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Nürnberg: 24 Prozent der Haushalte mit Kind haben zu wenig Wohnraum

Auch die weltweite Corona-Pandemie hat einen Einfluss - 09.01.2021 06:00 Uhr

Wohnraum ist begehrt – ein Foto aus dem Jahr 2019, als die städtische wbg an der Pillenreuther Straße 133 Mietwohnungen baute.

08.01.2021 © Stefan Meyer


Ausgangssperren und -beschränkungen, Schulunterricht im Kinderzimmer, sprunghafter Anstieg von Menschen im Homeoffice – die Corona-Krise sorgt dafür, dass die Wohnverhältnisse verstärkt in den Blick geraten. Das Amt für Stadtforschung und Statistik hat passend zu dieser Situation jüngst einen Bericht über die "Wohnverhältnisse von Familien" in Nürnberg vorgelegt.

Daraus geht hervor, dass 24 Prozent der Haushalte, in denen mindestens ein Kind lebt, bezüglich ihres Wohnraums unterversorgt sind, also zu wenig Fläche zur Verfügung haben. Als Maßstab hierfür haben sich die Nürnberger Statistiker an den Wohnungsgrößen orientiert, die das bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr im Rahmen seines Wohnungsbauprogramms definiert hat.

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Das Programm, das für ein besseres Angebot an preisgünstigem Wohnraum im Freistaat sorgen soll, hält zum Beispiel 65 Quadratmeter für einen Zweipersonenhaushalt
für angemessen. Das Statistikamt wiederum bezeichnet eine Wohnraumversorgung als angemessen, die sich in einer Spanne von plus oder minus fünf Prozent um diesen Kennwert bewegt, gibt aber zu bedenken, dass "das Programm unterdurchschnittlich kleine haushaltsspezifische Wohnflächen ausweist". Stattliche 66 Prozent der Nürnberger Haushalte mit Kindern liegen denn auch über dem Durchschnitt, zehn Prozent sind im Soll, besagte 24 Prozent befinden sich trotz der defensiven Richtwerte des Wohnungsprogramms unterhalb der Grenzwerte.

Besonders häufig leben laut den Statistikern Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Familien mit Migrationshintergrund in beengten Wohnverhältnissen. Der Bericht verweist darauf, dass Kinder in beengten Wohnverhältnissen "weniger Privatsphäre und Entfaltungsmöglichkeiten haben" und mithin eher gefährdet seien, psychische und soziale Probleme zu bekommen.

Angesichts der eingeschränkten Bewegungsfreiheiten in Zeiten des Lockdowns gewinnen der Balkon oder ein eigener Garten an Bedeutung. 21 Prozent der Nürnberger Haushalte mit Kindern verfügen indes über eine Wohnung ohne nutzbare Außenanlagen. 57 Prozent haben einen Balkon oder eine Loggia, 19 Prozent eine Terrasse, 18 Prozent einen eigenen Garten, 34 Prozent eine gemeinschaftlich nutzbare Außenanlage. Während viele Kinder von Alleinerziehenden ohne solche Außenanlagen aufwachsen, steht Kindern in einer Paarfamilie überproportional häufig ein eigener Garten zur Verfügung.

Die Mehrheit ist zufrieden

Die Statistiker weisen zudem darauf hin, dass 76 Prozent der unter Dreijährigen in Mehrfamilienhäusern mit mehr als drei Wohnungen leben, aber immerhin 32 Prozent der Zehn- bis 17-Jährigen in Ein- oder Zweifamilienhäusern wohnen. "Das liegt daran, dass junge Familien häufig erst nach der Familiengründung in passendere Wohnlagen am Stadtrand umziehen", schreiben die Autoren der Untersuchung. 38 Prozent der Paarfamilien leben in Wohneigentum, bei den Alleinerziehenden sind es 14 Prozent, bei allen Haushalten in Nürnberg 30 Prozent.

Neben diesen objektiven Kennwerten spielt in dem Bericht die subjektive Einschätzung der Familien eine Rolle. Demzufolge gaben 66 Prozent der befragten Alleinerziehenden und 71 Prozent der Paarfamilien mit Kind(ern) an, dass ihre Wohnsituation "gut" sei. 27 beziehungsweise 26 Prozent bezeichneten sie als "mittel", nur sieben beziehungsweise drei Prozent als "schlecht".

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Bei der Bewertung verschiedener Aspekte der Wohnung oder des Umfelds sind die Werte etwas schlechter, aber doch noch klar positiv. Die Ausstattung und Größe ihrer Wohnungen bezeichnen Alleinerziehende und Paarfamilien mit jeweils deutlichen Mehrheiten als "gut". Allerdings hadern 21 Prozent der Alleinerziehenden mit den Kosten und 19 Prozent mit der Lärmsituation. Auch 18 Prozent der Paarfamilien wünschten sich ein ruhigeres Umfeld.

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