Im Frühjahr ist sie fertig: So sieht Nürnbergs neue Sporthalle aus

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 04.04.18..FOTO: Horst Linke ..MOTIV: Mitarbeiterporträt:Timo Schickler..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Timo Schickler

Lokalredaktion Nürnberg

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22.12.2020, 05:48 Uhr
Mit Glasfront und Lamellenfassade in verschiedenen Farben: Das ist die neue Halle der Stadt am Tillypark.

Mit Glasfront und Lamellenfassade in verschiedenen Farben: Das ist die neue Halle der Stadt am Tillypark. © Michael Matejka, NNZ

Wieder rollt schweres Gerät heran. Im Minutentakt fahren Fahrzeuge in die Baustelle am Tillypark hinein und andere wieder hinaus. Es klopft, scheppert, irgendwo kreischt eine Säge. Während auf der einen Seite Asphalt für die knapp 200 Parkplätze aufgetragen wird, balanciert auf der anderen ein riesiger Kran eine Trafostation über den Boden.

Halle kostet 40 Millionen Euro

In der Mitte steht Stefan Zillig und wirkt zufrieden. Das geschäftige Treiben ist ganz nach dem Geschmack des großen schlanken Mannes mit schwarzer Brille und weißem Helm. Zillig arbeitet für die wbg Kommunal und ist Projektleiter für das 40 Millionen Euro teure Projekt, das im Westen Nürnbrgs entsteht: die lang ersehnte neue Multifunktionshalle.

Dass hier bis vor kurzem noch der schnöde Sportplatz der ehemaligen Tilly-Kaserne lag, ist nur schwer vorstellbar. So schnell ist die neue Halle an der viel befahrenen Gustav-Adolf-Straße gewachsen. Erst im April hat die wbg Kommunal, die im Auftrag der Stadt die Halle baut, die Baugenehmigungen bekommen. Sie ist bis dahin nicht untätig gewesen. "Alle Vorarbeiten waren schon erledigt, der Sportplatz zurückgebaut, der Baugrund geebnet."


Stadtrat stimmt für neue Halle am Tillypark


Und damit der Weg für einen Bau im Eiltempo. Im Februar, sagt Zillig, soll die Halle fertig sein, "dann kommen Ende März noch die Außenanlagen". Ein Blick auf und in die neue Arena zeigt, warum der wbg-Projektleiter um eine Antwort nicht verlegen ist: Die neue Sport- und Konzerthalle ist weit gediehen. Trotz der "üblichen Probleme", sagt Zillig, die es auf Baustellen gibt.

Fleißig: 60 bis 100 Handwerker sind auf der Hallen-Baustelle unterwegs.

Fleißig: 60 bis 100 Handwerker sind auf der Hallen-Baustelle unterwegs. © Michael Matejka, NNZ

Und trotz Corona. Die wbg hat sich eine auf solche Arenen spezialisierte Firma mit ins Boot geholt, die aber sitzen in Roth - und in der Schweiz. Die nötigen Absprachen und Konferenzen virtuell abzuhalten, sei das eine. Wegen der Pandemie aber sind immer wieder Fachkräfte oder auch Material an der Grenze aufgehalten worden.

Fassade: Braun oder grün?

Jetzt stehen die vier Hallenwände samt der Dachkonstruktion mit abgerundeten Ecken. Besonders auffällig ist die Fassade der neuen Halle - in Braun. Oder doch Grün? Das kommt auf den Blickwinkel an, die Farbe ändert sich dank einer speziellen Lamellen-Konstruktion. Stefan Zillig muss selbst immer zweimal hinsehen. Prägnant ist außerdem die große Glasfront an der Nordseite des Baus, zu deren Seiten noch zwei größere, rechteckige Löcher klaffen. "Dorthin kommen die Ticketschalter", erklärt Zillig.

Hier also können, sobald es Corona wieder zulässt, Eintrittskarten gekauft werden, für Konzerte beispielsweise, und Basketballspiele. Die sind der Auslöser für den Hallenbau. Weil sie keine geeignete Spielstätte hatten, schauten die Basketballer der Nürnberg Falcons bei der Lizenzvergabe für die Spitzenliga in die Röhre. Dagegen will die Stadt nun etwas tun, denn "Spitzensport braucht Spitzensportanlagen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Thorsten Brehm, als im Februar der Stadtrat den Bau der Halle beschließt.

Für 3900 Falcons-Fans Platz

Einig sind sich die Stadträte aber auch bei der Ausrichtung: Die Halle soll nicht einer Sportart vorbehalten sein, hier soll Handball gespielt, gerungen oder geturnt werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an den Bau, weiß Stefan Zillig, während er durch eines der Mundlöcher den Innenraum betritt.

So werden die Zugange bezeichnet, die zu den Tribünen führen. Der Zugang auch zu den Sitz- und Stehplätzen ist überall ebenerdig. Für eine zweite Ebene, wie etwa in der Arena am Stadion, "hätten wir mehr Geld und mehr Platz benötigt", weiß Zillig.

Platz soll es hier für 3900 Menschen geben, zumindest beim Basketball. "Bei Handball ist das Spielfeld größer, da werden es weniger." Noch mehr Platz als bei Sportveranstaltungen gibt es bei kleinen Konzerten. Dann wird eine der Sitztribünen in nur 30 Minuten eingefahren, um an der Stelle eine Bühne zu installieren. "Dann kann auch der Innenraum besetzt werden."

Foyer mit Galerie als Event-Ort

Für kleine Veranstaltungen, beispielsweise von Firmen, kann die große Halle zu bleiben. Stattdessen ist dann Platz für bis zu 600 Gäste im Foyer samt einer Galerie. "Und mit eigener Lüftungsanlage im Vorraum", sagt Zillig. So müsse bei Events nicht die ganze Halle in Betrieb genommen werden.

Zillig führt durch das Innere, wo die Skelette von

dreier Tribünen schon die Hallenseiten eingenommen haben. Danach geht es durch eines der beiden Nebengebäude, in denen sich eine Aufwärmhalle und zwei Kabinen für die Profis befinden, dazu ein Vip-Bereich und eine große Küche. Wieder einen Anbau weiter finden sich weitere Kabinen, schließlich soll die Multifunktionshalle von mehreren Sportvereinen genutzt werden können.

Eine Trafostation für die Multifunktionshalle - da ist großes Gerät nötig.

Eine Trafostation für die Multifunktionshalle - da ist großes Gerät nötig. © Michael Matejka, NNZ

Auch Christian Vogel hat die neue Arena vergangene Woche zum ersten Mal in Augenschein genommen. Das Fazit des Bürgermeisters: "Es wird eine Mega- Halle. Für Sport, Kultur und Tagungen." Weil die Arbeiten so zügig laufen, geht Vogel davon aus, dass "wir die Halle sehr sicher im ersten Halbjahr 2021 in Betrieb nehmen können", sagt Vogel.

Ob er dann in seinem Geschäftsbereich für die neue Halle, in der es "einen Block Sport und einen Block Kultur und Veranstaltungen geben wird", zuständig ist, kann Vogel noch nicht sagen. Noch muss die Stadt entscheiden, ob der Erste Werkleiter des Stadions auch die zweite große städtische Arena wacht. Denn fest steht bereits: Die Stadion Betriebs-GmbH wird die Halle betreiben. Ab dem Frühjahr.

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