Juni geplant – und müssen das Angebot notfalls anpassen.

Wird der Herbst wieder strengere Vorschriften bringen? Das kann freilich keiner sagen. VHS-Leiter Felice Balletta und sein Team haben mit dem Stand von Juni geplant – und müssen das Angebot notfalls anpassen. © Foto: VHS

Felice Ballettas Bilanz fällt zwiespältig aus: Das zurückliegende Semester war "furchtbar frustrierend", weil Planungssicherheit fehlte. Und zugleich gab es der Digitalisierung einen großen Schub, sagt der Leiter der Fürther Volkshochschule.

Der Lockdown bedeutete, dass die Einrichtung in der Hirschenstraße ab 16. März erst einmal geschlossen blieb. Und das Nachdenken darüber begann, wie man möglichst viele der angebotenen Kurse noch durchführen könnte.

Danach stand die nächste Herausforderung an: das Programm für den Herbst und Winter 2020/21. Es liegt nun vor – viele Unsicherheiten bleiben jedoch.


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"Unsere Planungen sind auf dem Stand vom Juni", betont Balletta. Soll heißen: Verhängen die staatlichen Stellen wieder strengere Vorschriften, könnte mancher der Kurse deutlich schwerer umzusetzen sein. Entscheidend sei letztlich, wie die konkreten Hygienevorschriften im Wintersemester aussehen werden und ob unter diesen Bedingungen dann ein pädagogisch wertvoller Unterricht möglich sein wird.

"Wie ein Damoklesschwert" schwebt zudem die Frage über den Verantwortlichen, ob externe Räume in Turnhallen und Schulen verfügbar sind. Balletta hofft mit Blick aufs Abstandsgebot, dass wie üblich Kurse im Helene-Lange-Gymnasium stattfinden können: Dort sind die Räume größer als in der VHS – man könnte also mehr Teilnehmer zulassen. Balletta weiß freilich, dass die Entscheidungsgewalt bei der Politik liegt und kurzfristige Absagen drohen könnten.

Über die eigenen Räumlichkeiten in der Hirschenstraße 27/29 könne das VHS-Team zwar weitgehend frei verfügen, allerdings bringen die Abstands- und Hygieneregeln deutliche Einschränkungen mit sich. Zum Teil können nur fünf bis sechs Teilnehmer einen Raum nutzen statt der üblichen zwölf. "Wir werden trotzdem versuchen, möglichst vielen Interessenten eine Teilnahme zu ermöglichen", verspricht der VHS-Leiter. Bei großer Nachfrage könnten Kurse beispielsweise gesplittet oder an Standorte mit mehr Platz verlegt werden.

Bistro wird umgebaut

Fest steht bereits: Trotz des wirtschaftlich schwierigen ersten Halbjahres will die VHS die Mehrkosten (aufgrund von entgangenen Gebühren und Hygienemaßnahmen) weder an die Teilnehmer noch an die Dozenten weitergeben. Letztere erhalten sogar wie im Vorjahr geplant eine leichte Erhöhung der Honorarsätze, so Balletta. Und er betont: Es sei bei Weitem auch nicht alles nur schlecht gewesen.

Zum einen haben viele Kunden ihre Verbundenheit ausgedrückt und Wertschätzung für die Bemühungen des VHS-Teams, das das laufende Programm gleich mehrmals umplanen musste. Zum anderen hat man die Zeit genutzt, um das Bistro zu modernisieren. Auch hat die Bildungseinrichtung "ein Online-Programm aus dem Boden gestampft", das konsequent weiter ausgebaut wird.

Ein Digitalisierungskonzept gibt es schon länger

Dabei profitiere man vom Digitalisierungskonzept, das die VHS seit einiger Zeit hat. Seit 2019 gehört ein Digitalisierungsbeauftragter zum Team, in die technische Ausstattung hat man ebenfalls investiert. "Wir haben das Rad sicher nicht neu erfunden, aber wir haben es schneller zum Laufen gebracht", sagt Balletta.

Nichtsdestotrotz werden Präsenzveranstaltungen auch in Zukunft wichtig sein: "Unser Schwerpunkt bleibt bei Präsenzkursen, weil nur sie den wichtigen sozialen Austausch und Begegnungen gewährleisten."

So wurde denn auch das Wintersemester weitgehend wie üblich geplant, mit etwas geringerer Kurszahl. Einiges, was im Sommer nicht stattfand, wurde ins Programm übernommen. Neuheiten sind auch dabei, etwa im Bereich Politische Bildung Kurse zum Thema Menschenrechte oder Hannah Arendt. Vorteil: Manche Vorträge könnten notfalls auch über das Internet gestreamt werden.

Sicher auf Youtube zu sehen, ist der Aktionstag Gesundheit. Statt der gewohnten Schnupper- und Infoangebote im VHS-Gebäude wird am Samstag, 12. September, ein vielfältiges, kostenloses Programm erstmals als Livestream dargeboten.

Das Kursprogramm liegt auch wieder in gedruckter Form vor, Anmeldungen sind ab sofort möglich. Empfohlen wird, zuvor das Servicebüro der VHS zu kontaktieren, um den aktuellen Stand zu erfragen. Zu den üblichen Öffnungszeiten ist es telefonisch erreichbar unter (09 11) 9 74 17 00, für den Publikumsverkehr ist es wochentags zwischen 9 und 12 Uhr geöffnet.

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