Schutz von Frauen

"Gewalt kommt mir nicht in die Tüte!": Nürnberg setzt mit Aktionen ein Zeichen

Clara Grau
Clara Grau

Lokalredaktion Nürnberg

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21.11.2022, 12:14 Uhr
Keine Gewalt gegen Frauen ist das Ziel eines Aktionstages, der auch in Nürnberg begangen wird. 

© Maurizio Gambarini, dpa Keine Gewalt gegen Frauen ist das Ziel eines Aktionstages, der auch in Nürnberg begangen wird. 

Die Nürnberger Gleichstellungsstelle hat 70.000 Tüten mit dem Motto "Gewalt kommt mir nicht in die Tüte!" bedrucken lassen. Diese werden rund um den 25. November 2022 kostenlos in vielen Bäckereien und Geschäften verteilt. Anlass ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Insgesamt stellt die Arbeitsgemeinschaft der mittelfränkischen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten 300.000 Tüten für Aktionen im Regierungsbezirk zur Verfügung.

In Nürnberg beteiligen sich erstmals auch viele Apotheken an der Aktion. Ein großer Teil der Papiertüten geht zudem an die Nürnberger Tafel. Auf den Tüten sind die Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen in der jeweiligen Stadt aufgelistet. Damit soll ein breites Publikum für das Thema Gewalt gegen Frauen sensibilisiert werden, denn der Kampf für ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben für Frauen und Kinder ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur gemeinsam gelöst werden kann.

Außerdem hisst die Stadt Nürnberg eine Fahne mit der Aufschrift "Wir sagen ‚Nein!‘ zu Gewalt gegen Frauen!" am Rathaus Fünferplatz 1 neben der Gleichstellungsstelle. Diese wird ab Mittwoch, 23. November, bis einschließlich Samstag, 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, zu sehen sein. "Geschlechtsspezifische Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung sowie eine Form der Diskriminierung der Frau", begründet Hedwig Schouten, Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg den gewählten Zeitraum.

Der Gedenktag "Nein zu Gewalt an Frauen" geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen Diktator Rafael Leónidas Trujillo beteiligt. Der Mut der Mirabal-Schwestern gilt inzwischen als Symbol, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.

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