Samstag, 31.10.2020

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Auftakt zur Saison 2020: Guter Karpfen trotz Corona

Regen im Frühjahr und Hitze im Sommer: Wetter hat Aischgründer Teichwirten in die Hände gespielt - 30.08.2020 07:00 Uhr

Auch am Rande des Aischgrunds – hier bei der Fischerei Oberle in Kosbach – lassen die Teichwirte bereits das Wasser aus den Teichen, um die Karpfen zu ernten. Der Vorsitzende der Teichgenossenschaft blickt optimistisch auf die Saison.

© Foto: Fischerei Oberle


Der Vorsitzende der Teichgenossenschaft Aischgrund ist "vorsichtig optimistisch" auf die kommende Saison. Die ersten Karpfen hat er schon abgefischt und ist – wie die meisten seiner Kollegen – ziemlich zufrieden. Die Exemplare, die jetzt schon in der Hälterung schwimmen und bald auf Käufer warten, sehen sehr vielversprechend aus. Denn das Wetter hat den Teichwirten heuer in die Hände gespielt.

Im Frühjahr gab es seit langem mal wieder genug Regen, so dass fast alle der zirka 7185 Teiche im Aischgrund zur Fischhaltung genutzt werden konnten. "Das war in den Vorjahren nicht immer so", erinnert sich Jakob. Die Original Aischgründer Karpfen werden nicht künstlich gefüttert.

Wie Nürnberger Lebkuchen

"Und in diesem Jahr gab es genügend Naturnahrung", freut sich der Teichwirt. Auf dem Speiseplan der Fische stehen zum Beispiel Planktonkrebse, Würmer oder Insektenlarven. Der "Original Aischgründer" ist als geografische Angabe ebenso geschützt wie Nürnberger Lebkuchen oder Bayerische Brezeln. Er wird nach strengen Vorgaben und unter ständiger Kontrolle erzeugt.

Nur Teichwirte, die sich freiwillig verpflichten, alle Vorgaben einzuhalten und sich in das Register der Teichgenossenschaft eintragen lassen, dürfen ihre Karpfen als "Original Aischgründer" verkaufen.

Je wärmer, desto besser für die Karpfen

Auch das Sauerstoffverhältnis im Wasser sei in diesem Jahr gut gewesen, berichtet Walter Jakob weiter. Und die Hitze? Für den Karpfen kein Problem. "Je wärmer, desto besser", lacht der Teichwirt.

Und dann ist da ja noch die Corona-Pandemie. Natürlich fallen die Einschränkungen für Gastronomiebetriebe letztlich auf die Teichwirte zurück. Deshalb waren die Befürchtungen groß im Aischgrund, als durch Schließung der traditionsreichen Karpfenküchen über Nacht ein Großteil der Abnehmer weggebrochen ist.

Dann aber hat sich gezeigt: Die Existenzangst der Teichbauern war unnötig. "Zum Glück ist der Karpfen aber auch prädestiniert als ein Produkt to go", meint Jakob. Er denkt an den Straßenverkauf von gebackenen Karpfen, den viele Gastwirte und Teichwirte anbieten. Im Aischgrund hat das die Produzenten durch die Saison getragen. Einige Gasthöfe konnten über Ostern sogar mehr verkaufen als in normalen Jahren. Am Ende der Saison blieben keine Fische übrig. "Das war allerdings nur bei uns so", betont Jakob, "weil wir so tolle Kunden haben."

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Seine Kollegen in Unterfranken oder der Oberpfalz mussten tatsächlich mit einem großen Überhang kämpfen. Und das ist ein nachhaltiges Problem. Karpfenfleisch altert zwar nicht und der Fisch kann auch in der nächsten Saison noch auf den Teller kommen. Bis dahin muss er aber natürlich zurück in den Weiher – und damit fehlt dann der Platz für die Nachzucht.

 

 

CLAUDIA FREILINGER E-Mail

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