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Die Stadt muss beim Thema Frankenschnellweg jetzt umdenken

Statt des Maximalausbaus sind neue Ideen gefragt - 13.04.2021 09:16 Uhr

Der Frankenschnellweg verläuft mitten durch das Stadtgebiet. Mit einer Tunnellösung soll er kreuzungsfrei gemacht werden.

12.04.2021 © e-arc-tmp-20130708-162924-006.jpg, NN


Das Ergebnis, über das sich die Nürnberger Stadtspitze zutiefst enttäuscht zeigt, ist nicht vom Himmel gefallen: Der Bund Naturschutz als Vorkämpfer einer umwelt- und klimagerechten Verkehrswende stemmt sich schon sehr lange gegen das Mammutprojekt, den Frankenschnellweg im Stadtgebiet in eine Teerstrecke ohne Hindernisse zu verwandeln. Koste es, was es wolle.


Helle Freude und tiefe Enttäuschung über das BN-Votum zum Frankenschnellweg


Vom Tisch gewischt

Insofern haben die BN-Mitglieder bei ihrer Befragung nur konsequent gehandelt und auch den mühsam aufs Papier gebrachten Kompromiss vom Tisch gewischt, der den kreuzungsfreien Ausbau ein wenig grüner machen soll.

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Frankenschnellweg soll ausgebaut werden: Das sind die Pläne

"Weniger Stau, weniger Umweltbelastung und ein grüner Tunneldeckel": Mit diesen Worten wirbt die Stadt Nürnberg für den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs. In einer Ausstellung zeigen Grafiken, wie die verschiedenen Abschnitte einmal aussehen könnten. Wir haben sie in einer Bildergalerie zusammengefasst.


Was Fragen aufwirft, sind die absoluten Zahlen: Hinter den 57 Prozent, die den Vergleich abgelehnt haben, stehen gerade einmal 1543 honorige Naturschützerinnen und Naturschützer. Auch wenn die Verbandsspitze beteuert, sie sei mit der Resonanz zufrieden, so sprechen die BN-„Wähler“ längst nicht für alle Bürgerinnen und Bürger der Halbmillionenstadt. Das Abstimmungsergebnis zeigt allenfalls, wie tief die Frage nach der verkehrlichen Zukunft Nürnbergs die Menschen spaltet.

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Wegen Sanierungsarbeiten: Mega-Stau rund um den Frankenschnellweg

In den Osterferien saniert der städtische Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) Abschnitte des Frankenschnellwegs und der Rothenburger Straße. Die Arbeiten werden von Freitag (26. März) bis Freitag (9. April 2021) ausgeführt. Bereits am ersten Tag sorgten die Baustellen für einen Mega-Stau. Hier kommen die Bilder.


Ein Ende des Tauziehens um die richtige Infrastrukturlösung ist also nicht in Sicht ist.
Zwar hat die Stadt gute Karten, ihr Prestigeprojekt auf dem Klageweg durchzusetzen. Denn die von den Naturschützern kritisierte fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung ist nachgeholt, die Regierung von Mittelfranken hat die Pläne abgesegnet.


Kommentar: Teure Taktik beim Frankenschnellweg


Zehn Jahre Bauzeit

Baurecht indes besteht erst, wenn die juristischen Auseinandersetzungen irgendwann vom Tisch sind. Vor dem Jahr 2025 wird wohl kein Bagger anrollen, und frühestens 2035 wäre diese runderneuerte Stadtautobahn mit aufwendiger Tunnellösung und begrüntem „Deckel“ komplett fertig.

Wenn nichts dazwischen kommt. Wenn die Kosten nicht wie befürchtet in die Milliarden gehen und der Freistaat kräftig zuschustert. Wenn. Viele Fragen sind weiter ungeklärt.

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Fridays for future-Demo: Aktivisten radeln über Frankenschnellweg

Rund 400 Teilnehmer der Fridays for future-Bewegung fanden sich am Freitagabend auf dem Kornmarkt in Nürnberg ein, um gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs zu demonstrieren. Sie radelten - ähnlich wie die Critical Mass - durch die Stadt und sogar über die Fahrbahn.


Dieser Frankenschnellweg passt einfach nicht in die Zukunft. Doch die Stadtpolitik will nicht umdenken. Die Rathauskooperation aus CSU und SPD hat sich für den Komplettausbau der Trasse ausgesprochen, mehrfach.

Alternative Lösungen, wie sie Verkehrs- und Stadtplaner an der TH Nürnberg ins Gespräch gebracht haben, wurden nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Sie seien technisch nicht realisierbar, hieß es. Auch in der 18-jährigen Regentschaft unter Ulrich Maly waren solche Pläne in der Schublade verschwunden.

Nach Varianten, die zwischen den Extremen von aufwändigen Tunnelbauten und einem radikalen Rückbau der Route liegen, hat man bisher nicht gesucht. Jetzt wäre Gelegenheit dazu. Wenn Oberbürgermeister Marcus König den Mut hat, die schwierige Erbschaft seiner Vorgänger zu entrümpeln, könnte die Geschichte des Frankenschnellwegs endlich ein gutes Ende nehmen.

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