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Kita-Beiträge: Pauschale Entlastung sorgt für Kritik

Träger können mit den Zuschüssen des Freistaates Kosten nicht decken - 24.04.2020 17:23 Uhr

Viele Kindergartenträger in Nürnberg kommen aufgrund der Coronakrise in Liquiditätsschwierigkeiten. © dpa


"Das ist einfach irre", sagt Michael Bauer, Vorstand der Humanistischen Vereinigung, die im Großraum Nürnberg 16 Kitas betreibt. "Es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass die Elternbeiträge übernommen werden." Offizielle Zahlen gibt es zwar noch nicht, doch laut Bauer ist derzeit geplant, den Einrichtungen für Kindergartenplätze 150 Euro pro Monat (inklusive Beitragsentastung) und für Krippenplätze 300 Euro pro Monat (inklusive Krippengeld) zu zahlen. Für einen Hortplatz soll es 100 Euro geben.


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Das geht auch aus einem Newsletter der CSU hervor, der der Redaktion vorliegt. Doch die tatsächlichen Beiträge der Eltern seien teilweise deutlich höher, sagt Bauer. In den Kitas der Humanistischen Vereinigung zahlten Eltern für einen Kindergartenplatz im Schnitt 230 Euro im Monat, für einen Krippenplatz fallen durchschnittlich 410 Euro an. Dem Träger entstehe so ein Defizit von 100.000 Euro pro Monat. "Das ist zu viel. Es wäre erfreulich, wenn der Freistaat hier nachbessern würde."

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Michael Schobelt, Vorstand der Arbeiterwohlfahrt in Nürnberg, sieht es ähnlich. "Wirtschaftlich wäre das ein Desaster." In den Einrichtungen der Awo werde ein monatliches Defizit von 50.000 Euro entstehen, doch der Wohlfahrtsverband habe keine großen Rücklagen. "Das können wir nicht so einfach aushalten." Schobelt hofft, dass die Verbände gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden werden. "Für viele Träger ist das existenzbedrohend."

Genaue Regelung unklar

Christiane Stein von der Dachorganisation der selbstorganisierten Kindertagesstätten Soke, in der sich rund 85 Träger aus Nürnberg und Umgebung zusammengeschlossen haben, kennt die Klagen. Auch sie fürchtet, dass etliche Träger Liquiditätsprobleme bekommen könnten. "Eine komplette Übernahme wäre mir lieber gewesen." Umgekehrt sei sie aber froh, dass der Freistaat nach anfänglichem Zögern überhaupt Geld zugesagt habe.

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Noch sei die genaue Regelung unklar, sagt Kerstin Schröder, Leiterin des Nürnberger Jugendamtes. "Wir haben noch nichts Schriftliches." Auch sie ist froh, dass jetzt Zuschüsse fließen. "Vor einer Woche noch gab es keinen einzigen Euro, jetzt hat der Freistaat immerhin 170 Millionen Euro in Aussicht gestellt." Sie wirbt um Verständnis dafür, dass die Kosten der Träger vermutlich nicht in jedem Fall zu 100 Prozent übernommen werden können.


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Die Eltern dagegen sollen in voller Höhe entlastet werden, wenn sie keine Notbetreuung in Anspruch nehmen. "Wir versuchen, die Abbuchungen schon für den Mai einzustellen", betont Schröder mit Blick auf die kommunalen Einrichtungen. Für den April werden die Beiträge zurückerstattet, doch könne dies noch dauern, bis alle Details geklärt sind.


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