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Neues ICE-Werk für Nürnberg: Söder und Scheuer nennen heute Details

400 Millionen für den Standort - 05.10.2020 08:47 Uhr

Die Konkurrenz war hart. Viele Städte waren als Standort für ein neues ICE-Werk im Rennen. In Nürnberg, wo es bereits ein solches Ausbesserungswerk gibt, wird es bis 2028 entstehen.

01.10.2020 © Michael Matejka


Lange gab es nur Gerüchte, dass am traditionsreichen Bahn-Standort Nürnberg ein neues ICE-Werk gebaut wird. Mitte Dezember 2019 herrschte dann Gewissheit, dass mindestens 400 Millionen Euro nicht in Frankfurt am Main, Cottbus oder Görlitz investiert werden, sondern in Mittelfranken.

Das seien "gute Nachrichten für den Standort Nürnberg", erklärte damals der noch amtierende Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD). Über den Standort war seinerzeit allerdings noch nichts genaues bekannt. In Frage käme neben dem Gelände des bereits existierenden ICE-Ausbesserungswerks an der Ingolstädter Straße beispielsweise auch das Bahngelände entlang der Austraße in Gostenhof, wo das Regio-Werk der Bahn steht.

Aber auch in Nürnberg-Fischbach und somit entlang der 2006 eröffneten Schnellstrecke Nürnberg - Ingolstadt - München ist ein neues Werk vorstellbar. Einzelheiten werden am kommenden Montag, den 5. Oktober 2020, ab 13 Uhr der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und die Bahnvorstände Ronald Pofalla (Infrastruktur) und Berthold Huber (Personenverkehr) nennen.

Aufwertung für den Standort

Fest steht aber jetzt schon, dass die alte Eisenbahnerstadt Nürnberg durch das Vorhaben eine große Aufwertung erfahren wird. Dabei sah es in der Vergangenheit schon einmal ziemlich düster für die Stadt aus, die als Wiege des deutschen Eisenbahnwesens gilt. Am 7. Dezember 1835 begann hier die erste offizielle Eisenbahnfahrt nach Fürth. Für die sechs Kilometer lange Strecke benötigte die legendäre "Adler"-Lokomotive neun Minuten. Nach der Bahnreform 1994 und mit der daraufhin folgenden Formung der DB AG sollte es mit dem Standort Nürnberg allerdings bergab gehen.

Der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn verkündete nach der Jahrtausendwende am 25. Juni 2001 die Schließung des ICE-Ausbesserungswerks an der Ingolstädter Straße. Es entstand von 1909 bis 1912 als eine Außenstelle der damaligen Hauptwerkstätten an der Austraße. Bis zum 31. Dezember 2003 sollten dort die Lichter ausgehen beziehungsweise Siemens das Werk übernehmen. Im Gegenzug wollte die Bahn dem Unternehmen 200 Dieselloks abkaufen.

Schließung war schon beschlossen

Ein Geschäft, gegen das sich das Kartellamt jedoch sperrte und bei dem Siemens auch selber nicht so recht zog. Wohl auch, weil das Werk damals schon grundlegend saniert werden musste. Anfang März 2004 kam dann für die verbliebenen 320 Beschäftigten die erlösende Nachricht, dass das Werk doch überlebt. Wiederum wegen eines Zwangs zum sparen, was sich paradox anhört: Wegen knapper Finanzen verzichtete die DB damals auf den Kauf einer neuen ICE-Generation.

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Mit Trommelwirbel, Lichtshow und Konfetti hat die Deutsche Bahn am Mittwoch im Berliner Hauptbahnhof die Premiere des neuen ICE gefeiert. Ab Spätherbst ist er auf der Strecke Hamburg, Fulda, Würzburg, Nürnberg, München unterwegs. Wir durften uns den neuen Hightech-Zug vorab anschauen.


Stattdessen sollten die Züge der ersten Generation in Nürnberg komplett erneuert werden. Im Anschluss bekamen hier auch der ICE 2 und 3 eine Frischekur, das Werk wurde endgültig zum Kompetenzzentrum für die Fernzug-Modernisierung. Vor knapp acht Jahren wurde dort eine neue Fertigungshalle in Betrieb genommen.


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