Verantwortliche bereiten sich vor

Bald dritte Impfung in Nürnberg möglich? Das müssen Sie wissen!

NZ-Redakteurin Ngoc Nguyen
Ngoc Nguyen

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Im Herbst sollen die Auffrischimpfungen in Bayern beginnen, für die meisten ist es die dritte Impfung gegen Covid-19.

Im Herbst sollen die Auffrischimpfungen in Bayern beginnen, für die meisten ist es die dritte Impfung gegen Covid-19. © Laci Perenyi via www.imago-images.de, ARC

In den vergangenen Monaten kam in den Seniorenheimen so etwas wie Normalität auf, "eine neue Normalität", sagt Alexander Adamek. Er ist bei NürnbergStift für die strategische Unternehmensentwicklung zuständig, unter anderem besorgt er immer wieder Zehntausende Schnelltests für die städtischen Heime. Jetzt geht es um die dritte Impfung gegen das Coronavirus, eine Auffrischimpfung für ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen.

Normalität behalten

Das Ziel ist, die hart errungene, neue Normalität zu behalten. "Wir könnten sofort mit den Impfungen beginnen, wir haben alles da, die Kontakte, die Papiere, alles", sagt Adamek. Sein Chef Michael Pflügner betont: "Wir dürfen im Herbst keine Impflücke entstehen lassen. Wir stehen Gewehr bei Fuß!"

Nur noch Details seien zu klären, etwa, ob die Aufklärungsbögen von den ersten Immunisierungen nun auch für die dritte Impfung gelten. 650 meist hochbetagte Bewohner hat NürnbergStift in seinen Einrichtungen wie die am Platnersberg oder im Sebastianspital. Dazu kommen 120 Menschen, die in den betreuten Wohnungen des Heilig-Geist-Spitals leben. Wenn es soweit ist, wünscht sich Pflügner "hundert, zweihundert Impfungen am Tag" und "wahrscheinlich werden dann wieder die mobilen Impfteams in die Heime kommen".

Hallerwiese impft schon

Während die Planungen für die Senioreneinrichtungen laufen, hat die Klinik Hallerwiese in dieser Woche schon mit den Auffrischimpfungen begonnen. "Gerade bei Mitarbeitenden, die an vorderster Front, nah am Patienten, arbeiten, war die Nachfrage nach einer dritten Impfung in den vergangenen Monaten hoch", erklärt Claudia Pollok, die Unternehmenssprecherin für das Klinikum Hallerwiese und für die Cnopf’sche Kinderklinik. Personal, das im Januar 2021 in der Prioritätsgruppe 1 geimpft wurde, hätte nun die Möglichkeit auf eine Auffrischimpfung mit Biontech.

Man habe schon lange mit einer dritten Impfung gerechnet: "Booster-Impfungen sind auch bei anderen primären Impfstoffen üblich. Für eine Langzeitwirkung nach sechs bis zwölf Monaten erfolgt auch bei Hepatitis oder dem FSME-Virus, das durch Zeckenstiche übertragen wird, eine Auffrischungsimpfung."

Das Impfzentrum Nürnberg steht in den Startlöchern. "Die Abläufe sind gut und reibungslos eingespielt, wir können jederzeit loslegen", sagt Ulrike Goeken-Haidl von der Koordinierungsstelle. Und das, obwohl in der Stadt noch so manche Sonderaktion läuft, bei der Menschen die allererste Impfspritze erhalten.

Impfstoffe verfallen bald

Dem Zeitplan für die neuerliche Immunisierung liegt die Impf-Reihenfolge von Winter 2020 bis Frühjahr 2021 zugrunde. Das bedeutet, dass zuerst diejenigen Senioren- und Pflegeeinrichtungen eine Drittimpfung erhalten, deren Erstimpfung am weitesten zurückliegt. "Auf diese Weise arbeiten wir uns dann sukzessive vor", sagt Goeken-Haidl.

Was ihr Bauchschmerzen macht, sind die vielen Impfdosen, die bald endgültig verfallen. Seit Ende Juli befinden sich fast 2200 Dosen Moderna und 234 Dosen Biontech im Kühlschrank des Impfzentrums, die besonders gekennzeichnet wurden. Man hoffe, sagt Goeken-Haidl, dass die Hersteller später die Haltbarkeit verlängern und der kostbare Impfstoff doch noch eingesetzt werden könne. "Es wäre sinnvoll, ihn für die Auffrischimpfungen zu verwenden anstatt verfallen zu lassen. Aber nicht wir können den Startschuss bestimmen, sondern das bayerische Gesundheitsministerium."