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Horch amol: "Die CDU hat gerade noch die Kurve bekommen"

Josef Göppel hält Rückzug von Söder für richtig und setzt auf eine schwarz-grüne Bundesregierung - 21.04.2021 18:22 Uhr

Der in Herrieden beheimatete Ex-Parlamentarier Göppel ist auch heute noch ein Mann der klaren Worte, die ihm aus den eigenen Reihen oftmals keinen großen Applaus eingebracht haben. Im Podcast mit NN-Chefredakteur Michael Husarek und Online-Chef Matthias Oberth äußert er sein Unverständnis für das Vorgehen von Markus Söder in der K-Frage. "Die CDU hätte sich selbst aufgegeben, wenn sie Söder als Kandidaten aufgestellt hätte", so Göppel. Der bayerische Ministerpräsident sei innerhalb von nur drei Jahren von "einem ganz normalen Landespolitiker" zu einer "führenden Figur in einem 80-Millionen-Volk" aufgestiegen und das "kann leicht zur Selbstüberschätzung führen", sagt der frühere Landtags- und Bundestagsabgeordnete.

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Was den 70-Jährigen umtreibt, ist die Sorge, dass die CSU ihre Rolle als bayerische Volkspartei an die Grünen verliert. Eine konservative Grundhaltung, die für Göppel mit dem "Erhalt des Bestehenden" beschreibt, kann er derzeit eher bei den Grünen erkennen, als in der CDU/CSU. Angesichts der globalen Herausforderungen durch den Klimawandel ist aus Göppels Sicht der "behütendere Umgang mit dem Land" und eine "größere kulturelle Mitsorge für Menschen auf anderen Erdteilen" von entscheidender Bedeutung für die Glaubwürdigkeit einer Partei. Ein "Strukturkonservatismus", der darauf ausgelegt ist, den Wohlstand "ungestört weiter genießen" zu können, werde auf Dauer zum Scheitern verurteilt sein.

Deshalb hat Göppel auch wenig Verständnis für die Klimapolitik der Bundesregierung. Zwar sei unter Angela Merkel die Energiewende eingeleitet worden, aber das zögerliche Herangehen der Union beim Klimaschutz habe in der Bevölkerung viel Vertrauen verspielt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier wirft er vor, in Sachen erneuerbare Energien, "das eigene aktive Handeln der Bürger gebremst und den Menschen nur Hindernisse in den Weg gelegt hat."

Unter einem Bundeskanzler Armin Laschet - Göppel geht davon aus, dass die CDU/CSU als stärkste Kraft hervorgeht - könnte eine schwarz-grüne Koalition vorgezeichnet sein. Er erwartet dann einerseits, eine "deutliche Veränderungen im Auftreten Deutschlands in der Welt" und andererseits, eine Politik, die "die Übergänge nicht zu ruppig gestaltet." Ganz konkret nennt Josef Göppel als eine der ersten Aufgabe der neuen Bundesregierung das "Öffnen der Bremsen gegenüber der Bürgerenergie". Er ist davon überzeugt, dass hier ökologisches Verhalten mit einer gut-bürgerlichen Haltung verknüpft werden kann.

Zu guter Letzt gibt es aber auch noch Lob für Markus Söder und den von ihm eingerichteten Runden Tisch im Zuge des Volksbegehrens "Rettet die Bienen". Josef Göppel war Mitglied des Gremiums und erlebte zunächst "misstrauische Debatten." Dahinter steckte beispielsweise die Sorge der Landwirte, dass sie bei den Gewässerrandstreifen nicht mehr entschädigt werden würden, wenn es dazu eine bayerische gesetzliche Verordnung gibt. Jetzt sei aber klar, dass von der Europäischen Union 500 Euro pro Jahr pro Hektar Entschädigung fließen, auch wenn die Schutzstreifen gesetzlich festgelegt sind. Doch hören Sie selbst....

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