Dienstag, 24.11.2020

|

zum Thema

Neues ICE-Werk in Franken: Diese Flächen kommen in Frage

Bahn erwägt neben Areal bei Altenfurt weitere mögliche Flächen - 21.11.2020 05:51 Uhr

Das ICE-Werk in Köln-Nippes ist Vorbild für das geplante, 400 Millionen Euro teure Werk in der Metropolregion Nürnberg.

20.11.2020 © Foto: Deutsche Bahn/Daniel Saarbourg


Die Deutsche Bahn favorisiert ein 45 Hektar großes Areal bei Altenfurt, zu den anderen Standorten wollte sie sich bisher nicht äußern. Daraufhin wurde in der Öffentlichkeit über verschiedene Flächen spekuliert.

Im Gespräch mit der Lokalredaktion verrät DB-Projektleiter Carsten Burmeister weitere möglichen Standorte: Es handelt sich um Grundstücke am Nürnberger Rangierbahnhof, bei Burgfarrnbach, Allersberg und Baiersdorf. Ob auch die Muna Feucht infrage kommt, ist noch unklar.

Bilderstrecke zum Thema

Der Nürnberger Hauptbahnhof im Wandel der Zeit

Knapp 140.000 Reisende strömen täglich durch den Nürnberger Hauptbahnhof. Damit ist er so stark frequentiert wie kaum ein anderer Ort in Nürnberg. Und auch seine Historie kann sich sehen lassen. Wir nehmen Sie mit auf eine bewegte Zeitreise, immer am Zeiger der Zeit.


Die Bahn betont, dass sie alle Areale nach den gleichen Kriterien untersucht. Sie will aber keinesfalls den Eindruck erwecken, dass sie in irgendeiner Weise dem Raumordnungsverfahren vorgreift.

Folgen und Belastungen

Daher ist es schwierig, so Burmeister, Fragen zu Folgen und Belastungen detailliert jetzt schon zu beantworten. Vielmehr ist es Aufgabe des Genehmigungsverfahrens, Auswirkungen für Mensch und Natur ebenso zu gewichten wie die technischen Voraussetzungen, die für das ICE-Werk notwendig sind. Nach Abwägung aller Kriterien fällt die Entscheidung: Das kann, muss aber nicht der Standort bei Altenfurt sein.

Wie gut kennen Sie die Nürnberger U-Bahn?

© Mark Johnston, ARC

Mehrere hunderttausend Nürnberger nutzen sie jeden Tag. Aber wie viel wissen Sie tatsächlich über die Nürnberger U-Bahn, die Sie tagtäglich von A nach B bringt?

© Karlheinz Daut

© Stefan Hippel

Frage 1/10:

Wie viele U-Bahnlinien gibt es in Nürnberg und Fürth?

© Günter Distler

Frage 2/10:

Welche Aussage über die Nürnberger U-Bahn stimmt?

© Friedl Ulrich

© Friedl Ulrich

Frage 3/10:

In welchem Jahr fuhr die erste U-Bahn in Nürnberg?

© Edgar Pfrogner

© Stefan Hippel

Frage 4/10:

Was machte die Inbetriebnahme der U3 zu einer deutschlandweiten Neuheit?

© Edgar Pfrogner

Frage 5/10:

Wie viele Kilometer Liniennetz werden von der U-Bahn befahren?

Frage 6/10:

Welche U-Bahnstation ist mit solchen blauen Kacheln verfliest?

© Michael Matejka

© Ralf Lang

Frage 7/10:

Was macht die Verbindung der U2 zum Flughafen zu einer Besonderheit?

© Friedl Ulrich

© Rudolf Contino

Frage 8/10:

Wer gilt als Vordenker der Nürnberger U-Bahn?

© Alexander Pfaehler

Frage 9/10:

Wie viele U-Bahnhöfe gibt es insgesamt in Fürth und Nürnberg?

Frage 10/10:

Welche Station ist das?

© Mark Johnston, ARC

Im Nürnberger Südosten formiert sich derweil Protest: Der Bürgerverein hat in einem Gespräch mit der Bahn deutlich gemacht, dass man das ICE-Werk nicht vor der Haustür der Fischbacher oder Altenfurter haben will. Nach ersten Überlegungen würde es nämlich am nähesten Punkt nur etwa 50 bis 60 Meter von der Wohnsiedlung entfernt entstehen. Der DB-Projektleiter betont, dass sich dort die 450 Meter lange Werkshalle befinden würde: "Sie ist absolut schalldicht, von ihr geht kein Lärm aus."


Protest gegen neues ICE-Werk: "Das ist Wahnsinn"


Allerdings kann man auf das vorgeschriebene, 100 Dezibel laute Hupen nicht verzichten. Das Warnsignal würde aber nicht in der Nähe der Wohnhäuser getestet, falls der Standort Altenfurt ausgewählt würde, sondern in etwa auf der Höhe des Gewerbegebiets. In der schalldichten Halle dürfe es zum Schutz der Beschäftigten nicht ausgelöst werden.

