Kreative Projekte: Jury zeichnet Nürnberger Kindergarten aus

14.11.2020, 15:14 Uhr
In der Leseecke des Kindergartens Sternenhimmel ist immer etwas los. Dabei können die Kinder nicht nur in der Bibliothek stöbern, sondern regelmäßig auch Bücher mit nach Hause nehmen, um sie sich dort anzuschauen oder sich vorlesen zu lassen.

In der Leseecke des Kindergartens Sternenhimmel ist immer etwas los. Dabei können die Kinder nicht nur in der Bibliothek stöbern, sondern regelmäßig auch Bücher mit nach Hause nehmen, um sie sich dort anzuschauen oder sich vorlesen zu lassen.

Natur, Tiere, verschiedene Sprachen und einiges mehr: Die Themen sind vielfältig, die Auswahl in den Regalen groß. Wer Lust hat, zieht einfach ein Buch heraus und macht es sich auf dem gelben Sofa bequem. Dort können die Kleinen in Ruhe stöbern, in Bilderbüchern blättern oder sich vorlesen lassen. Ganz klar: Im Kindergarten Sternenhimmel in Eberhardshof gehören Bücher zum Tagesablauf dazu.

"Wir setzen uns mit dem ganzen Team kontinuierlich und nachhaltig dafür ein, Kindern im Kita-Alltag Bücher und Geschichten nahezubringen und an das Lesen heranzuführen", sagt Kindergartenleiterin Cornelia Ruppert. Ein Einsatz, der auch über Nürnberg hinaus nicht verborgen geblieben ist.

So haben der Deutsche Buchhandel und der Deutsche Bibliotheksverband dem Kindergarten Sternenhimmel das Gütesiegel "Buchkindergarten" verliehen. Dieses erhalten Kindergärten, die sich auf herausragende Weise in der frühkindlichen Leseförderung engagieren. Die Auszeichnung wurde zum zweiten Mal bundesweit an 74 Kindergärten vergeben. Insgesamt hatten sich 165 Einrichtungen beworben.

Verhinderte Reise zur Frankfurter Buchmesse

Zu gern hätten Ruppert und ihr Team die Auszeichnung - wie vorgesehen - auf der Frankfurter Buchmesse entgegengenommen. Doch einmal mehr erwies sich Corona als Spielverderber, die offizielle Ehrung musste verschoben werden. Nun hoffen Ruppert und ihre Kolleginnen und Kollegen darauf, eben im nächsten Jahr in die Bankenmetropole zu dürfen.

Die Gütesiegel-Plakette wurde dem ersten Nürnberger Buchkindergarten jedenfalls schon einmal per Post zugeschickt. Sie gilt für drei Jahre. Dann möchte sich der Sternenhimmel erneut bewerben. "Wird das Siegel bestätigt", erklärt Ruppert, "behalten wir es dauerhaft."

Ob im gemeinsamen Lesekreis oder auch mal gemütlich zurückgezogen in der Leseecke: Die Kleinen werden spielerisch an die Bücher herangeführt, die hier traditionell eine große Rolle spielen. "Das ist bei uns selbstverständlich", sagt Ruppert, die seit neun Jahren den Kindergarten des Trägervereins Mesale in Eberhardshof leitet.

Mit nach Hause nehmen

Die hauseigene Bibliothek steht übrigens nicht nur von Montag bis Freitag zur Verfügung. Regelmäßig dürfen die insgesamt 42 Kinder auch ein Buch mit nach Hause nehmen. Und welches? "Das entscheiden die Kinder selbst", sagt Ruppert.

Nur wenige Familien, die ihren Nachwuchs in die Hasstraße 7 schicken, stammen aus Deutschland. Viele sprechen laut Ruppert zu Hause in der Regel kein Deutsch, sondern Türkisch, Arabisch, Griechisch, Bosnisch oder Kurdisch, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Die Muttersprache ist extrem wichtig

Es geht also äußerst international zu. Bei allen Sprachbarrieren - sie selbst zählt das Erlernen neuer Sprachen nicht gerade zu ihren Stärken - schätzt Ruppert die verschiedenen Muttersprachen doch sehr: "Es ist ganz wichtig, dass die Kinder eine Muttersprache beherrschen." Andernfalls werde es extrem schwer, Deutsch zu lernen. Folgerichtig also, dass viel der angebotenen Bücher in anderen Sprachen verfasst sind.

"Die Jury hat festgestellt, dass wir in unserer Einrichtung mit kreativen Projekten und vielfältigen Aktionen frühe Sprach- und Leseförderung aktiv umsetzen", freut sich Ruppert. Den beschrittenen Weg möchte sie nicht nur dank der Auszeichnung konsequent weitergehen.

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