Samstag, 28.11.2020

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Kaum Masken, wenig Abstand: Polizei muss Querdenker-Demo in Nürnberg sichern

Auch Markus Söder äußerte sich bereits zu der Veranstaltung - 20.11.2020 21:08 Uhr

Dicht an dicht stehen Menschen zusammen, Masken sind nur ganz vereinzelt zu sehen. Eines ist schnell klar: Die aktuellen Corona-Abstandsregeln werden hier definitiv nicht eingehalten. Am Freitagabend rückte deswegen die Nürnberger Polizei aus, um eine Querdenker-Demonstration in Nürnberg zu sichern. Die Menschen fanden sich in der Bärenschanzstraße ein.

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Wenig Abstand, keine Masken: Polizei muss Querdenker-Demo in Nürnberg ordnen

Weil zahlreiche Menschen die Abstandsregeln nicht einhielten, musste die Nürnberger Polizei am Freitagabend ausrücken und für Ordnung sorgen. Menschen der Querdenker-Bewegung hatten sich zahlreich in der Bärenschanzstraße eingefunden - ein prominenter Besuch in Franken sorgte wohl zusätzlich für Konfliktpotential.


Der Grund ihrer Zusammenkunft: Die Teilnehmer sehen ihre Grundrechte in Gefahr - "Gegen die Aushebelung des Grundgesetzes durch das Infektionsschutzgesetz" war das Motto an diesem Abend. Zudem sorgte ein prominenter Besuch in Nürnberg wohl für zusätzliches Konfliktpotenzial: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war an diesem Freitag in Nürnberg zu Gast. Dieser dankte den fränkischen Helfern in der Coronakrise. Zuvor trug sich der Staatsmann bereits in das Goldene Buch der Stadt ein.

Auch Markus Söder äußerte sich mittlerweile zu der Veranstaltung – mit deutlichen Worten: Dass vor dem Justizpalast die Bewegung Querdenken zum Protest aufgerufen hat - nach eigenen Angaben nicht, um den Erinnerungsakt zu den Nürnberger Prozessen zu stören, sondern um darauf aufmerksam zu machen, dass das jüngst beschlossene Infektionsschutzgesetz "die massivsten Grundrechtseinschritte in der Geschichte der Bundesrepublik" vollziehe -, dafür hat Söder kein Verständnis. Zu einer angeblichen Parallele des Jahres 2020 zu 1933 sagte der Bayerische Ministerpräsident: "Was für ein irrer Gedanke!"

Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken in einer Pressemitteilung bekannt gab, fanden sich die ersten Teilnehmer gegen 18 Uhr in der Fürther Straße auf Höhe des Justizgebäudes ein. Insgesamt waren demnach rund 200 Menschen dem Aufruf zur Demonstration gefolgt. Weil Mindestabstände trotz wiederholter Lautsprecherdurchsagen nicht eingehalten wurden, erteilten die Beamten vor Ort vereinzelt Platzverweise.

Viel Lob für Gegendemonstranten

Andere Stelle, wenige Meter weiter - hier fand die Polizei jedoch ein komplett anderes Bild vor: Zwischen der Sielstraße und der Bärenschanzstraße lief parallel eine Gegendemonstration mit dem Titel "Solidarität statt Verschwörungswahn". Diese lief "völlig störungsfrei" - so die Polizei im Nachgang. Abstände wurden eingehalten und auch Masken wurden getragen. Rund 300 Teilnehmer hatten sich hier versammelt. Die Polizei war unter der Führung der Polizeiinspektion Nürnberg-West mit Kräften der Verkehrspolizeiinspektion Nürnberg, des USK-Mittelfranken sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei im Einsatz.


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