Nürnberg will zehn Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

10.9.2020, 18:23 Uhr
Das griechische Immigrantenlager Moria wurde durch Brände fast vollständig zerstört.

© LOUISA GOULIAMAKI, AFP Das griechische Immigrantenlager Moria wurde durch Brände fast vollständig zerstört.

Die Stadt Nürnberg erklärt sich bereit, zehn Flüchtlinge aus dem zerstörten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen. Darauf hat sich Oberbürgermeister Marcus König mit den Stadtratsfraktionen und -gruppen verständigt. Basis dafür ist ein Stadtratsbeschluss vom 22. April 2020. "Die Bilder, die uns aus Moria erreichen, können uns nicht kaltlassen. Nürnberg ist die Stadt des Friedens und der Menschenrechte und als Oberbürgermeister bin ich dafür, dass wir vor dieser humanitären Katastrophe nicht die Augen verschließen und schutzbedürftige Flüchtlinge auch in Nürnberg aufnehmen", sagt Oberbürgermeister Marcus König. Er appelliert an die Bundesregierung, zu klären, wie die Einreise vorgenommen werden kann.


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Der Ferienausschuss des Stadtrats hatte in seiner Sitzung am 22. April einstimmig beschlossen, dass die Stadt Nürnberg als "Stadt Sicherer Hafen" innerhalb einer europäischen und deutschen Lösung vorerst circa zehn unbegleitete minderjährige Ausländer aufnimmt. Das Jugendamt wurde beauftragt, die dazu notwendigen Vorbereitungen zu treffen und alle zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel des Freistaats Bayern und des Bunds zu nutzen. Finanzielle Aufwendungen, die gegebenenfalls nicht durch den Freistaat Bayern oder den Bund ausgeglichen werden, sollen durch die Stadt Nürnberg getragen werden.


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