Neuer Hanf-Ärger in Franken: Polizei montiert Automaten ab

Tobi Lang
Tobi Lang

Online-Redakteur

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19.10.2020, 16:48 Uhr
So sehen die Automaten von sWeeds420 aus. 

So sehen die Automaten von sWeeds420 aus. 

Es ist nicht das erste Mal, dass es in Würzburg Ärger um Cannabidiol gibt. Vor gut einem Jahr durchsuchte die Polizei mehrere sogenannte CBD-Shops, die legales Hanf verkaufen. Ein Betreiber, der in Handschellen abgeführt wurde, erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. "Ich wollte filmen, daraufhin ist mir der erste Beamte in den Rücken gesprungen", erklärte der Unternehmer gegenüber nordbayern.de. Die Ermittler vermuteten damals, dass insbesondere die Tees, die in den fränkischen Läden verkauft wurden, zu berauschend waren.

Jetzt wurde die Polizei erneut aktiv. In den vergangenen Wochen montierte die Firma sWeeds420, die deutschlandweit präsent ist, mehrere Automaten. Dort werden CBD-Produkte verkauft. Der Stoff wird aus dem weiblichen Cannabis gewonnen und ist nicht psychoaktiv. Er wirkt aber angstlösend und schmerzlindernd, wird deshalb oft in der Medizin verwendet - auch große Drogerie-Ketten wie dm und Rossmann nahmen CBD-Produkte ins Sortiment auf. Wegen der unklaren Rechtslage tilgten viele Händler Öle, Seifen und Tees aber wieder aus den Regalen.

Polizei geht von Betäubungsmittelverstößen aus

Die Automaten, das zumindest ist die Idee hinter sWeeds, sollen CBD-Produkte schnell und unkompliziert verfügbar machen. Für jeden. Das Präsidium Unterfranken bestätigt einen entsprechenden Einsatz, die Staatsanwaltschaft spricht auf Nachfrage der Nürnberger Nachrichten von neun Automaten, die sichergestellt wurden. Man ermittle "im Zusammenhang mit den CBD-Automaten wegen Verstößen nach dem Betäubungsmittelgesetz", heißt es.

Einer der abmontierten Automaten wurde von Unbekannten in Würzburg zur

Einer der abmontierten Automaten wurde von Unbekannten in Würzburg zur "Grabstätte" umfunktioniert. © privat

"Hinsichtlich der rechtlichen Bewertung bezüglich der angebotenen Produkte darf auf (...) die Anklageerhebung gegen einen Ladenbetreiber aus Würzburg hingewiesen werden." Also eben jenen Fall aus dem vergangenen Jahr, bei dem sich die Betreiber der CBD-Shops gegängelt fühlen. Hier lesen Sie mehr.

Polizei-Einsätze in Hanf-Läden gibt es immer wieder, auch in Franken. In Nürnberg geriet das "Greenz", ein Geschäft in der Oberen Schmiedgasse, vor Monaten ins Visier der Ermittlungsbehörden. Mehrere Streifen räumten das Geschäft leer. Das Bundesamt für Verbraucherschutz etwa sieht eine Verschreibungspflicht für CBD - und deshalb geht die Justiz zumindest im Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Nürnberg-Fürth gegen Cannabidiol-Produkte vor. Andere Strafverfolgungsbehörden sind vorsichtiger und lassen die Betreiber gewähren.