Das funktionierende Signal ist Voraussetzung dafür, dass ein ICE mit 300 Stundenkilometern Geschwindigkeit unterwegs sein darf. Fällt es aus, sind die Züge auf 80 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit begrenzt. Die Hupe muss täglich einmal geprüft werden. Doch Auflagen für Lärm oder auch nächtliche Beleuchtung des Areals sind Gegenstand eines Planfeststellungsverfahrens, das sich an das Raumordnungsverfahren anschließt. Die Bahn bittet daher um Verständnis, dass viele Fragen zum jetzigen Zeitpunkt offen bleiben müssen.

Bilderstrecke zum Thema

Mehr Sitzplätze: Diese Škoda-Züge sollen künftig nach München düsen

Nach einer mehrjährigen Verspätung sollen die neuen Regio-Fahrzeuge des tschechischen Herstellers Škoda demnächst auf Strecke gehen. Die Züge sind bis zu 200 Kilometer pro Stunde schnell und schaffen die Prestigestrecke Nürnberg-München in 1.45 Stunden. Der München-Nürnberg-Express will außerdem mit neuen Garnituren punkten und bietet zudem 676 statt der bisherigen 413 Plätze. Wir haben uns in den Zügen umgesehen.


Das Schienen-Unternehmen will im Frühjahr 2021 einen Bürgerdialog aufnehmen. Damit möchte es Befürchtungen entgegenwirken, dass wesentliche Fragen bereits entschieden sind. "Das stimmt nicht, wir stehen erst am Anfang und nehmen Anregungen aus der Bevölkerung auf", betont Burmeister.

Falls nach Abschluss der Raumordnung tatsächlich der Standort Altenfurt ausgewählt wird, geht es auch um die Dimension des Flächenverbrauchs. Die Bahn hatte bei der Vorstellung des Projekts 45 Hektar benannt, ein Großteil davon ist Reichswald. Dass das Schienen-Unternehmen, mit dem die ökologische Verkehrswende in Deutschland erreicht werden soll, dafür eine Menge Bäume rodet, stieß nicht nur bei Grünen und Bund Naturschutz auf Unverständnis und Widerstand.

Der DB-Projektleiter räumt ein, dass die ökologische Frage der Schwachpunkt bei der Altenfurter Flächenwahl ist. Mit 45 Hektar sei der maximale Flächenverbrauch angegeben, dieser könne sich aber noch verringern. Bei späteren Detailplanungen würde nämlich der geringstmögliche Flächenverbrauch errechnet.

Bilderstrecke zum Thema

Mehr Komfort, mehr Sitzplätze: Das ist der neue ICE 4

Mit Trommelwirbel, Lichtshow und Konfetti hat die Deutsche Bahn am Mittwoch im Berliner Hauptbahnhof die Premiere des neuen ICE gefeiert. Ab Spätherbst ist er auf der Strecke Hamburg, Fulda, Würzburg, Nürnberg, München unterwegs. Wir durften uns den neuen Hightech-Zug vorab anschauen.


Jeder Quadratmeter gerodeter Reichswald werde andernorts durch Neupflanzungen ersetzt. Auch bei der Länge des ICE-Werks mit allen Außenanlagen sei mit 5,5 Kilometern ein Maximalwert benannt. Durch eine andere Aufteilung könne dies weniger sein.

Einer Behauptung widerspricht die Bahn entschieden: Bei den 450 Arbeitsplätzen handle es sich nicht um eine Verschiebung von bereits bestehenden. Vielmehr seien es neue Arbeitsplätze, die in dem ICE-Werk in der Metropolregion geschaffen werden sollen.


Fahren Sie auch regelmäßig mit der Bahn? Dann treten Sie doch unserer jeweiligen Facebook-Gruppe bei:

1. Da sind zunächst die Regional- und S-Bahnen in Richtung Bamberg über Erlangen und Forchheim sowie die verbunden Nebenstrecken. Hier können Sie der Facebook-Gruppe beitreten!


2. Die Facebook-Gruppe für Bahnfahrer von und in Richtung Würzburg plus alle Nebenstrecken findet sich unter diesem Link.


3. Wer die Strecke Richtung Ansbach Schwabach, Roth und Treuchtlingen nutzt, ist hier genau richtig. Unter diesem Link können Sie der Gruppe beitreten.


4. Alle, die in Richtung Neumarkt, Regensburg, Allersberg oder München unterwegs sind, können sich in dieser Facebook-Gruppe beteiligen.


5. Zu guter Letzt gibt es noch eine Seite für die Reisenden in Richtung Pegnitz und Bayreuth und die Nutzer der Gräfenbergbahn. Hier können Sie der Gruppe beitreten. Die fünf Facebook-Gruppen werden von unserer Redaktion betreut und moderiert.

29

29 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg