Nürnberg: Hunderte gedenken der Opfer von Hanau

21.2.2021, 12:51 Uhr
Hunderte gedachten am Kornmarkt der Opfer von Hanau.

Hunderte gedachten am Kornmarkt der Opfer von Hanau. © Nürnberger Bündnis Nazistopp

Es war eine große Versammlung: Auf dem Kornmarkt kamen nach Angaben der Veranstalter mindestens 800 Menschen zusammen, gedachten der Hanauer Mordopfer und stellten kritische Fragen zum Umgang der Behörden mit der teilweise immer noch unaufgeklärten Mordserie.

Mobilisiert hatten das Bündnis Nazistopp und verschiedene Jugendgruppen. "Wer den Statements der Angehörigen und Überlebenden des rassistischen Terrors zuhört, kommt zu folgendem Ergebnis: Für die meisten der in Hanau Ermordeten war diese Stadt die Heimat", sagte Birgit Mair vom Nürnberger Bündnis Nazistopp auf der Veranstaltung.


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"Viele Opfer und teilweise auch deren Eltern sind in Hanau geboren. Sie wollten und wollen als Teil der Hanauer Stadtgesellschaft anerkannt werden und nicht als sogenannte "Menschen mit Migrationshintergrund", so Mair. "Dieser diskriminierende Terminus gehört auf den Müllhaufen der Geschichte."


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Es seien viele Fragen ungeklärt: Warum sei die Notrufzentrale der Polizei in Hanau ausgerechnet in dieser Nacht überlastet gewesen? Habe der Hanauer Täter tatsächlich alleine und im luftleeren Raum gehandelt? Warum habe man dem Täter die Waffen nicht abgenommen? Mair appellierte: "Lasst uns weiter gemeinsam gegen rassistische Strukturen kämpfen."

Ein Jahr nach dem Attentat sprechen nun Bülent Bayraktar, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde der Metropolregion Nürnberg, und Uli Grötsch, MdB, Generalsekretär der BayernSPD und SPD-Parteivorstandsmitglied, Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages, in einer Live-Sendung auf Facebook über rechten Terror, Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Polarisierung in der Gesellschaft: Am Sonntag, den 21. Februar 2021 um 19:30 Uhr, wird unter diesem Link diskutiert.