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Abriss am Aufseßplatz: "Schocken" weicht Wohnungsbauprojekt

Edeka will sich mit der Ten Brinke Group zusammentun - 05.10.2019 05:57 Uhr

Edeka will das Projekt am Aufseßplatz mit der Ten Brinke Group fortführen. © Stefan Hippel


Die Frage "Wie geht es weiter mit dem leerstehenden Kaufhof auf dem Aufseßplatz?" stellen sich die Menschen in der Südstadt schon seit Jahren. Statt einer Antwort kam in letzter Zeit sogar eine weitere Frage hinzu, nämlich: Mit wem? Wie mehrfach berichtet, kursierten im Stadtteil nämlich Gerüchte, dass Eigentümerin Edeka das Gebäude verkauft habe oder einen erfahrenen Immobilienentwickler als Partner suche.

Der scheint nun gefunden, wie das Unternehmen mitteilt: Edeka will das Projekt am Aufseßplatz mit der Ten Brinke Group fortführen. Das mehr als 115 Jahre alte Immobilienunternehmen, das weltweit mit einem Umsatz von 950 Millionen Euro und über 1000 Mitarbeitern, tätig ist, ist auch in Nürnberg nicht fremd. Neben dem Telekom Service Center im Hansa Park und dem Tempo Haus hat die Ten Brinke Group hier zum Beispiel auch die Zentrale der Cortal Consor Bank realisiert.


Unruhe am Aufseßplatz: "Schocken" schon wieder verkauft?


"Mit der Projektierung und Realisierung von Geschoss-Wohnungsbau – wie er auch auf Wunsch der Stadt mit eingeplant wurde – betritt Edeka bauliches Neuland, heißt es in der Pressemitteilung. Großprojekte dieser Art und in dieser Komplexität zählen nicht zum Kerngeschäft des Lebensmittel-Marktführers. "Deshalb haben wir uns einen erfahrenen, kompetenten Partner gesucht, der gemeinsam mit uns dem einstigen 'Schocken-Center' wieder Leben einhaucht", erklärt Edeka-Vorstand Sebastian Kohrmann.

Bis zu 130 Wohnungen

Die aktuellen Pläne sehen einen Abriss des alten Kaufhauses vor. An dessen Stelle soll auf dem mehr als 32.000 Quadratmeter großen Areal ein Wohn- und Geschäftshaus mit Handel im Untergeschoss und Erdgeschoss, Stellplätzen auf einem eigenen Park-Geschoss sowie bis zu 130 Wohnungen in den Obergeschossen entstehen. Mit der Eröffnung des Gebäudes in dem Edeka mit einem Vollsortimenter vertreten sein wird, sei 2023 zu rechnen.

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Der Kaufhof am Aufseßplatz: Eine Chronik

Am 16. Juni 2012 schloss die Kaufhof-Filiale am Nürnberger Aufseßplatz endgültig. Die Immobilieneigentümerin Metro Properties plante, das Gebäude abzureißen, danach sollte an selber Stelle ein Kaufhaus mit zeitgemäßem Konzept entstehen. Doch bevor das geschah, schlug Edeka zu. Ein Blick auf die Geschichte des Hauses.


"Das komplexe Projekt hat uns vor große Herausforderungen gestellt, die wir mit unserem Partner Ten Brinke nun optimal meistern werden. Wir freuen uns, den Nürnbergern am Aufseßplatz bald wieder einen attraktiven, modernen Standort im Herzen der Nürnberger Südstadt bieten zu können", so Kohrmann zum.

Wirtschaftsreferent Michael Fraas begrüßt die Kooperation und betont die Strahlwirkung des Projekts für den Stadteil: "Der Südstadt-Einzelhandel wird von einer höheren Frequenz am Aufseßplatz profitieren. Damit erhält der Platz wieder seine ursprüngliche Bedeutung als zentraler Handelsplatz und sozialer Begegnungsort der Südstadt. Ebenso entsteht neuer, dringend benötigter Wohnraum. Das ist eine mehrfache Win-Win-Situation."

Auch Nürnbergs Planungs- und Baureferent Daniel Ulrich sieht dem Vorhaben positiv entgegen: "Ich freue mich, dass es endlich losgeht und warte gespannt auf das Wettbewerbsverfahren."

Volkan Altunordu

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