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Mehr Natur in der Stadt: Verein verlegt Lorenzkirche ins Grüne

Aktion soll zum Nachmachen und Verweilen anregen - 16.09.2020 18:45 Uhr

Grünclusiv e.V. organisiert 'Lorenz GRÜN' im Herzen von Nürnberg in der Lorenzkirche.

16.09.2020 © André De Geare


Seit Mittwoch zieren ein bienenfreundlicher Garten, Bäume, Büsche und Sitzmöglichkeiten im Grünen die Lorenzkirche inmitten der Innenstadt. Die Aktion des Vereins Grünclusiv soll zum Nachmachen und Verweilen anregen und für Gespräche sorgen – und sie kommt an.

"Schau, wie schön" – zwei junge Frauen laufen über den Lorenzer Platz und entdecken das "Paradiesgärtlein". Für zwei Wochen wird das Gärtlein dort noch zu sehen und zu erleben sein. Große, offene Blüten locken Insekten an. In der lockeren Erde können sich Wildbienen eingraben. Und wer mag, kann sich nicht nur die ein oder andere Anregung für den heimischen Garten holen, sondern auch noch eine Beere vom Sanddorn-Strauch stibitzen – ausdrücklich erlaubt.


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Es grünt in der Nürnberger Innenstadt: Bänke, Bäume und Rasen zieren seit Mittwoch den Eingang zur Lorenzkirche. Ein ungewöhnlicher Anblick, der zum Umdenken in der Stadtplanung anregen soll. Initiiert wurde die Aktion von Grünclusiv – der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, mehr Grün in die Innenstadt zu bringen.


)Bräuchte es einen solchen Garten nicht auf mehr Plätzen in der Stadt? "Diese Diskussion wird in den kommenden Wochen vermutlich ausgiebig geführt werden", sagt Daniela Bock von Grünclusiv – der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, mehr Grün in die Innenstadt zu bringen.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) schlägt gleich vor, dass man doch eigentlich direkt nebenan einen Steingarten anlegen könnte. "Die Bürger könnten dann abstimmen, was ihnen besser gefällt." Glauber ist davon überzeugt, dass der Klimawandel durchaus spürbar ist. Um Hitzetage künftig besser bewältigen zu können, brauche es eine Stadtplanung, die nicht mehr von Fahrzeugen, sondern vom Menschen her gedacht wird.

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Auf der grünen Bühne vor der Lorenzkirche lobt Oberbürgermeister Marcus König das Projekt. "Es ist einfach schön hier", sagt er, "und es passt zu uns und genau in die Innenstadt." Er verspricht: "Wir werden noch weitere Plätze in der Stadt begrünen." Denn, davon ist er überzeugt: "Unser Auftrag ist es nicht, die Stadt in die Natur zu bringen, sondern die Natur in die Stadt zu bringen." Nicht nur, weil das Hitzetage erträglicher macht, sondern auch, weil Grünflächen Begegnungsstätten sind und so auch dem sozialen Klima guttun.

Als Begegnungsstätte ist die begrünte Lorenzkirche auch gedacht. An zwei Seiten wurde Rollrasen um das Gotteshaus verlegt. Bäume sorgen für Schatten. Wer mag, kann auch Platz nehmen und das Grün auf sich wirken lassen – auf Kirchenbänken mitten im Grünen vor dem geöffneten Portal. "Hier kann jeder sein, egal ob er gläubig ist oder nicht", sagt Pfarrerin Claudia Voigt-Grabenstein. Ihr Ziel ist es, den Menschen, die vorbeikommen, Orte anzubieten, an denen sie zu sich selbst finden und ins Gespräch kommen können. "Und vielleicht merken sie dann ja gar nicht, dass sie dabei auf Kirchenbänken sitzen."

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Das Projekt dauert noch bis zum 27. September. Zum Programm gehören tägliche Kurzandachten und Gottesdienste. Vor dem Hauptportal treten täglich um 16 Uhr Künstler aus dem Umfeld des Bridging Arts Kammermusikfestivals auf. Möglich wurde das Projekt übrigens auch deshalb, weil die Fachmesse GaLaBau in diesem Jahr ausfallen musste. Stattliche Bäume in Kübeln, die für das Messegelände vorgesehen waren, wurden in die Innenstadt gebracht.


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