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Mittwoch, 19.06.2019

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Fliegerbombe bei Langwasser kontrolliert gesprengt

Blindgänger war bei Bauarbeiten nahe der Autobahn gefunden worden - 06.05.2019 17:13 Uhr

Der Fund einer Gasleitung sorgte zunächst dafür, dass sich die Sprengung mehrmals verzögerte. © NEWS5 / Fechner


Es handelte sich um eine amerikanische Fliegerbombe - allerdings war sie mit 113 Kilogramm "nur" halb so groß wie die vor kurzem in Nürnberg-Höfen kontrolliert gesprengte Bombe. Da der Zünder abgebrochen war und kein Werkzeug zur Entschärfung angebracht werden konnte, musste der Blindgänger kontrolliert gesprengt werden. Auch die Lage des Sprengkörpers war problematisch, wie in Höfen handelte es sich um einen Säurezünder. Die Bombe war am Vormittag zwischen 10 und 11 Uhr bei Baggerarbeiten nahe der A73 gefunden worden. Der Blindgänger lag zwischen der Ausfahrt Zollhaus und dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd am Fuß des Damms zur Erweiterung der A73.

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Bombenfund an der A73: Kontrollierte Sprengung nahe der Autobahn

Bei Bauarbeiten wurde am Montagvormittag an der A73 eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Der Fundort liegt auf gemeindefreiem Gebiet im Forst Kleinschwarzenlohe zwischen Worzeldorf, Wendelstein und Langwasser. Die Bombe musste kontrolliert gesprengt werden, was sich zunächst verzögerte, weil eine Ferngasleitung in der Nähe des Fundortes verläuft.


Kurz vor 17 Uhr wurde die Bombe dort ohne Zwischenfälle kontrolliert gesprengt, verletzt wurde niemand. Zur Sicherheit waren Rettungskräfte vor Ort. Zuvor hatte ein Hubschrauber den Wald rund um das Fundgebiet abgesucht, um zu verhindern, dass sich während der Sprengung Spaziergänger oder Jogger innerhalb des Korridors aufhalten. Streifen der Polizei fuhren zusätzlich das Gelände ab und warnten mögliche Passanten per Lautsprecher. 

Für die Sprengung war die Bombe mit einem Sandhaufen bedeckt und mit Wasser gefüllten Säcken beschwert worden. Zunächst sollte diese gegen 14 Uhr stattfinden, wurde dann auf 15 Uhr verlegt und verzögerte sich weiter. Da eine Ferngasleitung in der Nähe des Fundortes verläuft, wurde ein Sachverständiger hinzugezogen, um zu untersuchen, ob dadurch Komplikationen bei der Sprengung entstehen können. Am Nachmittag gab der Experte Entwarnung, die Sperrung war durch die Ferngasleitung nicht beeinträchtigt. 

Im rot markierten Bereich liegt das Sperrgebiet, auf der A73 zwischen der Anschlussstelle Zollhaus und dem Kreuz Nürnberg-Süd. © Google Maps


Der Fundort liegt auf gemeindefreiem Gebiet im Forst Kleinschwarzenlohe zwischen Worzeldorf, Wendelstein und Langwasser. Anwohner waren von einer eventuellen Evakuierung nicht betroffen, da es sich bei dem im Sprengradius von 500 Metern befindlichen Gebiet um Waldgelände handelt.

Auf den Verkehr im Südosten Nürnbergs wirkte sich die Entschärfung allerdings erheblich aus: Die A73 war nach dem Fund zunächst zwischen der Anschlussstelle Zollhaus und dem Kreuz Nürnberg-Süd in beide Richtungen gesperrt. Als bekannt wurde, dass die Sprengung verschoben wird, wurden die Fahrbahnen zunächst für den Verkehr freigegeben. Ab etwa 16.30 Uhr galt dann erneut eine Vollsperrung, die kurz nach 17 Uhr wieder aufgehoben wurde.

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Blindgänger in der Region Nürnberg: Eine Chronik der Bombenfunde

Alarmsirene und Bombenhagel: Spätestens seit 1941 bekamen die Nürnberger die Schrecken des Zweiten Weltkrieges hautnah zu spüren. Immer wieder drangen alliierte Flugzeugverbände in den Luftraum über der Noris ein, um die Stadt zu bombardieren. Der Krieg ist seit 1945 beendet, doch seine Zeugnisse liegen noch im Erdreich unter der Frankenmetropole begraben. Immer wieder tauchen bei Bauarbeiten und Erdrutschen verrostete Fliegerbomben auf.


Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert, zuletzt um 17.15 Uhr. 

jru, co, ama, mch

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