Klimacamp an Meistersingerhalle: Bei Minusgraden im Zelt

29.11.2020, 17:43 Uhr
Der Nürnberger Achim Scheidl von

Der Nürnberger Achim Scheidl von "Exstinction Rebellion" will nicht nur die Bäume im Luitpoldhain vor der Säge bewahrt wissen. © Hartmut Voigt

"Stoppt die Zerstörung, Ökozid strafbar machen", das ist das Lieblingsplakat von Achim Scheidl, das an einem der großen Laubbäume befestigt ist. Der gebürtige Nürnberger will die Öffentlichkeit aufrütteln, damit die grüne Infrastruktur der Stadt nicht "geopfert" wird.

Bäume derzeit außer Gefahr

Im Moment sind zwar die meisten Bäume an der Meistersingerhalle außer Gefahr. Denn in einem Moratorium hatte die Stadt beschlossen, die große Investition in eine neue Konzerthalle vorerst nicht zu tätigen. Daher dürfen auch die Bäume auf dem Bauplatz stehen bleiben - die meisten zumindest.

Bürgermeister Christian Vogel hat die betroffenen 61 Laubbäume begutachten lassen. Laut der Expertise sind die meisten geschwächt oder geschädigt. Drei von ihnen derart stark, dass "eine Fällung zeitnah unumgänglich" ist, merkt der Sozialdemokrat an. Auch die meisten anderen werde man nicht die nächsten 30 Jahre erhalten können. Doch Vogel hat den Service öffentlicher Raum (Sör) beauftragt, den Bäumen im Luitpoldhain eine zusätzliche Pflege, nötigen Zuschnitt und ausreichende Düngung zukommen zu lassen. Sie sollen so lange wie möglich leben.

Doch Scheidl und seinen Mitstreiter(innen) von Extinction Rebellion, Bluepingu, Bund Naturschutz, vom Energiewendebündnis und von Artists for future geht es nicht allein um den Luitpoldhain, sondern um die ökologische Frage schlechthin.

Diskussion mit Spaziergängern

Neben der Münchener Straße hatten sie am Samstagnachmittag ihre Zelte aufgebaut, um zu übernachten. Dort stand auch ein Infostand, an dem viele Spaziergänger mit den Aktivisten diskutierten.

Der 55-jährige Scheidl meint, dass sich vor allem Politik und Industrie bewegen müssen. Ein ökologisches Umdenken und vor allem Handeln sei dringend notwendig. Dass für ein neues ICE-Werk bei Altenfurt 45 Hektar Wald vernichten werden könnten, hält er für das falsche Denken. Um umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn zu fördern, dürfe man nicht gleichzeitig Natur in großem Stil vernichten.

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