Sonntag, 11.04.2021

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Haben Drachenlord-Hater Straßennamen auf Google Maps manipuliert?

Meddlweg und Haidergasse: In Altschauerberg klingt nun alles nach dem umstrittenen YouTuber - 03.02.2021 15:02 Uhr

Alle Straßennamen in Altschauerberg nehmen nun Bezug auf den Drachenlord.

02.02.2021 © Screenshot Google Maps


Die Bewohnerinnen und Bewohner von Altschauerberg, einem Gemeindeteil des Marktes Emskirchen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, haben es nicht leicht: Seit der dort wohnende YouTuber Rainer Winkler, besser bekannt unter seinem Künstlernamen "Drachenlord", 2015 in einem Wutanfall seine Adresse via Video im Netz verbreitet und seine Gegner - genannt "Hater" - aufgefordert hat, zu ihm zu kommen, falls sie sich trauen, herrscht in dem kleinen Ort der permanente Ausnahmezustand.

Auch die nähere Umgebung von Altschauerbergwurde nicht verschont.

02.02.2021 © Screenshot Google Maps


Nun haben die Hater es offenbar geschafft, die Straßennamen in Altschauerberg und der unmittelbaren Umgebung auf dem Navigationsdienst Google Maps zu manipulieren: Alle Straßen und Wege tragen nun Namen, die direkt auf den Drachenlord und seine Videos Bezug nehmen, auch wenn die Namen für Nicht-Insider teilweise nur wenig Sinn ergeben dürften. So gibt es in Altschauerberg nun einen Meddlweg und eine Haidergasse - Anspielungen auf Winklers Aussprache der Wörter "Metal" oder "Hater".

Doch kann es passieren, dass die kompletten Straßen eines Ortes Googles Navigationsdienst verändert werden? Auf eine Anfrage von nordbayern.de reagierte der Konzern lediglich mit einem Standard-Schreiben, ohne auf den konkreten Sachverhalt einzugehen. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass es sich hierbei um eine Aktion mehrerer Drachenlord-Hater handelt: Google ist in gewissen Bereichen auf Hinweise seiner Nutzer angewiesen. So ist es beispielsweise möglich, geänderte Öffnungszeiten von Geschäften zu melden, damit das Unternehmen die Angaben in seinen Diensten aktualisieren kann. Ebenso kann man "Daten- oder Inhaltsfehler auf Google Maps" melden - darunter auch falsche oder fehlende Straßennamen.

Bilderstrecke zum Thema

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Der "Drachenlord" hat Altschauerberg im Griff. Hunderte versammelten sich zu einer Hass-Demo in dem kleinen Örtchen, trotz eines Verbotes des Landratsamtes. Die Polizei riegelte das Dorf ab, auch um Anwohner zu schützen.


Es ist daher davon auszugehen, dass sich mehrere Nutzer dazu verabredet haben, die derzeit sichtbaren Namen bei Google als korrekt zu melden. Weshalb allerdings offenbar keine Sicherheitsmechanismen verhindert haben, dass auf diese Weise die Straßennamen eines gesamten Ortes verändert werden, ist unbekannt. Auch diese Frage blieb von Google unbeantwortet.

Naiv und provokant

Seit Jahren besuchen junge Menschen aus ganz Deutschland und teilweise auch dem Ausland das 40-Seelen-Dorf Altschauerberg - und das bei Tag und Nacht. Im besten Fall wollen sie nur einmal einen Blick auf den umstrittenen YouTuber erhaschen, der durch seine teilweise herzzerreißend naiven, teilweise aber auch extrem provokanten Videos zu einer Netz-Kultfigur geworden ist. Meist jedoch geht es darum, den 31-Jährigen so lange zu reizen, bis er die Beherrschung verliert, ihn dabei zu filmen und die Videos dann ins Netz zu laden.


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Besonders die Nachbarn leiden unter dem hierbei entstehenden Lärm, denn abgesehen von ausdauerndem Geschrei explodieren nicht selten mitten in der Nacht Kracher auf Winklers Grundstück, Menschen rütteln an seinem Zaun - oder es fliegen auch mal Glasflaschen und Lebensmittel.

Höhepunkt des bizarren Negativ-Kults um den Drachenlord war der 20. August 2018: 600 bis 800 Menschen kamen nach Altschauerberg, um "den Drachen das Fürchten zu lehren" - so dass die Polizei sogar Einsatzkräfte vom laufenden Pokalspiel von Greuther Fürth gegen Borussia Dortmund abziehen musste, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Und auch die Hoffnung der Altschauerberger, wenigstens während der Pandemie würde ein bisschen Ruhe in Altschauerberg einkehren, hat sich zerschlagen: Selbst von Corona lassen sich die Hater nicht stoppen.

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