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Frankenschnellweg: Warum die Ablehnung des Kompromisses fatal wäre

Die Politik hat die Anwohner jahrelang vernachlässigt - 19.03.2021 17:23 Uhr

Seit Jahrzehnten leiden die Anlieger des Frankenschnellwegs unter zu viel Verkehr, zu vielen Abgasen und zu viel Lärm. Sie wurden von der Politik vernachlässigt.

18.03.2021 © Stefan Hippel, NNZ


Am Leiblsteg werden Tag für Tag rund 55.000 Autos gezählt. Diese Zahl, die für die Verkehrsbelastung am Frankenschnellweg steht, wird bei Verkehrszählungen auf dem Stadtgebiet nur noch von der Südwesttangente übertroffen. Wer sich das vor Ort einmal angesehen und vor allem angehört hat, der kann nur noch den Kopf schütteln, weil die Belastung fast unmenschlich ist. Rund 15.000 Anlieger müssen seit Jahrzehnten Lärm und Abgase ertragen. Regelmäßige Nutzer des Frankenschnellwegs dürften eine hohe Zahl an Stunden auf ihrem Staukonto haben. Das ist verlorene Lebenszeit.

Die Politik hat sich fahrlässig lange überhaupt nicht darum gekümmert, die Situation für die Menschen entlang des FSW zu verbessern. Frei nach dem Motto: Selber schuld, wer dort wohnt. Nicht alle Anlieger können sich aber einen Umzug leisten und ihre Immobilien wären nur schwer, wenn überhaupt, auf dem Markt zu veräußern.


Bürgermeister Vogel: "Einen Frankenschnellweg light gibt es nicht"


Gruppe fordert BN-Mitglieder auf, Kompromiss abzulehnen

Noch bis Ostern können die Mitglieder vom Bund Naturschutz (BN) darüber abstimmen, ob sie den Kompromiss zwischen Stadt Nürnberg und dem BN zustimmen. Wenn ja, dann würde der BN die Klage gegen den kreuzungsfreien Ausbau zurückziehen. Mit dem Kompromiss hat der BN viel erreicht: Lkw über 7,5 Tonnen dürfen den FSW nicht als Durchgangsstrecke benutzen, die Geschwindigkeit wird auf 60 Kilometer in der Stunde begrenzt und, wenn die Abgas-Grenzwerte überschritten werden, dann kann die Zufahrt in die Innenstadt gesperrt werden.

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Zahlen und Fakten: Der Ausbau des Frankenschnellwegs kurz erklärt

Mehr Autos, über 600 Millionen Euro Baukosten, Lärmschutzwände und ein Tunnel: Der Ausbau des Frankenschnellwegs sorgt seit Jahren für heftige Diskussionen unter Politikern, Naturschützern und Bürgern in der Region. Wir haben die wichtigsten Fakten zu den Planungen zusammengetragen und grafisch aufbereitet. Hier finden Sie einen Überblick.



Frankenschnellweg-Verfahren wird fortgesetzt


Doch das genügt den Gegnern des Frankenschnellwegs nicht: Eine Gruppe die sich "Standhaft bleiben" nennt, fordert die BN-Mitglieder auf, den Kompromiss abzulehnen. Der VCD will den FSW sogar zurückbauen und es werden wieder einmal Alternativplanungen in den Raum gestellt, die eher von einem "Ich wünsche mir die Welt schön" als von Problemlösungen geprägt sind.

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Fridays for future-Demo: Aktivisten radeln über Frankenschnellweg

Rund 400 Teilnehmer der Fridays for future-Bewegung fanden sich am Freitagabend auf dem Kornmarkt in Nürnberg ein, um gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs zu demonstrieren. Sie radelten - ähnlich wie die Critical Mass - durch die Stadt und sogar über die Fahrbahn.


Vielleicht würde man den FSW so heute nicht mehr bauen. Aber 55.000 Nutzer am Tag bedeuten auch, dass es in diesem Teil von Nürnberg eine verkehrlich leistungsfähige Straße geben muss. Es sind vor allem Anlieger aus der Region, die den FSW nutzen. Ohne den FSW würden die angrenzenden Stadtteile noch mehr vom Verkehr überschwemmt werden als sie es schon sind. Leider wurde der kreuzungsfreie Ausbau des Frankenschnellwegs zum Glaubenskrieg: Nötig wäre eine argumentative Abwägung, die akzeptiert, dass an dieser Stelle kein Idealzustand herzustellen ist.


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