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Neues Kunstwerk erinnert in Nürnberg an Corona-Opfer

Begehbarer Kubus am Klarissenplatz soll ein Ort der Trauer sein - 18.04.2021 18:18 Uhr

Ein minimalistisch gestalteter Würfel soll an die Opfer der Pandemie erinnern: Am Klarissenplatz wurde ein Ort zum Innehalten geschaffen. 

18.04.2021 © Michael Matejka, NNZ


Ein begehbarer Kubus steht heute genau dort, wo vor einigen Jahren der interaktive Kunstbrunnen mit seinen Fontänen Kindern und Erwachsenen viel Erfrischung und Wasserspaß bereitet hat. Der Kunstbrunnen am Klarissenplatz vor dem Neuen Museum brachte die Menschen zusammen, um unbeschwert den Sommer genießen zu können. Nun soll der drei Meter hohe Würfel ein neuer Treffpunkt werden - doch geht es diesmal um einen ernsten Hintergrund.

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Ort der Trauer: Kunstwerk zum Gedenken an Corona-Opfer in Nürnberg enthüllt

Ein drei Meter hoher Würfel zieht am Nürnberger Klarissenplatz die Blicke auf sich. Das Kunstwerk von Süleyman Bahn hat einen ernsten Hintergrund: Es soll an die Opfer der Corona-Pandemie erinnern. Der Kubus soll ein Ort sein, wo man der Verstorbenen gedenken und Blumen und Kerzen ablegen kann. Bundesweit wurde am Sonntag bei Veranstaltungen der Opfer der Pandemie und der Hinterbliebenen gedacht. Am Neuen Museum hatten sich Vertreter der Stadt und der Glaubensgemeinschaften zu einer Andacht versammelt.


Die minimalistische Installation von Süleyman Bahn soll ein stiller Ort der Trauer sein, der an die zahlreichen Opfer der Pandemie erinnert. Ein Ort, wo man der Verstorbenen gedenken kann, wo man Blumen und Kerzen ablegen kann, wo man vielleicht loslassen kann und etwas Trost findet. Zudem erinnern großformatige Banner mit der Überschrift "Corona hat uns alle getroffen" an 40 Kirchen, Moscheen, Gebets- und Gemeindehäusern der Stadt an die Opfer von Corona. Der Rat der Religionen der Stadt Nürnberg, dem 16 Gemeinschaften aus verschiedenen Weltreligionen angehören, steht mit der Stadt und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen hinter der Aktion.

Bundesweit wurde am Sonntag bei Veranstaltungen der Opfer der Pandemie und der Hinterbliebenen gedacht. Berührend war das Treffen von Vertretern der Stadt und der Religionen am Neuen Museum. Zusammenhalt, Zuversicht, Gemeinschaftsgefühl in diesen unsicheren Zeiten - all dies stellten die Rednerinnen und Redner in den Vordergrund.

So erklärte der Stadtdekan Andreas Lurz: "Corona betrifft uns alle." Für viele sei der tägliche sorgenvolle Blick in die Zeitung oder in die Nachrichten in Zeiten der Pandemie ein wichtiges Ritual: "Ist die Zahl der Erkrankten gestiegen oder gesunken?" Lurz erinnerte, dass hinter jedem "Corona-Fall", der vermeldet wird, ein Mensch, ein Schicksal steht. "Die Pandemie bringt viele Einschnitte im Leben - ob Jobverlust, Angst, Trauer und Wut." Dies zu verarbeiten, sei schwierig. "Das braucht Zeit, Momente der Stille."

"Das waren Mütter und Väter"

Oberbürgermeister Marcus König (CSU) sprach von den 874 Menschen in Nürnberg, welche wegen Corona gestorben sind. "Das waren Mütter, Väter, Omas, Opas, Geschwister." Und er merkte an, dass heute noch immer manche die Pandemie verharmlosen oder einfach nicht einsehen, dass das Leben derzeit wegen Corona so viele Einschränkungen hat. "Ich kann das nicht verstehen." Der CSU-Politiker betonte: "Wir müssen uns jetzt zurücknehmen, um später dann wieder das Leben genießen zu können." Corona-Leugner, die sich etwa auf Demos nicht an die Sicherheitsbestimmungen halten, seien "ein Schlag ins Gesicht".

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Die Teilnehmer legten Blumen und Kerzen am Kubus ab, Räucherstäbchen wurden abgebrannt. Regelmäßig wollen die Religionsgemeinschaften dort kurze Andachten halten. Der Kubus am Klarissenplatz soll ein Ort des Innehaltens für alle sein.

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