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Nach tödlichem Unfall auf A3: Ersthelfer Herrmann äußert sich

Der Innenminister war nur wenige Augenblicke nach dem Unfall vor Ort - 25.09.2019 16:46 Uhr

Joachim Herrmann war einer der Ersthelfer bei dem tödlichen Unfall auf der A3. © dpa


Es ist ein Fall, wie er verstrickter kaum sein könnte: Einem 53-jährigen Tierarzt aus Borchen wird vorgeworfen, am vergangenen Wochenende seine Schwiegermutter getötet zu haben. In der Nacht zum Montag gelingt der Polizei aus Bielefeld die Festnahme: In einem Nürnberger Hotel hatte sich der Mann, der aus der Vox-Sendung "hundkatzemaus" bekannt ist, niedergelassen. Denn am Sonntag war der 53-Jährige in einen Unfall auf der A3 nahe Nürnberg-Nord verwickelt. Dabei wurde ein 75-Jähriger getötet. Nach dem Aufprall rannte die Frau des 53-Jährigen unvermittelt aus dem Wagen über die Fahrbahn. Ein Auto erfasste und verletzte sie schwer.

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Auf der A3 bei Nürnberg verlor am Sonntagvormittag ein Mensch sein Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt. Die Autobahn war zeitweise komplett gesperrt. Es begann mit einem Auffahrunfall, nach dem ein 75-Jähriger mit seinem Auto nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. Der Fahrer wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb.


Zu diesem Zeitpunkt näherte sich der Dienstwagen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann. "Den Unfallhergang selbst habe ich nicht beobachtet. Wie üblich auf Dienstfahrten habe ich auf dem Rücksitz Ministeriumsakten bearbeitet", erklärt der Politiker in einem Statement. Er habe seinen Fahrer gebeten, anzuhalten. Neben dem Auto des 53-Jährigen aus Borchen auf dem Seitenstreifen sei Herrmann auch der stark demolierte Wagen des Verstorbenen aufgefallen.

Flüchtete der Tierarzt in diesem schwarzen Hyundai, nachdem er in Nordrhein-Westfalen seine Schwiegermutter tötete? Rechts im Bild: Die Leitplanke, über die seine Ehefrau kletterte. © Fotos: News5


"Mir war klar, dass wir sofort helfen müssen. Daher habe ich schnell zum Handy gegriffen und die Rettungskräfte alarmiert. Dann bin ich zum demolierten Unfallauto. Dort habe ich die schwerverletzte Beifahrerin mithilfe eines anderen Autofahrers erstversorgt. Für den Fahrer war leider keine Hilfe mehr möglich". Er habe in seinen zwölf Jahren als Bayerischer Innenminister schon viel Leid sehen müssen, aber: "Dieser Unfall wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, vor allem das demolierte Unfallwrack und das Schicksal der Unfallopfer". Für ihn habe es sich auch gezeigt, wie wichtig es sei, gleich zu helfen.

Zum Fall der getöteten Rentnerin aus Nordrhein-Westfalen und dem am Unfall beteiligten Schwiegersohn äußerte sich Herrmann nicht direkt. Nur so viel: "Die Polizei wird jetzt mit Hochdruck den Unfallhergang rekonstruieren und alle Begleitumstände ermitteln."

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vek

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